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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Kleine  Notizen.

früher  io  Sicht  als  das  Feuer  von  Fisgard;  erstere  sahen  wir  schon,  als  wir
noch  dwars  ab  von  der  Insel  Race  standen.  Bei  dem  Feuerthurm  von  Kap
Classet  befindet  sich  eine  Signalstation,  von  welcher  verbeipassirende,  signalisirende
Schiffe  auf  telegraphischem  Wege  nach  Port  Toionsend  gemeldet  werden.
Der  Schlepplohn  von  See  nach  Port  Townsend  beträgt  für  ein  Schiff
von  600  bis  700  Reg.  T.  Gröfse  75  bis  100  Doll,  und  das  Lootsengeld  ebensoviel.
Es  besteht  indefs  kein  Lootsenzwang,  und  die  Schiffe  können  auch  sehr  gut  ohne
Lootsen  nach  Royal  Roads  und  Port  Townsend  gelangen.  „Teutonia“,  ein  Schiff
von  632  Reg.  T.  Gröfse,  hatte  für  das  Schleppen  von  Royal  Roads  nach  Port
Discovery  uud  von  dort  nach  See  zusammen  225  Doll,  zu  zahlen.  Proviant,
sowie  sonstige  Schiffsartikel  sind  sowohl  in  Victoria  als  auch  in  Port  Townsend
zu  billigen  Preisen  käuflich;  frisches  Fleisch  kostet  7  bis  8  Cents,  Hartbrod
3  Cents  pr.  */s  kg.
Die  Bai  von  Port  Discovery  ist  eine  der  schönsten  des  Pn^ai-Sundos;  sie
dehnt  sieh  aus  in  einer  Länge  von  6  und  einer  Breite  von  l l /2  Sm;  die  Wassertiefen ­
  variiren  zwischen  18  und  54  m  (10  bis  30  Faden).  Die  einzige  Sägemühle
daselbst  ist  am  westlichen  Ufer  fast  am  oberen  Ende  der  Bai  gelegen  und  Eigenthum ­
  der  Firma  Moore  &  Smith  in  Sa«  Francisco.  Beim  Aufsegeln  in  die  Bai
sieht  man  schon  aus  weiter  Ferne  den  aufsteigenden  Rauch,  der  dadurch  entsteht,
dafs  die  massenhaften  Abfälle  von  Holz  in  der  Nähe  der  Mühle  zum  Zweck
des  Aufräumens  verbrannt  werden,  wobei  die  Feuer  ununterbrochen  Tag  und
Nacht  im  Gange  bleiben.  Einkommend  ankert  man  in  der  Nähe  der  Mühle
und  der  Ladebrücke  oder  macht  das  Schiff  an  einer  dort  liegenden  Boje  fest.
Um  den  Ballast  zu  löschen,  segelt  man  noch  etwas  weiter  die  Bai  aufwärts
nach  dem  Ballastgrunde  am  Östlichen  Ufer,  nahe  der  früheren  Gleitbahn  für
das  Holz,  wo  man  auf  einer  Wassertiefe  von  20  m  (11  Faden)  dicht  unter
Land  ankert.  Beim  Laden  liegen  die  Schiffe  entweder  mit  dem  Bng  oder  dem
Heck  an  der  Brücke,  je  nachdem  wo  sie  die  Holzpforte  haben.  Es  ist  anzurathen,
  das  Schiff  stets  mit  dem  Buganker  zu  vertäuen,  weil  es  hier  .manchmal
steif  aus  SE  weht.
Schiffe,  die  nach  Port  Discovery  bestimmt  sind,  um  daselbst  zu  laden,
haben  nicht  nöthig,  erst  nach  Port  Townsend  zu  segoln,  um  einzuklariren,  denn
die  Gesundheits-  und  Zollbehörde  kommt  von  dort  nach  Port  Discovery,  und
der  Kapitän  geht  in  Person  von  hier  zum  Zweck  der  Einklarirung  nach  Port
Townsend.  Eine  Verbindung  zwischen  den  beiden  Plätzen  besteht  über  Land
vermittelst  Wagen  und  zu  Wasser  durch  Dampfschiffe,  und  kann  man  täglich
die  Reise  Sowohl  hin-  als  zurückmachen.  Die  Ladung,  welche  „Teutonia M  in
Port  Discovery  einnahm,  bestand  aus  505  500  laufenden  Fufs  Planken,  mit  denen
das  Schiff  fast  bis  zu  seinem  gröfsten  Tiefgange  beladen  war,  denn  das  Holz,
welches  sofort,  nachdem  es  von  der  Mühle  geschnitten  ist,  verladen  wird,  ist
nafs  und  daher  sehr  schwer.  Der  Stauerlohn  beträgt  für  1000  Fufs  1  Doll.  15  Cts.,
für  jeden  Mann  der  Besatzung,  den  das  Schiff  beim  Laden  stellt,  werden  2  Doll,
täglich  vergütet.
Das  Desertiren  der  Leute  findet  in  Port  Discovery  noch  immer  im  grofsen
Umfange  statt,  weil  in  den  Mühlen  Arbeitermaugel  herrscht,  und  da  es  keine
Behörde  giebt,  an  die  mau  sich  zu  diesem  Zwecke  wenden  könnte,  ist  es  nicht
möglich,  die  Leute  wieder  zu  bekommen.  In  Port  Townsend  war  beispielsweise
nur  ein  einziger  Polizist  im  Amte.  An  Arbeitskräften  ist  überhaupt  im  ganzen
Pw^i-Sund  Mangel,  so  dafs  die  Monatsheuer  für  einen  Matrosen  sich  auf
25  bis  35  Doll,  beläuft.
Oben  in  der  Bai  mündet  ein  kleiner  Flufs,  in  welchem  zu  Zeiten  Lachse
in  grofsen  Mengen  Vorkommen.  Die  Umgebung  ist  aufserdem  ein  sehr  schönes
Jagdrevier;  Hirsche,  Rehe  und  Bären,  sowie  Fasanen  sind  in  Menge  vorhanden,
und  im  Winter  ist  die  Bai  von  wilden  Gänsen,  Enten  und  Seehunden  belebt.

Gedruckt  und  in  Vertrieb  bei  E.  S.  Mittler  &  Sohn
Königliche  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruekerei
Berlin,  Kochstrafse  68-—70-
            
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