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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Die Küste von Atacama, Chile. 
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Da die Bucht sehr fischreich ist, wird sie oft von Fischern aus Anto- 
fagasta besucht. Die Umgegend ist öde und unbewohnt. Ueberreste von Gräbern 
lassen jedoch vermuthen, dafs in früheren Zeiten Indianer in der Nachbarschaft 
ihre Wohnsitze hatten. Wasser ist nicht vorhanden und mufs von dem „Aguada 
del Moreno“ genannten Wasserplatze geholt werden, welcher zu Lande ungefähr 
5,5 km entfernt ist. 
Von Punta Jage aus wendet sich die Küste nach N 78° W. Sie ist felsig 
und wegen der starken Brandung unzugänglich, aber frei von blinden Klippen 
und Untiefen. 
Aguada del Moreno ist 2,5 Sm von Punta Jorje entfernt. Der so 
benannte Ort ist eine Höhle am Fufse des Berges Moreno, bei welcher man nur, 
wenn ruhige See ist, landen kann, weil dies nur an eiuer zwischen Klippen 
liegenden Stelle möglich ist. Von See aus gesehen gleicht die Oefluung der 
Höhle einem schwarzen Fleck an den Felsen, wodurch ihre Lage in ziemlicher 
Entfernung erkennbar ist, auch befinden sich daselbst die geschwärzten Ueber 
reste eines Hauses. Ihr Eingang, dessen Sohle ungefähr im Niveau des höchsten 
Hochwassers liegt, ist 6 bis 7 m hoch und 5 m breit. Nach innen steigt die 
Höhle und wird allmählich enger. Ihre Länge beträgt 10 bis 12 in. Das 
Wasser tropft überall von den Wänden und der Decke und sammelt sich in 
einem mit einer eisernen Röhre versehenen Brunnen. Derselbe kann nach den 
im März 1885 gemachten Beobachtungen in 24 Stunden ca 35001 liefern, soll 
aber nach Aussage der Fischer und Minenarbeiter in den Monaten Mai und 
Juni nur wenig Wasser enthalten. Das Wasser ist etwas salzhaltig, doch soll 
das von der Decke der Höhle herabtropfende nur sehr geringen Salzgeschmack 
haben. 
Punta Tetas. Die Landspitze hat ihren Namen von den beiden nördlich 
von ihr Hegenden kegelförmigen Hügeln Tetas, welche bereits erwähnt wurden. 
Der nördlichste derselben ist der höhere. Da sie ihrer Form wegen in die 
Augen fallen, können sie als Landmarke dienen. Die Landspitze Tetas ist der 
südliche Fufs dos Berges Moreno und liegt nach Süden hin, nicht nach SW, 
wie die Karten angeben. Der Weg an der Küste entfernt sieh bei Punta Tetas 
vom Meere, zieht sich durch die zwischen dieser Landspitze und der Bucht 
Errázuriz liegende kleine Halbinsel und geht dann als schmaler Pfad in einer 
steilen Schlucht wieder abwärts nach der Küste. 
Die Küste zwischen Aguada del Moreno und Punta Tetas ist sehr felsig, 
aber frei von Gefahren; 1 Sm westlich von der genannten Landspitze beträgt 
die Tiefe 68 bis 75 m. Der Grund besteht aus Felsen und Schlamm. 
Ungefähr 1,5 Sm in N 10° W von Punta Tetas liegt die kleine Bucht 
Caleta Barrancas, in der man lauden kann. Sie wird nur von Fischern besucht. 
In ihrer Nähe liegen einige blinde Klippen, aber 2 Kabllg. von der Küste kann 
man in 40 und 50 m Wasser ankern und ist hier vor Seegang und den süd 
lichen Winden geschützt. 1,5 Kabllg. vom Lande sind 18 "bis 23m und 
0,5 Kabllg. weiter ab 55 m Tiefe, Der Grund besteht aus Sand und Steinen. 
Von Caleta Barrancas wendet sich die Küste erst 2 Sm nach Nord, 
hierauf 6 Kabllg. nach Ost und schliefslieh 1 Sm nach Süd zur Bucht Errázuriz. 
Caleta Errázuriz bietet Schiffen jeder Gröfse guten Schutz. Die Bucht 
ist rein und hat 2 Kabllg. vom Ufer Tiefen von 18 bis 15 m. Der Landungs 
platz befindet sich gegenüber dem vorhin erwähnten Pfade, welcher von den 
Beigen herabfuhrt. Beim Einsegeln darf man sich der Westspitze der Bucht 
nicht nähern, weil 200 m im Norden derselben zwei kaum über das Wasser 
hervorragende Klippen liegen, von welchen aus sich eine Untiefe nach dem 
Lande hin erstreckt. Die Umgebungen der Bucht sind ganz öde und vege 
tationslos, aber die Bucht ist sehr fischreich und wird daher oft von Fischern 
besucht. 
Puerto de Constitución de Mejillones, eine ungefähr 4Sm nördlich 
von Caleta Errázuriz und N 6° W 5 Sm von Punta Tetas liegende Bai. Sie 
hat einen guten Ankerplatz, welcher durch die Insel Santa Maria vor dem 
Seegang aus Süd und SW geschützt ist. Die Insel, welche auf der englischen 
Seekarte No. 1277 (Tit. XII No. 35) Forsyth-Insel genannt wird, bat eine Länge 
von 1,1 Sm und eine Maximalbreite von 0,8 Sm. Ihr nördlicher Theil ist 
niedriger als ihr südlicher, dessen höchster Punkt sich ungefähr 90 m über den 
Аша, d. Hydr. etc., 1SS9, Heft XL 4
	        
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