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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Reise S. M, S. „Oiga“ von Sydney nach Aden. 
von Ras Hafun bereits auf 25 Sm Abstand gesehen und die steile, 2500 Fufs 
hohe Küste bei Shenarif auf 35 Sm gesichtet, -während später das nur 900 Fufs 
hohe Kap Guardafui erst auf 10 Sm in Sicht kam. Diese Erscheinung, die 
jedenfalls abnorm sein dürfte, da in keiner Segelanweisung darüber gesprochen 
wird, erkläre ich mir folgendermafsen: Der Wind, der auf der Meeresfläche sehr 
stark weht, schwächt sich in höheren Luftregionen ab, und sinken die oben mit 
geführten Staubatome herab, die Luft wird infolge dessen oben sichtiger, 
während sie in unmittelbarer Nähe der Meeresfläche undurchsichtig bleibt. Da 
die Luft sehr trocken war, so war die Durchsichtigkeit derselben in den höheren 
Regionen selbstverständlich besonders grofs. 
Im Anfang August des Jahres 1884 befand ich mich än Bord des Dampfers 
„Tanjore w , welcher schwer gegen einen äufserst heftig wehenden SW-Monsun 
auf der Reise von Point de Galle nach Aden anzudampfeu hatte. Das hohe 
Land von Shenarif sollte nach dem Besteck bereits Nachmittags gesichtet 
werden. Im Westen lag eine graue häsige Bank, die Sonne stand etwa noch 
10° über dem westlichen Horizont, das Land kam nicht in Sicht, bis plötzlich 
die Sonne hinter scharf rcarkirtem Rande verschwand, welcher sich als der 
oberste Rand des erwarteten hohen Landes herausstellte und von welchem wir 
zu dieser Zeit etwa noch 3 bis 4 Sm entfernt waren. Diesmal war die Jahres 
und Tageszeit fast dieselbe und der Zustand der Luft ein ganz veränderter, 
obgleich der Monsun in voller Stärke wehte. 
Um die Anweisung zur Umschulung des Kap Guardafui, wie solche in 
den „Ann. d, Hydr.“, Jahrg. 1887, S. 245 beschrieben worden ist, auf ihre 
Zuverlässigkeit zu prüfen, wurden genaue Beobachtungen über die Wasser 
temperaturen und über den Seegang angestellt. Die Temperaturen sind der 
besseren Uehersieht halber in einer Skizze auf Tafel 17 zusammeugestellt. 
Die Temperatur des "Wassers war, von den Seychellen beginnend, bis 
Ras Hafun langsam von 26,5° bis auf 24,5° 0. gefallen. Auf der Breite von 
Ras Hafun betrug die Temperatur 21,5° und erreichte das Wasser den niedrigsten 
Wärmegrad von 20,0° C. 20 Sm nördlich von diesem Kap und stieg schnell von 
hier* an. Auf der Breite von Quoin Hill betrug die Temperatur 27,8° und beim 
Kap Guardafui wurde 29,8° gemessen. Wäre ich demnach den in der An 
weisung gegebenen Rathsehlägen, in der Nacht z. B. diesen Weg scgelud, 
gefolgt, so wäre die Korvette etwa 10 Sm unterhalb, d. h. südlich von Kap 
Guardafui auf Strand gelaufen. Auch weder die wechselnde Richtung der See, 
noch die des Windes entsprach den daselbst gemachten Angaben. Die See lief 
etwas nördlicher, dann querab von Ras Hafun aus südwestlicher Richtung, 
drehte dann allmählich auf Süd und blieb in dieser Richtung, bis das Kap 
Guardafui bereits umschifft war, alsdann als Dünung östlich drehend. Der 
Wind drehte mit der See auf SzW und wehte erst direkt Süd, als das Kap 
bereits umschifft war, drehte aber später nicht nach SE. Bei Kap Guardafui 
stand eine äufserst schwere Grundsee aus Süden. 
Um die Strecke von Thur&day bis Guardafui (6600 Sm) zurückzulegen, 
wurden 31 Vs Tage gebraucht, das giebt eine Distanz im Etmal von 210 Sm. 
Der Golf von Aden wurde mit direktem Kurs auf Aden durchdampft uud 
daselbst am 5. August 7 11 50 a. m. geankert. 
Eine die während der Reise beobachteten Strömungen, Winde und 
mittleren Barometerstände zeigende Karte ist auf Tafel 17 beigefügt.
	        
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