Die Kompensation der von elektrischen Beleuchtungsanlagen erzeugten. Deviation. 4G9
Aon. d. Hjrdr. etc., 1SS9, Heft XH.
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gröfsere Winkelgeschwindigkeit des Ankers hervorgerufen wird, wenn die Maschine
ihre volle Arbeit leistet. Um diesen Fehler zu entfernen, mufs man die Dynamo
maschine eine möglichst von dem Maximalstrom abweichende Stromstärke ent
wickeln lassen, indem man eine entsprechende Anzahl von Glühlampen aus dem
Stromkreise aussohliefst; die entstandene Deviation ist dann durch Verschiebung
des Elektromagneten mit der dünnen Wickelung aufzuheben. Diese Verschiebung
ruft dann eine neue Deviation bei der vollen Beleuchtung (Maximalstromstärke)
hervor, die durch ein zweekmäfsiges Verstellen des Elektromagneten (mit der
dicken Wickelung) entfernt werden kann.
Ein ein- bis zweimaliges Wechseln der Stromstärke, nebst dem
entsprechendem Verschieben der Elektromagnete, wird genügen, um die Deviation
bis auf einen in der Praxis unschädlichen Werth zu bringen.
Dieser hier beschriebene Kompensator kann auch zur Aufhebung der
von Nebenschlufsmaschinen erzeugten Deviation verwandt werden. Bei den
(einfachen) Dynamomaschinen (nur mit dicker, in dem Stromkreise liegender
Wickelung) wird in den meisten Fällen nur ein Elektromagoet mit dicker
Wickelung zur Aufhebung der Deviation genügen.
Die Resultate der Aufhebung der Deviation auf der Kaiserlich
russischen Yacht „Dershawa“. Im Jahre 1886 gelang es uns nicht, die
von den Dynamomaschinen erzeugte Deviation aufzuheben, weil die Yacht nach
Kopenhagen entsendet wurde und gleich nach ihrer Rückkehr der Befehl zur
Abrüstung gegeben wurde.
Erst am 31. Mai/12. Juni 1887 war es uns möglich, den Elektromagneten
mit der dicken Wickelung zur Aufhebung der „veränderlichen Kraft“ einzu-
stellcn. Am 7./19. Juni wurde die „beständige Kraft“ vermittelst der Elektro
magnete mit der dünnen Wickelung aufgehoben. Gleich nach der Aufhebung
der von der linken Dynamomaschine erzeugten Deviation gelang es uns, einige
Peilungen zu nehmen: Auf den Kursen zwischen S2°W bis S^lFbei der
Stromstärke von 35 bis 86 Ampère wurde die Isaaks-Kathedrale in St. Petersburg
gepeilt, die Peilungen schwankten zwischen N86° 50' 0 und N87° 40' 0. Bald
darauf nahm die Yacht den Kurs von S 42° 0 bis S 41° 0 ein. Die Verände
rung der Stromstärke von 57 bis 86 Ampère rief keine bemerkenswerthe Deviation
hervor, dagegen veränderte sieh die Richtkraft bei diesen Stromschwankungen
von 120,0 bis 117,3 Deflektoreinheiten,
Am 1./13. Juli gelang cs dem ältesten Steuermann der Yacht, Herrn
Marine-Lieutenant N. M. Jakowleff, folgende Beobachtungen, ohne Einwirkung
der Dynamomaschine und bei voller elektrischer Beleuchtung der Yacht 1 )
(Stromstärke — 100 bis 125 Ampère) vorzunehmen:
Г
| Kompafe-
knrse
Deviation
ohne
Beleuchtung
Deviation
während
der
Beleuchtung
К
+ 2° 20'
— 5*00'
NO
4-8° 50'
-t- 4° 00'
0
4- 2° 20'
-f- 1°00'
SO
4- 2° 00'
4- 0° 10'
s
-f 5° 10'
4- 8 ° 00'
SW
+ 8^ 30'
+11° 15'
w
-hl° 40'
4- 1°10'
NW
— 4° 10'
— 7° 00'
i) Im Jahre 1887 erhielt die Yacht »Uvrshavoa? einen neuen Deflektor; die vermittelst dieses
Deflektors an einem eisenfreien Orte gemessene Richtkraft betrug 119,7 Deflcktoremheiten.
119.7
Demnach war die „beständige Kraft“ = 55.0 x = ^1,63 Deflektoreinheiten,
119.7
die „veränderliche Kraft“ 80,251 x — 33,90 ,,