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Bemerkungen über einige Plätze an der Westküste Afrikas.
Auf diesem Platze lag der Kreuzer gut, am besten von allen Plätzen an
der Küste, trotz der namentlich Nachmittags und Abends in der B«fa-Bucht
hochlaufenden Dünung. Am Strande liegen Steine, doch befindet sich vor dem
Bootsschuppen der Woermann’schen Faktorei eine gute Landungsstelle.
Das Wetter war in den Monaten Juli und August angenehm trocken und
dui’ch die frische Seebriese kühl.
3. Campo-Flufs. 1 ) Innerhalb der Linie/SufirZ-Spitze und Campo-Spitze
wurden nicht über 8 m Wasser gefunden, die lOm-Grenze lag 1 Sm aufserhalb
dieser Linie. S. M. Kr. „Habicht“ ankerte in der Peilung: CWpo-Spitze SSW 5 /$W
und Campo - Flufs in SO : y.iÜ in 6 m Wasser, Grund Schlick. Das Fahrzeug
lag also 3 Sm vom Lande ab und war der starken Dünung so ausgesetzt, dafs
der Platz, ohne zu landen, wieder verlassen werden rnufste.
4. Grofs-Batanga. 4 ) Die Anweisung im „Africä Pilot“, Part II, 1884,
Seite 5, zum Ansteuern und Ankern auf der Rhede ist zwar richtig, führt jedoch
auf einen Ankerplatz, welcher für deutsche Kriegsschiffe nieht günstig sein wird,
da die beiden grofsen deutschen Faktoreien, den Firmen Woermann und
Jantzen &Thormählen gehörig, etwa 2 Sm südlicher liegen, als die englische
Faktorei in der Nähe des Wasserfalls. Wenn man mit Hülfe des Elephant-
Berges, wie es in der Segelanweisung angegeben, sich dem Lande so weit ge
nähert hat, dafs man die beiden grofsen deutschen Faktoreien, kenntlich an der
deutschen Flagge, erkennen kann, dampft man parallel der Küste, bis man die
selben quer bat, und ankert auf 10 bis 12 m Wasser.
5. M. Kr. „Habicht“ lag iu den Peilungen: Schwanz des Elephant-
Berges in SO'/sO und Kap Garajam in N0 3 /*N auf 10 m Wasser, Ankergrund
grauer Sand.
Der Landungsplatz befindet sich zwischen beiden Faktoreien, an welcher
Stelle auch stets Boote liegen.
Von Norden kommend, markirfc sich der Wasserfall nördlich von Batanga
ausgezeichnet auf weite Entfernungen. Wie schon in diesen Annalen 1885,
Seite 670, angegeben, ist dieser Wasserfall bei Groß-Batanga der einzige, von
See aus sichtbare an diesem Theile der Küste. Der im „Afriea Pilot“, Seite 5,
angegebene Lovrry-Wasserfall ist nicht zu sehen, doch entspricht dessen Be
schreibung dort dem Wasserfall bei Groß-Batanga.
5. Kribi. Dieser Platz, an welchem sich die grofse Tabaks-Plantage
und das Haus der Kundt’schen Expedition befindet, liegt nicht, wie man an
nehmen sollte, an dem Flusse Kribi (vgl. Karte des deutschen Schutzgebietes
von Kamerun zu den Mittheilungen aus den deutschen Schutzgebieten, Heft II),
sondern an der Mündung des Lo6e-Flusscs (wohl der Lotcrp-Flufs 3 ) der See
karte), etwa 3 Sm nördlich des Bafcwtpa-Wasserfalls.
5. M. Kr. „Habicht“ ankerte in den Peilungen: Banoko - Spitze SzWVzW,
Wasserfall S’/^W und Elephant-Borg (Schwanz) in SSCF/rO auf 10 m Wasser,
Grund schwarzgrauer Sand mit Muscheln. Der Ankerplatz ist ganz offen gegen
den herrschenden Wind und Seegang; gelandet wurde im Brandungsboot des
Kreuzers nach Anweisung eines Eingeborenen.
6. Klein-Batanga ist leicht zu erkennen an den auf einer niedrigen
Landzunge liegenden zwei deutschen Faktoreien, zwischen welchen sich allein
stehend ein hoher Flaggenmast befindet. Man ankert querab etwa mw. WzN
derselben auf 10 bis 12 m Wasser. S. M. Kr. „Habicht“ lag in den Peilungen:
Malimba NW 3 /« W, Kap Garajan SzW 3 /-iW und Mündung des Njong in OSCD/aO,
etwa 3 Sm von Land, auf 8 m Wasser, Grund Schlick.
Es ist für Fremde nicht gerathen, die Barre ohne Assistenz der An
gesessenen zu passiren. Der Vertreter der Firma Woermann, ein Herr
K als er, welcher sich trotz ernsthaften Abrathens am Abende des 6. August
von Bord des Kreuzers an Land begab, ertrank auf der Barre. Derselbe ver-
liefs sich auf seine Kenntnifs der Barre, die Güte seines Bootes und der Boots
besatzung, den hellen Mondschein und das hohe Wasser und konterte doch.
J ) „Afriea Pilot“, Part II, 1884, pag. 8.
*) a. a. 0. pag. 5.
3) a. a. 0. pag. 5.