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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Ans dem Reiseberichte der deutschen Bark „Aeolus"'. 
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ist selbst bei ruhigem Wetter gefährlich zu passiren. Man ankert anfscrhalb 
derselben, etwa 2 Sm vom Strande entfernt, auf 9 m (5 Fade») Tiefe, in der 
guten Jahreszeit mifs weisend SSO, in der Regenzeit SSW von den Hütten. Ich 
möchte jedem Schiffsführer rathen, die Verpflichtung, in Camichin zu laden, wenn 
möglich aus der Charterpartie fern zu halten, weil das Laden hier sehr langsam 
geht, da sowohl im Sommer als im Winter tagelang kein Holz über die Barre 
befördert werden kann. Dazu ist das Ein schlingen der Balken längsseits nicht 
ohne Gefahr, da die Flöfse sehr mangelhaft hergestellt sind. Nachdem wir die 
halbe Ladung bekommen hatten, versegelten wir wieder nach San Blas, um 
dort die andere Hälfte derselben emzunehme», was verhältnifsmäfsig rasch von 
statten ging. Zwar werden die Flöfse hier auch nicht besser verbunden als in 
Camichin, aber das Einschiffigen der Balken erfordert des ruhigen Wassers 
wegen weniger Mühe. Das Holz an der Küste ist im Allgemeinen schwerer als 
das von den Inseln Tres Marias. 
Wenn ein Schiff an der Küste von Mexiko Cedernholz zu laden hat, 
sollte der Rheder oder der Kapitän beim Frachtabschlufs die Bedingung stellen, 
dafs die zu ladenden Bäume am Ende stumpf bebauen oder abgesägt sein 
müssen, wenn die Fracht, wie dieses in Europa häufig der Fall ist, pro 40 Kubik- 
fufs engl, gemessen nach Queens Calliper Measure, bedungen wird. In Mexiko 
wird nämlich das Holz sehr schlecht behauen an Bord geschickt, und ohne die 
vorstehende Bedingung sind alle Einwendungen dagegen vergeblich, und das 
Schiff hat einen beträchtlichen Verlust an Frachtgeld zu erleiden. Um allen 
Schwierigkeiten dieserbalb aus dem Wege zu gehen, versuche mau, die Fracht 
einfach nach wirklich eingenommenem Mafse ausgezahlt zu erhalten, ein Ver 
fahren, welches bei Verladungen nach San Francisco gebräuchlich ist, 
Segelanweisnng von der Linie im Stillen Oeean nach der Küste von Mexiko. 
Zum Sehluis möchte ich noch meine Ansicht über die Route von der 
Linie nach einem Hafen an der Küste von Mexiko niederlegen. Von Mai bis 
Anfang Oktober, der Zeit, in welcher südliche Winde an der Küste vorherrschen, 
macht diese Reise keine Schwierigkeit. Mit Rücksicht auf die in dieser Jahres 
zeit unter Land beständig in westlicher Richtung setzende Strömung hat man 
die Küste östlich von seinem Bestimmungsort anzusteuern. In der andern 
Jahreszeit, von November bis Mai, wenn an der Küste der NW-Wind weht, 
hält es manchmal schwer, den Schliffs der Reise herbeizuführon. Ich möchte 
für diese Zeit empfehlen, den Schnittpunkt des Aequators eine gute Strecke 
östlich der Länge des Bestimmungsplatzes zu nehmen, weil der Wind nördlich 
vom Aequator stets zuerst noidöstlich, manchmal noch östlicher durchkommt 
und dann beim Weitersegeln mit St-B.-Halsen allmählich nördlich holt. Ist unter 
diesen Verhältnissen der Bestimmungsort in NO gebracht, so gehe man über den 
andern Bug, und man wird finden, dafs der Wind mit Annäherung an die Küste 
allmählich westlicher holt. 
Die Küste von Atacama zwischen Antofagasta und dem Flusse 
Loa, Chile. 1 ) 
Die der Wüste von Atacama vorgelagerte Küste gleichen Namens hat 
ein theils sandiges, theils steiuiges Gestade, welches fast überall von steilen 
Bergen und Dünen eingefafst ist, die an mehrereu Stellen unmittelbar zum 
Meere abfallen oder sich ganz iu der Nähe desselben erheben. An diese Berge, 
mit Ausnahme der auf der Halbinsel Mejillones gelegenen, schliefst sich die 
Wüste Atacama an. Diese, eine dürre, fast gänzlich wasseilose Hochebene 
mit einigen isolirten Bergen und Hügeln, steigt Anfangs schnell nach Osten hin 
J ) Nach <ler Beschreibung des Freg.-Kapt. L. Pomar von der chilenischen Marine und 
einigen anderen Quellen, Anuario Hidrográfico de la Marina de Chite. Año XII.
	        
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