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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Die Küste von Atacama, Chile. 
so kann man sich nach diesen richten, ist dies aber der Fall, wenn man sich 
der Küste nähert, so können die beiden bei Punta Guasilla (Fähe Point der 
englischen Karte) liegenden Inselcheo, welche wegen ihrer weífsén Gipfel leicht 
erkennbar sind, zur Auffindung der Rhede dienen. Kommt man von Norden, 
so steuere maD, sobald man die Kirche von Cobija in Sicht bekommt, ’auf die 
selbe za. Gegenwärtig existirt weder ein Leuchtfeuer noch ein Flaggenmast 
auf Punta Cobija, wie einige Segelhandbücher und nautische Publikationen an 
geben. Die genannte Landspitze ist daher Nachts nicht leicht zu erkenneri. 
Die Stadt Cobija hat vier von West nach Ost und drei von Nord nach 
Süd laufende Strafsen und mit hellen Farben angestrichene hölzerne Häuser. 
Dieselben haben nur ein Erdgeschofs. Aufser der katholischen Kirche, einem 
neuen Gebäude mit pyramidenförmigem Thurm, sind keine in die Augen fallen 
den Gebäude vorhanden. Die Stadt hatte im Jahre 1888 ohne die Arbeiter 
der in der Nähe liegenden Bergwerke etwa 2000 Einwohner, von denen die 
meisten Chilenen waren. Der Handel von Cobija hat, als es noch zu Bolivia 
f ehörte, durch die häufigen Revolutionen dieses: Landes und später durch die 
ehwäiikungen der Minen-Unterttehmungcn, sowie die furchtbaren Erdbeben 
am 13. August 1868 und am 9. Mai 1879 sehr gelitten. Das letztere Erd 
beben war auch für die Stadt verhängnifsvoll; nicht allein stürzten viele Häuser 
ein, sondern die nahe dem Meere liegenden Häuser und die Mole wurden von 
einer gewaltigen Fluthwelle fortgerissec. Cobija hat eine Telegraphenstation, 
welche mit dem Norden und Süden Chile’» verbunden ist. Frisches Wasser ist 
nur spärlich im Osten des Thaies La» Cañas vorhanden, und fast alles zum 
Trinken und bäusliehen Gebrauch erforderliche Wasser wird durch Destillation 
des Seewassers erhalten. Für die Bausthiere wird es aus den Brunnen von 
Algarrobo entnommen, welche 2 km von Gobija entfernt in der Nähe des Meeres 
ufers liegen. Lebensmittel und andere Bedürfnisse bringen die in Cobija regel- 
mäfsig e.inlaiifenden Dampfer von Coquimbo;. Valparaiso und anderen im Süden 
gelegenen Orten. Es dürfen daher die nach Cobija kommenden Schiffe nicht 
darauf rechnen, sich hier mit Lebensmitteln und anderen Sehiffshedürfnissen 
ausrüsten zu können. 
Cobija ist durch einen Fahrweg mit dem nördlich gelegenen Orte Gatico 
und der Bucht Gucmillo del Sur verbunden. Derselbe wendet sich östlich nach 
der Hochebene, wo er sieh in zwei Wege theilt, die nach verschiedenen Minen- 
c.entren führen. Aufser diesen beiden, von zweiräderigen Wagen benutzbaren 
Wegen giebt es noch verschied ene Reitwege, welche zu mehreren Minen führen, 
und einen Reitweg, der die Küste entlang läuft. 
Punta und Rada de Gatico. Dio Landspitze Gatico liegt 4 Sm in 
N 20° 0 von Punta Cobija. Sie ißt felsig und entsendet bis zu 2Ö00m Ent 
fernung einige Klippen. Zwischen Punta Cobija und Punta Gatico liegt «och 
eine Landspitze, Punta de Gmcaehe genannt, an deren NO-Seito sieh ein 
Landungsplatz befindet. Die Rhede von Gatico liegt in NO der gleichnamigen 
Landspitze, hat eine Breite von 3 Sm und eine Tiefe von 1 Sm. Sie ist offen, 
hat aber einen guten Ankerplatz, 2,5 Kabllg. in WNW der Mole, mit 24 m 
Wasser und einem aus Sand und kleinen Muscheln bestehenden Grunde. Etwas 
südlich davon ist der Grund steinig und gefährlich für die Anker. Der kleine 
Ort Gatico liegt in der Nähe des Strandes; er hat nur eine von NO nach SW 
laufende, aber breite und 7ÖOm lange Strafse. Die hölzernen Häuser haben 
nur ein Erdgeschofs. Lebensmittel und Schiffsbedürfnisso sind hier nicht zu 
bekommen oder, falls einige zu haben sein sollten, sehr theuer. Zur Einschiffung 
der Kupfererze dient eine gute eiserne Mole mit Dampfkrahn und einem Schienen 
wege. Der Handel beschränkt sich fast nur auf den Yerkauf der Kupfererze, 
welche in den zahlreichen Minen der Umgegend, namentlich in denen von Gatico 
und Punta Grande, gewonnen werden. Die Erze werden nach Lota verschifft, 
wo sie geschmolzen werden. 
Punta Grande liegt 5,5 Sm in N6° W von Punta Cobija. Diese Land 
spitze ist an den auf ihr gelegenen abgeplatteten Bügeln erkenntlich. Sie ist 
umgeben von verschiedenen Insolcben und Klippen, welche sieh bis 1 km see 
wärts erstrecken. Mehrere zwischen denselben liegende Landungsplätze werden 
von den Fischern benutzt. Die Küste ist bis zu einer Entfernung von nahezu 
1 Sm von der Landspitze unrein.
	        
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