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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Reise S. M, S. „Olga“ von Sydney nach Aden. 
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sich die Korvette nördlich vom Kap van Diemens auf 10° S-Br, und wurde der 
Kurs auf WSW 3 /4W geändert, die ¿’«/»«/-Bank im Süden lassend. Es machte 
sieh hier eine starke westliche Dünung bemerkbar, die später auf SW überging. 
Der Wind war in der Arafura-Sm südlich und wehte steif zwischen 136 und 
140° O-Lg, eine hohe See ans dem Golf von Carpentaria mit sich führend. 
In der Tmor-See flaute der Wind ganz ab, so dafs ich, als auch die See ganz 
herunterging, eine Periode anhaltend flauer Winde befürchtend, die Maschine 
in Gang setzte, um mit derselben aus dem Bereich der Untiefen zu gelangen. 
Nachdem am 8. Juli die SnA-wkBank passirt war, wurde auf den 13. Breitengrad 
abgehalton mit der Absicht, auf diesem die Länge abzusegeln. Am 9. Juli 
wurde der Wind frischer, und da sich die Korvette frei von allen Untiefen 
befand, wurde die Maschine abgestollt und die Reise bis Kap Guardafui unter 
Segel zurüekgelegt. 
Der Wind war anfangs umspringend von NE auf E, SE und SW mit 
dickem, regnerischem Wetter. Am Abend dieses Tages setzte schliefslich der 
Südost-Passat ein, welcher in den ersten Tagen nur schwach und unbeständig 
blieb und erst in der Nähe der Keeüng-Inseln steifer wurde, gleichzeitig starke 
Böen mit regnerischem dickem Wetter mit sich führend. 
Während der ganzen Zeit, in welcher sich die Korvette im Gebiet des 
SE-Passats befand, hatte das Wetter niemals einen passatartigeu Charakter, 
es glich vielmehr einem regnerischen unbeständigen Monsun-Wetter. Während 
in den ersten Tagen der Wind stets steifer wurde bis Stärke 7, wenn es auf 
klarte, wurde das Verhältnifs später ein gänzlich umgekehrtes, es wurde flauer, 
wenn es aufklartc, und steifer wehte der Wind, sobald os regnerisch wurde 
und sich bezog. Im Passatgebiet verging kein Tag ohne Regenschauer, anfangs 
mit leichtem Sprühregen, später, von etwa 90° O-Lg an, mit stärker fallendem 
Regen und böigem Charakter. Der Wind schwankte stets von SE auf SSE und 
SzE. Während der ganzen Reise bis etwa auf 65° O-Lg zeigte sich aufser der 
eigentlichen Passatsee eine hohe südwestliche Dünung, die bei ihrem ersten 
Erscheinen ungefähr auf der Länge der /¿'««/»'«¿/-Inseln oft den Charakter einer 
Sturmsee annahm und in welcher die Korvette schwer arbeitete, so dafs die 
Seitenboote fast die ganze Reise aufgetoppt gefahren werden mufsten. 
In dem bereits erwähnten Reisebericht des ehemaligen Kommandanten 
S. M. Kr. „Möwe“, Kapt. z. See von Kyckbusch, welcher die Länge auf 
14° S-Br absegelte, wird auch einer zeitweise auftretenden hohen See Erwähnung 
getlian, welche jedoch immer nach kurzer Zeit wieder verschwand, während sie 
auf dieser Fahrt erst mit dem Einschlagen eines nördlicheren Kurses nach und 
nach verschwand. Zwischen 93° und 91° O-Lg wurde das gröfste Etmal zu 
rückgelegt, 253 Sm. Die Stromverhältnisse wurden im Allgemeinen den Angaben 
entsprechend innerhalb des Passatgebietes gefunden. 
Den 21. Juli stand S. M. S. „Olga“ südlich des Axch ipels, und wurde 
der Kurs nunmehr nördlicher genommen, um die Saga de Malha-B&nk an Back 
bord liegen zu lassen. Der eigentliche Passat wurde mit dem Annähern an den 
Aequator flauer, während die Böen an Stärke Zunahmen. Den 22. Juli setzte 
Vormittags eine Regenbö© mit Stärke 8 bis 9 aus ESE ein, und sprang der 
Wind in derselben für kurze Zeit auf SzW, alsdann, in Stärke etwa 1 Stunde 
sich gleichbleibend, auf SE zurückgehend. 
Die Saya de Jfa/Aa-Bank war am 25. passirt, und wurde der Kurs auf 
die Insel Dennis (SeychelUn-Gruppe) abgesetzt. Das Feuer dieser Insel kam 
am 27. Abends 9" in Wy^S mifsweisend in Sicht. Nachdem die Seychellen 
passirt waren, giüg der mittlerweile zur Stärke 4 herabgesunkene Passat mit 
regnerischem Wetter langsam auf S und SW über. Eine Kalmenzone wurde 
nicht passirt. 
Am 30. Juli wurde der Aequator auf 50° O-Lg geschnitten und nunmehr 
auf Kap Ras Ilafun abgehalten. Der SW-Monsun brachte trockenes häsiges 
Wetter mit sieh. Auf 4° 30' wurde der Wind stärker und erreichte auf 5° 
seine normale Stärke 8 und wehte zuweilen etwas böig, ohne Regen, fast bis 
quer ab von Kap Ras Hafvn, zuletzt in der Höhe dieses Kaps eine unangenehm 
fühlbare, steile See erzeugend. Zum Sichten des Landes war das Wetter 
ungemein günstig; während dieht über der Kimm ein Dunstschleier lag, so dafs 
man das niedrige Land erst auf 5 Sm sichten konnte, wurde das hohe Land
	        
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