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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Abhängigkeit der Stärke des Uaterwtad.es von der Unterlage. 
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Aus diesen Zahlen geht ganz deutlich hervor, dafs in allen Monaten des 
Jahres die nördlichen und nordöstlichen Winde in Cherbourg erheblich stärker 
sind, als in Hurstcastle, dagegen die südwestlichen Winde in Cherbourg gegen 
über Burstcastle bedeutend zurücktreten. Die Tabelle giebt einen ziffermäfsigen 
Nachweis, dafs die von der See kommenden Winde um durchschnittlich einen 
Skalentheil Beaufort stärker sind, als die vom Lande kommenden. Diese Ver 
hältnisse sind in nachstehender Figur anschaulich dargestellt. 
Mittlere Windstärken (Beaufort) nach den Windrichtungen zu llurstcastle und 
Cherbourg. 1885 bis 1888, 8 Uhr Morgens. (Mittel aus allen Stärken.) 
Mafsstab für obige Figuren: 
I 1 1 i 1 1 1 
Stärke 12 3 4 5 6 Beaufort. 
Eine weitere Untersuchung, ob und inwieweit diese Verhältnisse für 
schwache und für starke Winde Geltung haben, erschien mir nicht überflüssig, 
und daher schied ich dio Winde Dach der Stärke in zwei Gruppen, und zwar 
in solche von der Stärke 0 bis 4 und in solche von der Stärke 5 und darüber 
nach der Beaufort’schen Skala, und behandelte dann diese beiden Gruppen in 
der oben angegebenen Weise. Das Ergebnifs dieser Untersuchung ist in den 
Tabellen III und IV niedergelegt. Zur besseren Veranschaulichung enthält 
Tabelle IV für jede Gruppe die Differenzen der Windstärken zu Burstcastle 
und Cherbourg sowie die Anzahl der in Rechnung gezogenen Fälle. 
Die schwachen, vielfach lokalen Winde zeigen allerdings das oben aus 
gesprochene Verhältnis der Land- und Seewinde ganz deutlich, allein viel 
weniger ausgeprägt als die stärkeren Winde, bei welchen der Unterschied 
im Sommer und Herbst bis zu zwei Skalentheilen der Beaufort’schen Skala 
hinaufgellt. 
Dafs diese Thatsachen für die Praxis von nicht zu unterschätzender 
Bedeutung sind, bedarf wohl kaum einer weiteren Erörterung. Ich möchte hier 
Dur darauf aufmerksam machen, dafs die Berücksichtigung dieser Verhältnisse 
für die Beurtheilung des Sturmwarnungswesens durchaus geboten erscheint, so 
dafs ein den Hafen verlassendes Fahrzeug gerade bei starken Winden auf 
offener See bis zu 2 Skalentheilen Beaufort’scher Skala gröfsere Windstärken 
antreffen wird, als an der Küste, wenn der Wind seewärts bläst. Dieser Um 
stand ist für die Wirksamkeit des Sturmwarnuugswesens namentlich in Bezug 
auf Fischerei jedenfalls von nicht geringer Bedeutung.
	        
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