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Kleine Notizen.
früher io Sicht als das Feuer von Fisgard; erstere sahen wir schon, als wir
noch dwars ab von der Insel Race standen. Bei dem Feuerthurm von Kap
Classet befindet sich eine Signalstation, von welcher verbeipassirende, signalisirende
Schiffe auf telegraphischem Wege nach Port Toionsend gemeldet werden.
Der Schlepplohn von See nach Port Townsend beträgt für ein Schiff
von 600 bis 700 Reg. T. Gröfse 75 bis 100 Doll, und das Lootsengeld ebensoviel.
Es besteht indefs kein Lootsenzwang, und die Schiffe können auch sehr gut ohne
Lootsen nach Royal Roads und Port Townsend gelangen. „Teutonia“, ein Schiff
von 632 Reg. T. Gröfse, hatte für das Schleppen von Royal Roads nach Port
Discovery uud von dort nach See zusammen 225 Doll, zu zahlen. Proviant,
sowie sonstige Schiffsartikel sind sowohl in Victoria als auch in Port Townsend
zu billigen Preisen käuflich; frisches Fleisch kostet 7 bis 8 Cents, Hartbrod
3 Cents pr. */s kg.
Die Bai von Port Discovery ist eine der schönsten des Pn^ai-Sundos; sie
dehnt sieh aus in einer Länge von 6 und einer Breite von l l /2 Sm; die Wassertiefen
variiren zwischen 18 und 54 m (10 bis 30 Faden). Die einzige Sägemühle
daselbst ist am westlichen Ufer fast am oberen Ende der Bai gelegen und Eigenthum
der Firma Moore & Smith in Sa« Francisco. Beim Aufsegeln in die Bai
sieht man schon aus weiter Ferne den aufsteigenden Rauch, der dadurch entsteht,
dafs die massenhaften Abfälle von Holz in der Nähe der Mühle zum Zweck
des Aufräumens verbrannt werden, wobei die Feuer ununterbrochen Tag und
Nacht im Gange bleiben. Einkommend ankert man in der Nähe der Mühle
und der Ladebrücke oder macht das Schiff an einer dort liegenden Boje fest.
Um den Ballast zu löschen, segelt man noch etwas weiter die Bai aufwärts
nach dem Ballastgrunde am Östlichen Ufer, nahe der früheren Gleitbahn für
das Holz, wo man auf einer Wassertiefe von 20 m (11 Faden) dicht unter
Land ankert. Beim Laden liegen die Schiffe entweder mit dem Bng oder dem
Heck an der Brücke, je nachdem wo sie die Holzpforte haben. Es ist anzurathen,
das Schiff stets mit dem Buganker zu vertäuen, weil es hier .manchmal
steif aus SE weht.
Schiffe, die nach Port Discovery bestimmt sind, um daselbst zu laden,
haben nicht nöthig, erst nach Port Townsend zu segoln, um einzuklariren, denn
die Gesundheits- und Zollbehörde kommt von dort nach Port Discovery, und
der Kapitän geht in Person von hier zum Zweck der Einklarirung nach Port
Townsend. Eine Verbindung zwischen den beiden Plätzen besteht über Land
vermittelst Wagen und zu Wasser durch Dampfschiffe, und kann man täglich
die Reise Sowohl hin- als zurückmachen. Die Ladung, welche „Teutonia M in
Port Discovery einnahm, bestand aus 505 500 laufenden Fufs Planken, mit denen
das Schiff fast bis zu seinem gröfsten Tiefgange beladen war, denn das Holz,
welches sofort, nachdem es von der Mühle geschnitten ist, verladen wird, ist
nafs und daher sehr schwer. Der Stauerlohn beträgt für 1000 Fufs 1 Doll. 15 Cts.,
für jeden Mann der Besatzung, den das Schiff beim Laden stellt, werden 2 Doll,
täglich vergütet.
Das Desertiren der Leute findet in Port Discovery noch immer im grofsen
Umfange statt, weil in den Mühlen Arbeitermaugel herrscht, und da es keine
Behörde giebt, an die mau sich zu diesem Zwecke wenden könnte, ist es nicht
möglich, die Leute wieder zu bekommen. In Port Townsend war beispielsweise
nur ein einziger Polizist im Amte. An Arbeitskräften ist überhaupt im ganzen
Pw^i-Sund Mangel, so dafs die Monatsheuer für einen Matrosen sich auf
25 bis 35 Doll, beläuft.
Oben in der Bai mündet ein kleiner Flufs, in welchem zu Zeiten Lachse
in grofsen Mengen Vorkommen. Die Umgebung ist aufserdem ein sehr schönes
Jagdrevier; Hirsche, Rehe und Bären, sowie Fasanen sind in Menge vorhanden,
und im Winter ist die Bai von wilden Gänsen, Enten und Seehunden belebt.
Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruekerei
Berlin, Kochstrafse 68-—70-