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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Segelanweisung für Kbor Ambada. Bucht von Tejureh. Golf von Aden. 479 
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Segelanweisung für Khor Ambada. Bucht von Tejureh. 
Golf von Aden. 
(»Notice hydvographiqne“ No. 5. Paris 1888.) 
Die Küste bei Khor Ambada 1 ) wird durch einen Bergrücken gebildet, 
dessen Abhänge sehr steil und zerklüftet in die See abfallcn. Diese Berge 
bestehen aus einer Anhäufung vulkanischen Gesteins von schwärzlicher Färbung. 
In den Zwischenräumen der einzelnen Felsblöcke befindet sich verkrüppeltes 
Strauch- und Buschwerk. Die mittlere Hoho dieses Bergrückens beträgt 85 m, 
und in demselben bildet das Thal mit dem Khor Awitada-Flusse einen grofsen 
Einschnitt. 
Die NO-Einfahrt nach der Rhede von Khor Ambada hat eine Breite von 
ca 700m und die NW-Einfahrt eine solche von ca 550m. 
Der Kommandant des französischen Schiffes „Meteore“ liefs zur Erleichte 
rung des Passirens der beiden Einfahrten zwei dreieckige Kalkflecke an den 
Felsen aubringen, von denen der erste für die NO-Einfahrt am Ufer ca 660 m 
WSW von der östlichen Einfahrtsspitze des Flusses liegt; der zweite, für die 
NW-Einfahrt, liegt innerhalb der Flufemündung, ca 400 m südsüdöstlich der 
selben Spitze. In der NO-Einfahrt ist nur der zuerst erwähnte Ealkfieck zu 
sehen, während in der NW-Einfahrt beide Flecke sichtbar sind. 
Die besten Landmarken für Kfm- Ambada sind zwei kleine Bergspitzen 
in Form von Eselsohren, welche mau aus allen Richtungen über die die Küste 
einfassenden Berge auf ca 10 Sm Abstand sehen kann. Bei gröfeerer Annäherung 
kann man dann leicht die steilen Abhänge erkennen, welche die östliche Ein 
fahrt des Flusses bilden; wegen ihrer schwarzen Färbung sind dieselben jedoch 
nicht bei jeder Beleuchtung gut zu erkennen. 
Wenn man, von Osten kommend, in der Deckpeilung der beiden vorher 
erwähnten Bergspitzen und dem Kap, welches die steilen Abhänge der östlichen 
Flufeeinfahrt begrenzt, sich nähert, so erreicht man die NO-Einfahrt, welche 
man am besten mit rw. S 26° W, auf den ersten Kalkfleck zu haltend, durch- 
steuert. Will man die NW-Einfahrt benutzen, so raufs man auf den zweiten 
Kalkfleek, und zwar rw. S 51° 0, steuern. 
Der beste Ankerplatz liegt ca 370 m nördlich des ersten Kalkfleckes, 
auf 23 m Niedrigwasser, gut haltbarem Saud- und Schlammgrund. Von dieser 
Stelle ans kann man mR den im Flusse landenden Booten durch Signale ver 
kehren. Dieser Ankerplatz bietet zur Zeit beider Monsune einen vorzüglichen 
Aufenthalt, und der Bootsverkehr ist daselbst niemals schwierig. Wenn bei 
Tago heftige NO-Winde geweht haben, ist das Schiff, in den leichten Nacht- 
briesen aufgeschwait, heftigem Rollen unterworfen. Zur Vermeidung dieses 
Uebelstandes kann man auf das ostnordöstlich liegende Kap zu ein Spring be 
festigen. 
Khor Ambada wird sehr viel durch die die Bucht von Tejureh befahren 
den Schiffe, namentlich auch durch Perlfischer besucht, welche daselbst ihren 
Trinkwasservorrath ergänzen. Das Wasser entspringt au mehreren Stellen 
zwischen den ca 1000 m innerhalb der Flufeeinfahrt liegenden Felsblöcken und 
ist von vorzüglicher Qualität. Dieser Ort ist bei Mittelwasser für die Boote 
zugänglich, dagegen werden diese Quellen bei Hochwasser durch die See be 
deckt. Man mnfe das Wasser beim Beginn der Fluth einnehmo», da es dann 
nicht brackig ist. Zu beiden Seiten dieser Stelle, beinahe am Fufee der Ab 
hänge, Hegen zwei kleine, von Wasserpflanzen eingefa&te Seen. Das Wasser 
derselben ist trinkbar, jedoch wegen des Inhaltes au organischen Stoffen nicht 
haltbar. 
Am Ufer des nördlichen dieser Seen wurde im Jahre 1886 der Kom 
mandant des französischen Schiffes „Pinguoin“ mit acht Matrosen durch Ein 
geborene getödtet. 
t) „Gulf of Aden Piiot“, 1887, pag. 70.
	        
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