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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Tiefseeraessungen etc. ini Stiffen Ocean, 
Tiefseemessungen und Untersuchungen von Bänken und Untiefen 
im Stillen Ocean. 
Wie im Indischen Ocean hat auch im Stillen Ocean das britische Ver 
messungsschiff „Egeria“ unter Kommando des Kapt. Pelham Aldrich eine 
Keihe von Tiefseemessungen ausgeführt. Die ersteren sind im vorigen Jahrgang 
dieser Annalen (1888, Seite 340) wiedergegeben worden, die letzteren folgen 
hier nach einer von der Britischen Admiralität, Hydrographie Department, ge 
machten und dem Hydrographischen Amte übersandten Zusammenstellung. 1 ) 
Dieselben fallen zwischen Nm-Seeland und die Tonga-luschi und bestehen aus 
Lothungen und einzelnen Teuiperaturbestimmungen. 
Ein grofser Theil der Lothungen scheint dazu bestimmt, um über verschiedene 
auf dieser Strecke gemeldete Bänke oder Gefahren für die Schiffahrt, die bisher 
keiner näheren Untersuchung unterworfen sind und über deren Existenz und 
Lage noch Zweifel obwalteten, Aufklärung zu schaffen. So fallen die Lothungen 
6 bis 8 in die Nähe des auf der Karte vermerkten, im Jahre 1877 gemeldeten 
Vibilia Rock; die vorliegende Zusammenstellung enthält zwar keine weiteren 
Erläuterungen, doch läfst sieh aus den erhaltenen großen Tiefen (1801, 1919 
und 1985 Fad.) und dem Fehlen einer weiteren Notiz schliefsen, dafs der Felsen 
nicht gesehen worden ist und vermuthlich auch nicht existirt. 
Lothung 9 und 10 mit 3815 und 3648 m (2087 und 1995 Fad.) Tiefe 
liegen in der Nähe der mit „P. D.“ (Position doubtful) angegebenen Edith- 
und Somme - Untiefen, welche im Jahre 1880 schon einmal ohne Erfolg gesucht 
worden sind. 
Auf der Wolverene-Bank (in der Karte mit H. M. S. „ Woher ene“ 1877 
bezeichnet), auf welcher sich 27 und 40 Fad.-Stellen befinden sollen, wurden an 
zwei Stellen 373 m (204 Fad.) gelothet (No. 17 und 18). 
Die folgende Lothung No. 19 erhält auf der Mc. Leod-Bank anstatt 
der für dieselbe angegebenen Tiefe von 17 Fad. eine solche von 1282 Fad. 
Von hier ab werden die Tiefen bei weiterer Annäherung an die ZW/a-lnselu 
unregelmäfsig. 
Es folgt zunächst die Untersuchung des Pelorus-Riffes und seiner 
Umgebung, dessen Verschwinden resp. Zurüekweichen unter die Oberfläche bis 
in 25 V* m (14 Fad.) Tiefe (Lothung No. 26) konstatirt wurde. Hierüber ist 
bereits in diesen Annalen (1888, Seite 520) berichtet worden. 
Nach Ausführung der Lothung No. 34, welche in die Nähe der Inseln 
Cattau und Ena fällt, nahm die „Egeria“ wieder einen südlichen Kurs, scheinbar 
um einige hier gelegene Bänke zu untersuchen. Die erste Untersuchung galt 
der La Rance - Bank, welche nach der Karte ganz flach und stellenweise 
über Wasser ragen soll, über deren Lage jedoch noch Zweifel bestehen; die 
selbe ist nicht aufgefunden worden; an der für dieselbe angegebenen Stelle 
und ihrer Umgebung wurden Wassertiefen von 510 m (279 Fad.) bis 978 m 
(535 Fad.) gefunden. Ebenso erfolglos war die Forschung nach der von dem 
britischen Schiffe „ Woher ene“ gemeldeten 39 Faden-Stelle (H. M. S. „Wolmr&ne,“ 
1879); es wurden hier 5687 m (3110 Fad.) und 5468 m (2990 Fad.) gelothet 
(Lothung 52 und 53). Auch der Kremhilda-Felsen scheint nicht gefunden zu 
sein, denn bei der für denselben verzeichneten Position wurden Tiefen von 
5283 m (2889 Fad.) und 5552 m (3036 Fad.) konstatirt. Westlich von diesem 
Felsen und der Wolverene-ld&nk traf das Loth zwei Stellen, welche an Tiefe 
alle bisher bekannten Depressionen des südlichen Stillen Oceans übertreffen, 
nämlich 7855 m (4295 Fad.) in 24° 49' S-Br und 175° 7' W-Lg und 8098 m 
(4428 Fad.) in 24° 37' S-Br und 175° 8' W-Lg (vgl. Annalen 1889, S. 87). 
0 „List of Oceanic Depths and Serial Temperature Observations, received at the Admiralty 
during the year 1888“.
	        
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