448
Die Küste von Ataeamä, Chile.
beiden, 225 m in SSÖ von ihr liegenden kleinen weifsen Inseln fallt sie sehr
In die Augen, wenn man die Küste entlang fährt. Die Küste zwischen Gopaca
und Punta Alala ist unrein und mit Seetang eingefafst. Vor der Landspitze
brandet das Meer an verschiedenen Stellen. Die Bucht Alala liegt an der
NO-Seite der gleichnamigen Landspitze. Sie ist klein, hat sandigen Strand und
eine gute Landestelle. In ihrer Nähe sind einige Brunnen mit sehr gutem
Wasser.
Punta Agua Dulce liegt 2,7 Sm N 3° W von Alala. Die nicht sehr
hohe Landspitze liegt in der Verlängerungslinie einer Reihe von Bergen. Sie
ist von vielen Spalten und engen Schluchten durchsetzt, von denen sich mehrere
bis unter den Meeresspiegel i'ortsotzen, In einer derselben befindet sich ein
Landungsplatz, dessen Benutzung jedoch nur bei ruhiger See möglich ist. In
NO der Landspitze und nur 5 m vom Strande entfernt findet sieh Wasser.
Punta und Oaleta Bianca. Dio Landspitze liegt 5,3 Sm in N 6° W
von Punta Agua Dulce. Sie ist von weifslicher Färbe, niedrig und von einigen
wenig hervorragenden Klippen umgeben. In NO derselben befindet sich die
kleine Bucht Bianca. Diese ist von geringer Wichtigkeit und wird nur von
denjenigen Schiffen besucht, welche das am Strande gelagerte Kupfererz zu
verschiffen haben. Das Erz kommt aus den Minen des Thaies Bianca, von
welchem ein Karrenweg nach der Bucht führt. Lebensmittel und andere Be
dürfnisse sind nicht zu haben, das Wasser wird von Agua Dulce geholt. Gegen-
wärtig wohnen nur einige Cbangos-lndianor dort, welche vom Fischfang leben.
Die Küste zwischen den Landspitzen Agua Dulce und Bianca ist steil
und unrein. In ihrer Mitte befindet sich ein mittelmäfsiger Ankerplatz, Caleta
Viuda genannt, welcher jedoch von keiner Wichtigkeit ist.
Punta Algodonales liegt 5 Sm nördlich von Punta Bianca. Es ist
eine längliche, mit Hügelchen bedeckte Landspitze, deren Umgebung frei von
Untiefen ist. Die Küste zwischen ihr und Punta Bianca ist sehr felsig und
steil. In der Mitte derselben liegt eine Stelle voller Felsen, welche Colombiaca
genannt wird. Etwas nördlich von Punta Algodonales befindet sich der un
wichtige Landungsplatz Salto de la Cruz. Das Land hinter der Küste ist hoch
und mit einer horizontalen kupferrothen Schicht bedeckt, durch welche es sich
von dem benachbarten Gelände unterscheidet.
Puerto de Tocopilla. Dieser Hafen liegt in NO von Punta Algodonales.
Er ist offen und hat 2,5 Kabllg. vom Laude einen Ankerplatz mit 20 bis 30 in
Wasser. Dio Häuser von Tocopilla sind von Holz und einige mit einem Stock
werk versehen. Es hatte 1885 4000 Einwohner, meistens Chilenen, aber auch
viele Bolivianer. Der im südlichen Theile des Hafens zwischen der Landungs
mole für Passagiere und Punta Algodonales stehende Flaggenmast der Dampfer
kompagnie befindet sich in 22° 4' 59,6" S-Br und 70° 12' 39,2" W-Lg. Die
Mifsweisung war im April 1885 11° 28' Ost, Die Hafenzeit ist 9 11 36“, und
das Wasser steigt in den Syzygien 1,2 m. Die Schiffe können aufser Trink
wasser, welches zwei Destillirmaschinen liefern, einige Lebensmittel und Schiffs
bedürfnisse, jedoch zu relativ hohen Preisen, bekommen. Englische und chile
nische Steinkohlen sind zu mäfsigen Preisen zu haben. In der Stadt ist ein
Telegraphenamt, das mit den im Norden und Süden Chile’s gelegenen Haupt
orten in Verbindung steht, ein Hospital, in welchem Kranke unentgeltlich auf
genommen werden, und ein Lazareth für Pockenkranke.
Tocopilla ist das wichtigste Minencentrum der zwischen Mejülones uud
dem Flusse Loa liegenden Küste. Es sind daselbst die drei Kupferaehmelzereien
Bellavista, Buenamsta und Tocopilla. In dem Distrikte, dessen Hauptort die
Stadt ist, liegen 16 Kupferbergwerke, welche jährlich gegen 18 Millionen
Kupfererz zu Tage fördern. Außerdem werden noch 10 Minen oberflächlich
bearbeitet. Das Erz enthält im Durchschnitt 17 % reines Kupfer.
Von der Stadt laufen drei Hauptwege nach verschiedenen Richtungen.
Der eine längs der Küste, von Nord nach Süd gehende, ist ein Reitweg, die
beiden anderen sind Fahrwege, von denen einer durch das Thal Tocopilla über
die Hochebene nach dem Flusse Loa und den daselbst liegenden Minen bis
Calamo, der andere nach den bedeutenden Salpeterminen Toco führt. Üeber
Tocopilla findet ein lebhafter Verkehr mit Bolivia statt.