Reise S. M, S. „Olga“ von Sydney nach Aden.
429
sich die Korvette nördlich vom Kap van Diemens auf 10° S-Br, und wurde der
Kurs auf WSW 3 /4W geändert, die ¿’«/»«/-Bank im Süden lassend. Es machte
sieh hier eine starke westliche Dünung bemerkbar, die später auf SW überging.
Der Wind war in der Arafura-Sm südlich und wehte steif zwischen 136 und
140° O-Lg, eine hohe See ans dem Golf von Carpentaria mit sich führend.
In der Tmor-See flaute der Wind ganz ab, so dafs ich, als auch die See ganz
herunterging, eine Periode anhaltend flauer Winde befürchtend, die Maschine
in Gang setzte, um mit derselben aus dem Bereich der Untiefen zu gelangen.
Nachdem am 8. Juli die SnA-wkBank passirt war, wurde auf den 13. Breitengrad
abgehalton mit der Absicht, auf diesem die Länge abzusegeln. Am 9. Juli
wurde der Wind frischer, und da sich die Korvette frei von allen Untiefen
befand, wurde die Maschine abgestollt und die Reise bis Kap Guardafui unter
Segel zurüekgelegt.
Der Wind war anfangs umspringend von NE auf E, SE und SW mit
dickem, regnerischem Wetter. Am Abend dieses Tages setzte schliefslich der
Südost-Passat ein, welcher in den ersten Tagen nur schwach und unbeständig
blieb und erst in der Nähe der Keeüng-Inseln steifer wurde, gleichzeitig starke
Böen mit regnerischem dickem Wetter mit sich führend.
Während der ganzen Zeit, in welcher sich die Korvette im Gebiet des
SE-Passats befand, hatte das Wetter niemals einen passatartigeu Charakter,
es glich vielmehr einem regnerischen unbeständigen Monsun-Wetter. Während
in den ersten Tagen der Wind stets steifer wurde bis Stärke 7, wenn es auf
klarte, wurde das Verhältnifs später ein gänzlich umgekehrtes, es wurde flauer,
wenn es aufklartc, und steifer wehte der Wind, sobald os regnerisch wurde
und sich bezog. Im Passatgebiet verging kein Tag ohne Regenschauer, anfangs
mit leichtem Sprühregen, später, von etwa 90° O-Lg an, mit stärker fallendem
Regen und böigem Charakter. Der Wind schwankte stets von SE auf SSE und
SzE. Während der ganzen Reise bis etwa auf 65° O-Lg zeigte sich aufser der
eigentlichen Passatsee eine hohe südwestliche Dünung, die bei ihrem ersten
Erscheinen ungefähr auf der Länge der /¿'««/»'«¿/-Inseln oft den Charakter einer
Sturmsee annahm und in welcher die Korvette schwer arbeitete, so dafs die
Seitenboote fast die ganze Reise aufgetoppt gefahren werden mufsten.
In dem bereits erwähnten Reisebericht des ehemaligen Kommandanten
S. M. Kr. „Möwe“, Kapt. z. See von Kyckbusch, welcher die Länge auf
14° S-Br absegelte, wird auch einer zeitweise auftretenden hohen See Erwähnung
getlian, welche jedoch immer nach kurzer Zeit wieder verschwand, während sie
auf dieser Fahrt erst mit dem Einschlagen eines nördlicheren Kurses nach und
nach verschwand. Zwischen 93° und 91° O-Lg wurde das gröfste Etmal zu
rückgelegt, 253 Sm. Die Stromverhältnisse wurden im Allgemeinen den Angaben
entsprechend innerhalb des Passatgebietes gefunden.
Den 21. Juli stand S. M. S. „Olga“ südlich des Axch ipels, und wurde
der Kurs nunmehr nördlicher genommen, um die Saga de Malha-B&nk an Back
bord liegen zu lassen. Der eigentliche Passat wurde mit dem Annähern an den
Aequator flauer, während die Böen an Stärke Zunahmen. Den 22. Juli setzte
Vormittags eine Regenbö© mit Stärke 8 bis 9 aus ESE ein, und sprang der
Wind in derselben für kurze Zeit auf SzW, alsdann, in Stärke etwa 1 Stunde
sich gleichbleibend, auf SE zurückgehend.
Die Saya de Jfa/Aa-Bank war am 25. passirt, und wurde der Kurs auf
die Insel Dennis (SeychelUn-Gruppe) abgesetzt. Das Feuer dieser Insel kam
am 27. Abends 9" in Wy^S mifsweisend in Sicht. Nachdem die Seychellen
passirt waren, giüg der mittlerweile zur Stärke 4 herabgesunkene Passat mit
regnerischem Wetter langsam auf S und SW über. Eine Kalmenzone wurde
nicht passirt.
Am 30. Juli wurde der Aequator auf 50° O-Lg geschnitten und nunmehr
auf Kap Ras Ilafun abgehalten. Der SW-Monsun brachte trockenes häsiges
Wetter mit sieh. Auf 4° 30' wurde der Wind stärker und erreichte auf 5°
seine normale Stärke 8 und wehte zuweilen etwas böig, ohne Regen, fast bis
quer ab von Kap Ras Hafvn, zuletzt in der Höhe dieses Kaps eine unangenehm
fühlbare, steile See erzeugend. Zum Sichten des Landes war das Wetter
ungemein günstig; während dieht über der Kimm ein Dunstschleier lag, so dafs
man das niedrige Land erst auf 5 Sm sichten konnte, wurde das hohe Land