accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

1 
Ann. d. Hydr. etc., XVII. Jalirg. (1889), Heft XII. 
461 
Die Kompensation der von elektrischen Beleuchtungsanlagen 
erzeugten Deviation. 
Von K. Dobroif. 
Hierzu Tafel 18 und 19. 
Einleitung. Ira Jahre 1886 erhielt die Kaiserlich russische Yacht 
„Dershcma“ eine elektrische Beleuchtungseinrichtung. 
Diese Beleuchtungsanlage rief auf dem zumeist gebrauchten Steuerkompasse 
oine Deviation (bis 25°) hervor, die je nach der eingeschalteten Anzahl der 
Glühlampen einen sehr veränderlichen Werth hatte; besonders zeigte sich der 
schädlicho Einfiufs dann, wenn die Dynamomaschinen angelassen oder die Zahl 
der brennenden Lampen plötzlich verändert wurde —• die Kompafsrose kam 
dadurch in grofse Schwankungen und beruhigte sich erst nach längerer Zeit. 
Die von der elektrischen Beleuchtungsanlage hervorgerufene Deviation 
mit gewöhnlichen Mitteln (Magneten etc.) aufzuheben, war unmöglich; einen 
anderen Ort für die Aufstellung der Dynamomaschine oder des Steuerhauses 
mit dem Kompasse zu finden, was das Einfachste gewesen wäre, gestatteten die 
Räumlichkeiten der Yacht nicht, so blieb nichts anderes übrig, als den Einfiufs 
der Dynamomaschinen auf den Kompafs genauer zu untersuchen und womöglich 
Mittel* zu finden, um diese schädlichen Einwirkungen auf den Steuerkompafs 
der Kaiserlich russischen Yacht „Dershawa“ aufzuheben. 
Da ich mich schon früher mit ähnlichen Arbeiten beschäftigt hatte, so 
forderte mich der Herr Oberst de Collongue auf, bei dieser ihm vom Marine- 
Ministerium übertragenen Arbeit behülflieh zu sein. 
Nach mehreren mifslungenen Versuchen gelang es uns, an einem vom 
Wetter begünstigten Tage, im August 1886, eine Reihe von Beobachtungen 
anzustellen, aus denen es sich erwies, dafs auf den Kompafs zwei verschiedene 
magnetische Kräfte, eine veränderliche und eine gewissermafsen beständige 
Kraft, die theilweise direkt den Dynamomaschinen und den Magistralkabeln der 
Beleuchtungsanlage, theilweise der durch Induktion in den Dampfmaschinen, dem 
Dampfsteuerappai'ate, sowie in dem naheliegenden Schiffseisen hervorgerufenen 
magnetischen Kraft zuzuschreiben war, einwirken. 
Die veränderliche magnetische Kraft entsprach der in der Gesammtkette 
(der Dynamomaschinen und der Magistralkabel) geleisteten magnetischen Ar 
beit und war demnächst der von den Dynamomaschinen geleisteten Stromstärke 
(Ampère) proportional. Die beständige Kraft konnte als durch den Strom im 
Nebenschlufs (shunt) der Dynamomaschinen erzeugt angesehen werden, dieselbe 
hing demzufolge von der Gröfse der elektromotorischen Kraft (Spannung, 
Volt) ab. 
Die von der elektrischen Beleuchtungsanlage erzeugte Deviation konnte 
erst im Jahre 1887 kompensirt werden, da die Yacht Ende August 1886 nach 
Kopenhagen entsendet wurde und dieselbe gleich nach der Rückkehr den Befehl 
zur Abrüstung erhielt. 
Zur Aufhebung wurden Elektromagnete, die von den Dynamos ihren 
Strom erhielten, verwendet, und zwar wurde versuchsweise nur die Deviation, 
welche von der linken Dynamomaschine hervorgerufen wurde, aufgehoben. Der 
veränderlichen Kraft wurde vermittelst eines Elektromagneten von geringem 
Widerstande entgegengearbeitet, der in eine Abzweigung der Magistrale ein 
geschaltet war. Die beständige Kraft wurde durch einen Elektromagneten von
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.