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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Die Küste von Atacares. Chile. 
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bis gegen 10 Uhr Vonnittags. Dann beginnt der Seewind und hält bis gegen 
Sonnenuntergang an. Je später sieh derselbe einstellt, desto schwächer und 
von kürzerer Dauer ist er. Auf See, in einiger Entfernung von der Küste tritt 
nach Aulhören des Terral Windstille von längerer oder kürzerer Däner ein, 
und von März bis November ist oft gegen Morgen bis 10 oder 11 Uhr Vor 
mittags Windstille. Nach Sonnenuntergang weht während dieser Zeit der Terral 
häufig als leichte Briese, welche zwischen NO und Nord schwankt. 
Die beiden Winde treten selten mit greiser Stärke auf; im Allgemeinen 
ist der Terral kräftiger als der Virazón. Zwischen Punta Tetas und der Bucht 
Constitución, namentlich in letzterer, ist zuweilen der Wind ziemlich heftig, be 
sonders des Nachts, zu welcher Zeit auch plötzliche Windstöfse, Paracas genannt, 
von den Bergen Moreno und Mejillones herabkommen. 
Die Küste wird sehr oft von Erdbeben heimgesucht, die zuweilen von 
gewaltigen Fluthwellen begleitet sind, welche greise Verheerungen anriehten. 
Der Strom läuft in der Nähe der Küste nördlich mit einer mittleren 
Geschwindigkeit von 3 /* Sm in der Stunde, welche zuweilen eine solche von 
1 Stn erreicht. Im Allgemeinen ist die Stromgeschwiudigkeit dicht an der 
Küste, namentlich bei den Landspitzen, gröfser als weiter aufseit. Die Gezeiten 
strömungen sind schwach und setzen fast nirgends nach der Küste hin. Die 
Temperatur des Oberflächenwassers ist nicht sehr von der der Luft 
verschieden. Iß der 6’äm£>«-Jßucht wurden vom chilenischen Kanonenboot 
„Pilcomo.yo“ im März 1885 folgende Temperaturen gefunden: 
Zeit Luft 
8>< a. m. 20° C 
Mittags 23° 
4 h p. m. 22° 
Ober!!, d. Meeres 
20° C. 
21,5° 
20,4°. 
Zwischen Antofagasta und Punta Jörge wurden von diesem Schiffe in 
demselben Monate beobachtet: An der Oberfläche 21,5° 0.; in 50 m Tiefe 17° 
und am Grunde (in 88 m) 13° 0. 
Beschreibung der Küste. Von Antofagasta läuft die Küsteulinie 
nach N 18° W zur Chimba-Bni, welche 5,7 Sm von erstorem Orte entfernt ist. 
Dieser Theil der Küste, Coda Bram oder Playa Bram genannt, ist felsig, und 
liegen vor derselben sehr viel Klippen, welche wenig über den Meeresspiegel 
hervorrageu. Man kann nur au zwei sandigen Uferstellen bei ruhiger See 
landen. 
Die Chimba-Bai, deren Oeffnung 700m breit ist, dringt ca 500m in 
das Land ein und hat in ihrer Mitte 16 m Tiefe, welche nach den Ufern hin 
allmählich abnimmt. Blinde Klippen und Untiefen sind in derselben nicht vor 
handen. Oestlich von der Bai bemerkt man an einem sandigen Bügel einen 
grofsen runden Fleck, welcher seiner hellen Farbe wegen in ziemlich grofser 
Entfernung zu erkennen ist. Vor der Bai liegt die Insel Guantan (in der eng 
lischen Karte No. 1277 Boffin genannt), deren Westküste felsig und steil ist. 
An dieser findet fortwährend ziemlich starke Brandung statt, und dringt die 
See, namentlich am Nordende, welches der niedrigste Theil der Insel ist, 
ziemlich tief in das Land ein. Die Hügelrücken der Insel, deren höchster 
Gipfel sich 23,6 in über Niedrigwasser erhebt, sind zum Theil mit Guano bedeckt, 
welcher der Iusel eine hellere Farbe giebt als die der hinter ihr liegenden Küste 
und so die Lage der Ckimba-Bai kenntlich macht. Die Insel wird vom Fest 
lande durch einen 400 m langen Kanal getrennt, welcher an der schmälsten 
Stelle nur 40 m breit ist und an seinem westlichen Ende 9 m Tiefe hat, die 
nach der Bai hin allmählich bis 3 m abnimmt. In seiner östlichen Mündung 
liegen nahe der Küste des Festlandes verschiedene Klippen, und hat man sieh 
daher hier dicht an der Insel zu halten. Der Kanal ist nicht als Einfahrt in 
die Bai zu empfehlen und kann nur von kleinen Fahrzeugen benutzt werden. 
Der nach SW hin durch die Insel Guaman geschützte Ankerplatz in der Ckimba- 
Bai ist von geringer Ausdehnung, bietet aber sechs Schiffen genügend Raum. 
Die Umgebung der Bai ist dürr und öde. Das nächste Wasser, eine kleine 
salzhaltige Quelle, ist in einer tiefen Schlucht, 200 m über dem Meeresspiegel 
und 3 km in Ost der Bai. In dieser Schlucht wächst der unter dem Namen
	        
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