Die Küste von Atacama, Chile. 443
entfernt von der Küste als die Insel Lagarto. In ihrer nächsten Umgebung
nach See hin sind 7 bis 8 m Tiefen mit steinigem Grund.
Caleta Bandurria. Von Punta Lagarto läuft die Küstenlinie in der
Richtung N17°0 ca 2,5 Sm bis zu der kleinen Bucht Bandurria. Die Küste
ist wie vorher nicht hoch, wird aber von hier ab höher. Caleta Banduma hat
keinen geschützten Ankerplatz und wird nur von Fischern aufgesucht, welche
von Nord her zwischen Felsen einfahren, Rings um die Bucht steigt das Land
steil auf und bildet in einiger Entfernung ein grofses Plateau, auf welchem sich
der Berg Bandurria, nach welchem die Bucht benannt ist, erhebt.
Yon Caleta Bandurria bis zur Bucht Herradura de Mejillones ist die
Küste hoch und fällt stell zum Meere ab. Hinter derselben ist das Land von
fast senkrechten tiefen Sehluchten durchschnitten. Die Küstenlinie läuft zuerst
2 Sm NW und dann 3 Sm N15° W bis Punta Jorjino.
Punta Jorjino. Diese Landspitze liegt Nl2°W von Punta Lagarto.
Sie hat eine abgerundete Gestalt und bildet das Westende des Berges Jorjino.
Vor derselben liegen keine Klippen.
Von Punta Jorjino wendet sich die Küste zuerst 1,8 Sm nach Nord und
dann 1,5 Sm nach N 35° 0. Hier bildet sie die Bucht Caleta Herradura de
Mejillones.
Caleta Herradura de Mejillones hat, wie ihr Name sagt, die Form
eines Hufeisens, ist vor den Winden aus Süd geschützt und hat Raum für
gröfsere Schiffe. Der Grund ist felsig, und variirt die Tiefe zwischen 25 m am
Eingang bis 12 m im Innern der Bucht, Die Ufer, an denen gewöhnlich keine
Brandung ist, bestehen aus Sand und Kies und sind von steilen, ca 60 m hohen
Abhängen umgeben, welehe den Zugang zum dahinter liegenden Lande unmöglich
machen. Die Bucht wird von den Fischern Herradura de Choros und von
Anderen Herradura Grande genannt, um sie von der südlicher gelegenen kleinen
Bucht Herradura Chica zu unterscheiden. In letzterer können nur Boote bei
ruhiger See einlaufen.
Im westlichen Theil der Caleta Herradura de Mejillones befindet sich
eine Untiefe von geringer Ausdehuung, auf welcher Seetang wächst und das
Meer brandet. Auf der Hochebene im Süden der Caleta, sowie an den im
Osten liegenden Abhängen sieht man grofse Gypslager, welche bisher noch
nicht ausgebeutet wurden.
Von Caleta Herradura läuft die Küstenlinie 7 Sm N 13° 0 bis zur Land
spitze Lobería. Auf dieser Strecke sind die Ufer steil und ohne Landungsplatz,
aber frei von Gefahren. Punta Lobería ist ein wenig vorspringender, platter
Fels von abgerundeter Form, auf welchem sich gewöhnlich viele Robben auf
halten. In der Nähe der Landspitze ist eine Landungsstelle, welche zuwoilen
von Fischern und Robbenjägern benutzt wird.
Punta Baja {Low Point der Karten) liegt 1,5 Sm nördlich von Punta
Lobería. Punta Baja ist von Klippen und Inselchen umgeben.
Punta An gamos. Zwischen der vorigen und dieser Landspitze hat die
Küste die Richtung N 32° 0 und eine Längenausdehnung von 5,2 Sin. Sie ist
steil und felsig. Vor ihr liegen verschiedene Klippen, von denen eine, die
sogenannte Piedra parada, einer Säule ähnelt und sich 15 m über den Meeres
spiegel erhebt. An einigen Stellen der Landspitze kann man bei ruhiger See
landen. Punta Angarrios ist ca 300 m hoch und mit Guano bedeckt. Die Ab
hänge dieser Landspitze sind gelblich weifs. Einen Kilometer von derselben
entfernt liegt in N 60° W die kleine Insel Blanco, welche von mehreren Klippen
umgeben ist. Zwischen dieser Insel und der Küste können Boote nur bei
ruhiger See passiren.
Die blinde Klippe Abtao. Sie liegt NNW, 640m von der Insel
Blanco und hat nur 3,6 in Wasser, während die Tiefen in ihrer nächsten Um
gebung 14 bis 15 m betragen. Zwischen ihr und der Küste befinden sich noch
mehrere andere blinde Klippen, welche jedoch weniger gefährlich sind. Eine
derselben liegt in Süd der Klippe Abtao, 320 m von ihr entfernt. Auf dieser
sind 9m Wasser. Eine andere, lim unter Wasser, befindet sich in S39°.W,
380 m von der Klippe Abtao entfernt. Zwischen diesen Klippen und der Insel
Blanco liegt ein Felsen, dessen Spitze über dem Meeresspiegel hervorragt.
4*