accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Die Durchsegelnng der Allas-Strafse. 
475 
und blieb auch, bis zur Stärke 5—6 abnehmend und etwas westlich drehend, 
bis zum Aequator stehen. 
Auf Südbreite wurde kein SE-Passat, sondern bis nach Zanzibar hin 
Süd- bis SSW-Winde bis zur Stärke 6 angetroffen. Aufsergewöhnliche Strom 
verhältnisse wurden nicht wabrgenommcn, nur bei Pemba wurde ein 3 bis 5 Sm 
stark laufender NW-Strom beobachtet. 
Oie Durchsegelung der Allas-Strafse. 
Bericht des Kapt. C. v. d. Heyden, von der deutschen Brigg „Albert Reimann“. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Am 14. Juni 1888 sichtete man an Bord des „Albert Reimannauf der 
Reise von New-York nach Makassar, bei mäfsigem Ostwinde und sehr diesiger 
Luft um l h p. m. die Insel Sumbawa. Nachdem man um 6 h p. m. den Tafelberg 
auf der Südwestspitze der genannten Insel in die Peilung WNW und die Berge 
ßesanak in NzCP/aO gebracht hatte, legte man das Schiff mit St-B.-Halsen an 
den Wind, um es während der Nacht östlich vom Eingänge zur Allas-Strafse 
gebend zu halten. Es wehte die Nacht hindurch ein steifer bis stürmischer Ost 
wind, Stärke 7—8; das Wetter war sehr böig mit Regenschauern, und die See 
lief sehr hoch, so dafs nur kleine Segel geführt werden konnten. Nachdem 
das Schiff bis 8 ühr Abends dem Lande zu gelegen hatte, wurde gehalst und 
bis 12 h p. m. südwärts gesteuert, worauf das Schiff wieder über den andern Bug 
gelegt wurde, auf dein es sich um 5 h a. m. den 15. Juni dem Lande bis auf 
3 bis 4 Sm genähert hatte. Bei einer frischen und gleichmäßigen Briese aus 
OzS steuerte man von tun an einen westlichen Kurs längs der Küste nach dem 
Eingänge zur Allas-Strafse. Mit Tagesanbruch, um 6 Uhr, waren die Berge, 
welche man für die von ßesanak hielt, in derselben Peilung wie am Abend zu 
vor, wonach das Schiff, trotz der kleinen Segelführung und gegen alle Voraus 
setzung, während der Nacht keinen Grund nach Westen verloren hatte. Eine 
genauere Orientirung kurz nach Sonnenaufgang bei der jetzt vorhandenen klaren 
Luft ergab, dafs die fraglichen Berge am vorhergehenden Abend verkannt 
worden waren, und dafs man in Wirklichkeit die Berge Dodo und Ropang als 
Peilobjekte benutzt hatte. Hieraus ergab sich, dafs der Sehiffsort am 15. Juni 
um 6 Uhr Morgens ungefähr 36 Sm östlich vom südlichen Eingänge zur Allas- 
Strafse war. 
Nachdem im Laufe des Vormittags bei raäfsiger bis frischer Briese west 
wärts gesegelt worden war, hatte man um 12 Uhr Mittags den Tafelberg, die 
Südwestspitze von Sumbawa, bei einem Abstande von 4 Sm in die Peilung NzW 
gebracht. Beim Einlaufen in die Strafse holte der Wind hei abnehmender 
Stärke allmählich südlicher und wehte somit recht in die Strafse hinein. Um 
27a 1 p. m. peilte die Spitze Ringit auf der Insel Lombok W 3,5 Sm entfernt; 
der Wind war SSE 5, Strömung wurde nicht wahrgenommen. Um 4 h p. m., als 
das Dorf ßaily auf der Insel Lombok in einem Abstande von 2,5 Sm NW peilte, 
lief der Strom langsam in nördlicher RiehtuDg, während gleichzeitig der Wind 
SSE 3 war. Anfangs war es die Absicht, unter dem Dorfe Bally zu ankern, 
da aber Wind und Strömung dem Fortgange des Schiffes förderlich waren, ent- 
schlofs man sich, unter Segel zu bleiben, in der Hoffnung, die Strafse noch vor 
Abend zu klariren. Nachdem jedoch um 6 h p. m. die unter Sumbawa liegende 
Insel Belang in NCP/iO und ßubbel - Eiland in die Peilung SEzS gebracht 
worden war, setzte mit abnehmendem Winde ein südlicher Strom ein, und 
steuerte man deshalb auf SWzW-Kurs nach der Lombok-Seite hinüber, um dort 
zu ankern. Bevor Letzteres ausgeführt werden konnte, frischte indessen der 
Wind gegen 77ä h p. m. bis zur Stärke 5 wieder auf, wodurch ein starker See 
gang und eine furchtbare Stromraselung erzeugt wurden, die ein Ankern nicht
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.