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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Kleine Notizen. 
3. (D. S.) Aufsergewöhnliche Witterung auf der Rhede von 
Akyab. Aus dem meteorologischen Journal der deutschen Bark „Richard 
RickmersKapt. H. Andresen. 
„Am 27. Januar 1888 um 12 Uhr Nachts ankerten wir auf der Rhede 
von Akyab. In der Bai von Bengalen hatten wir wenig oder keinen Strom 
beobachtet, nur am letzten Tage fand eine bedeutende südliche Versetzung 
statt. Am folgenden Tage, zur Zeit des Sonnenunterganges, wehte es boi 
diesiger Luft mit der Stärke 5 aus SSE. Um 8 h p. m. zog eine dicke Luft von 
Norden her über Akyab herauf, und die beiden Lootsen, welche um diese Zeit an 
Bord kamen, zweifelten daran, das Schiff mit Sicherheit einbringen zu können. 
Um 10 Uhr hatte der Wind bereits von SSW die Stärke 7 erreicht; im Süden war 
es immer noch klar, aber nach Norden hin konnte man wegen der dicken Luft 
keine Seemeile weit sohen. Um li h p. m. ging der Anker mit 145 m (80 Faden) 
Kette durch; wir liefsen daher den zweiten Anker fallen und hatten auf diesen 
etwa 82 m (45 Faden) Kette auszustecken, bevor beide Anker hielten. Um 
12 h p. m. brach das Unwetter, welches sich angezeigt hatte, herein. Eine 
fürchterliche Böe von der Windstärke 9—10 und von strömendem Regen, Blitz 
und Donner begleitet, kam von W herüber und brachte das Schiff abermals ins 
Treiben. Beide Ketten mufsten auf ihr Ende ansgesteckt werden, bevor das 
Schiff wieder zum Stillliegen kam. Um l h a. m. brach sich die Luft und um 
7 h a. m. am 29. Januar war das Wetter, bei einem frischen NW-Winde, wieder 
schön. Der Sturm hatte in der kurzen Zeit eine sehr hohe See aufgeworfen, 
und die Lootsen waren nicht wenig besorgt für di© Sicherheit des Schiffes. 
Diese aufsergewöhnliche Witteningserscheinung ist besonders auffällig durch die 
Jahreszeit ihres Auftretens, und erklärten die Lootsen, im Januar noch nie 
etwas Derartiges erlebt zu haben.“ 
Aus der Aenderung des Windes ist zu folgern, dafs eine barometrische 
Depression in nordöstlicher Richtung bei der Rhede von Akyab vorbeizog, und 
zwar diese auf der Südseite ihrer Bahn liegen lassend. 
4. (D. S.) Ueber das Abflauen des Passates in Lee der Insel 
St. Antonio (Kap Verden) findet sich in dem meteorologischen Journale 
der deutschen Bark „LevuhaKapt. A. Hansi, folgende Bemerkung: 
„Mit Tagesanbruch, den 28. Januar 1887, erblickten wir, von Norden 
kommend, die Insel St. Antonio und steuerten dann so, dafs wir in einem west 
lichen Abstande von 12 Sm von derselben passiren mufsten. Der Passat war steif 
bis stürmisch. Voraus befanden sich drei Schiffe, welchen wir rasch aufliefen, 
wodurch ich zu der Annahme kam, dafs diese Schiffe nur eine flaue Briese haben 
mufsten, und liefs ich deshalb etwas westlicher, rw. SW steuern. Als die Insel 
NO peilte, wurde es indessen auch bei uns plötzlich windstill, und mufsten wir 
bis 3 h p. m. recht nach Westen steuern, bevor wir wieder einen frischen regel- 
mäfäigeu Passat erhielten. Ich habe dieselbe Erfahrung schon mehrere Male 
gemacht, und möchte daher jedem Schiffsführer, der die Insel St. Antonio 
wegen einer Kontrolirung seines Chronometerganges aulaufen will, empfehlen, 
sobald dieser Zweck erreicht ist, gut westwärts wegzuhalten, ehe man das Land 
nördlich von 0 gebracht hat. Durch diesen kleinen Umweg wird man in der 
Regel an Zeit gewinnen. Ich habe die Insel fast zu allen Jahreszeiten im Dies 
(Dunst) liegen gesehen und mufsto mich derselben fast immer bis auf eine Ent 
fernung von 15 bis 20 Sm nähern, bevor die(erforderlichen Peilungen angestellt 
■werden konnten.“ 
5. (D. S.) Ueber eine auffällige Erscheinung an der Meeres 
oberfläche berichtet derselbe Kapitän das Folgende: 
„Auf der Reise von Auckland nach Apia erblickten wir am 2. Juni 1887 
um ll h p. m. auf 21° 24' S-Br und 171° 34' W-Lg bei schwachem westlichen 
Winde, der fast bis zur Windstille herabsank, und hellem Mondschein auf dem 
Wasser eine helle Fläche von etwa 90 m (300 Fufs) Länge und etwas nördlicher 
eine zweite, fast ebenso helle Fläche von etwa 240 m (800 Fnfs) Länge, welche 
beide etwa 6 m (20 Fufs) breit zu sein schienen und sich von mifsweisend SzW 
nach NzO erstreckten. Während die Mannschaft noch damit beschäftigt war, 
das Loth fertig zu machen, gewahrte ich recht voraus dieselbe Erscheinung, 
und da es zum Abhalten zu spät war, liefs ich das Schiff durch den Wind 
drehen. Eine angestellte Lothung ergab mit 64 in (35 Faden) keinen Grund.
	        
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