Bemerkungen über I'usan (Broughton). Korea.
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Bemerkungen über Fusan (Broughton). Korea.
Nach einem Berichte des Kommandanten S. M. Knbt. „Iltis“, Kapt.-Lieut.
Ascher, hat der Handel zu Fusan4 bedeutend zugenommen; im Jahre 1888
betrug der Werth der Einfuhr 815 000 Dollars, der der Ausfuhr 671 000 Dollars
und der der Rückausfuhr 39 000 Dollars. Die Anzahl der ausgehenden Schiffe
war 721 mit 94 804 Tons Tragfähigkeit, und die Zolleinnahmen beliefen sich
auf 67 000 Dollars.
Die Haupteinfuhr bestand aus baumwollenen und wollenen Waaren,
Metallen und europäischen Haushaltungs- und Ausstattungsgegenständeu, die
Hauptausfuhr dagegen aus landwirthschaftlichen Erzeugnissen, wie Eier, Bohnen,
Reis und Weizen, in Rohseide, Tang, getrockneten und gesalzenen Fischen und
in Rinderhäuten.
Die Bevölkerung besteht aus 38 Europäern, 2711 Japanern und nach
Schätzung aus ca 27 500 Koreanern, einschliefslich der umliegenden Ortschaften.
Die japanische Ansiedelung hat sich bedeutend vergröfsert, die Strafsen
sind sauber und gut gehalten; in zahlreichen Läden werden alle möglichen
europäischen Gegenstände zu nicht übertrieben hohen Preisen feilgehalteu. Es
giebt daselbst sogar mehrere „Restaurants“ genannte Häuser, in denen Bier
und andere Getränke zu haben sind.
Die Ansteuerung der Bucht ist von See aus so einfach, wie solches im
„China Sea Directory“ Vol, IV, 1884, pag. 119, angegeben ist; in der Bucht
selbst wird die Navigirung durch die im Jahre 1887 in der nördlich gelegenen
chinesischen Ansiedelung Tsau-liang Rai angezündeten Leitfeuer und das Hafeu-
feuer zu Fusan 3 ) sowie die zu derselben Zeit errichteten Seezeichen auf Channel-
und Pimade Rock erheblich erleichtert, so dafs man bei sichtigem Wetter auch
Nachts bis zum Ankerplätze gelangen kann.
Als Ansteuerungsmarke empfiehlt sich nach dem Passiren des Fahrwassers
zwischen Channel- und Pinnacle Rock das japanische Konsulatsgebäude, das
gröfste überhaupt vorhandene, weifse, etwas erhöht liegende Haus, welches auf
der Br. Adm.-Karte No. 1259 (Tit. XI, No. 116) innerhalb der japanischen
Niederlassung durch ein Viereck bezeichnet ist.
Der „Iltis“ ankerte in folgenden Peilungen: Dm- /sfand-Gipfel in SSOVsO
und Channel iiöeA-Bake in ONO J /*0. Der Strom war auf dieser Stelle nicht
bedeutend, ungefähr 1,3 Sm, derselbe nimmt jedoch weiter nach Süden ganz
erheblich zu.
Eine Steinmole, auf deren Kopfe ein grünes festes Feuer brennt, bildet
unmittelbar vor dem Zollamte einen geschützten Bootshafen, innerhalb welchem,
aber nicht immer, ein rothes Laternenfeuer bei der Anlegestelle brennt.
Ein Hospital wird von einem jungen in Deutschland gebildeten Arzte
geleitet; ein bis jetzt nicht in Gebrauch gekommenes Cholera-Lazareth ist auf
Deer Island erbaut.
Die Regierungsgewalt befindet sich io Händen des koreanischen Super
intendent of Trade in Tonquai, ca 10 Sm landeinwärts von Fusan. Die Zölle
stehen unter chinesischer Verwaltung, an deren Spitze zwei europäische Beamte
sich befinden.
Der Hafenmeister, ein Deutscher, weist unter Umständen den Schiffen
den Ankerplatz an.
Befestigungen und Truppeu sind nicht vorhanden; die Sicherheit in der
japanischen Ansiedelung wird, durch 17 japanische Polizeisokiatcn aufrecht
erhalten.
Aufser der japanischen Ansiedelung befindet sich nur noch eine chinesi
sche in der Bucht, ca 1 l /a Sm nördlich von ersterer und kenntlich au der auf
dem Konsulatsgebäude wehenden chinesischen Flagge.
J ) „China Sea Directory“ Part IV, 1884, pag. 117.
*> Vgl. „Naehr. f. Serf.“ 1887, No. 1664, und 1883, No. 1893.