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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Reise S. M. S. „Olga* von Sydney nach Aden. 
aufnehmend, gegen Sonnenuntergang ab, zeitweise machten Regenböen von nur 
kurzer Dauer die Luft unsichtig. 
In dem Bericht S. M. Kr. „Möwe“ über die Reise durch die JVm-Strafse 
(„Ann. d. Hydr.“ Jahrg. 1882) äußert sich der derzeitige Kommandant ungünstig 
über den in der Segeldirektion empfohlenen Ankerplatz in Luv von Bramble Cay, 
und sehliefse ich mich dieser Ansicht voll an. Andererseits wird in jenem 
Bericht empfohlen, die Einfahrt in den NO-Kanal nördlich von Bramble Cay zu 
gewinnen, während das Fahrwasser südlich dieser Insel frei von jeder Gefahr 
ist. Sobald man die Insel Darnley gesichtet bat, weiches gute Peilobjekt nicht 
schwer zu finden ist, halte ich die südliche Einsteuerung in den NO-Kanal für 
zweckmäfsiger, da ein Segelschiff auf diese Weise stets ein gut Theii Luv behält. 
Am 30. Juni wurde hei Tagesanbruch die Reise fortgesetzt. Nach dem 
Passiren der Insel Bet fand eine Abweichung von dem (recommended) Kurs statt 
und führt© östlich von Ninepin Bock vorbei. Ninepin Rock wurde auf 1 Sm 
Abstand passirt und mit SWzS-Kurs weiter gesteuert, bis Mount Ernest in 
NWzN peilte. Der Strom wurde auf diesem Wege westlich setzend gefunden 
mit l l /i Sm Geschwindigkeit. Um 12 h Mittags befand sich S. M. S. „Olga“ vor 
der Einfahrt in den Prince of Wa/rs-Kanal und wurde hier ein stärk nach WNW 
setzender Strom gefunden, von etwa 2 bis 2Vs Sm Stärke. Sämmtliche See 
zeichen, sowie das auf dem Ostende von South Twres-Riff liegende Wrack 
waren gut zu sehen. Die in der Segelanweisung angegebene Deckpeilung zum 
Passiren des ijw'fö-Eiffes (Double Mancl über Turtle Eead) war trotz der diesigen 
Luft gut zu verwenden. 
Die westlich von der Insel Goode bei der Spitze Quoin liegende schwarze 
Boje hatte in der Karte eine unrichtige Lage. Dieselbe ist verlegt und liegt 
jetzt in der Peilung Fmera-Spitze Flaggeustock in Linie mit der Nordspitze von 
Blackrock (OViS) und in der Peilung Ipili Rif-Bake frei von der Spitze Tücher 
(NO). Nach dem Passiren dieser Boje kam der Hafenlootse an Bord. 
Man thut gut, bei der Einfahrt in den NormanbySund und in den Hafen 
stets einen Lootsen zu nehmen, da der Strom an diesen Stellen ganz unbe 
rechenbar ohne jegliche Regel nach Ebbe und Fluth mit ganz verschiedenen 
Geschwindigkeiten läuft. Nach Aussage des Lootsen Harvey soll zuweilen 
zwischen der Spitze Heath und der Spitze Vielen ein Strom bis zu 10 Sm 
laufen (?). Um 3 h I5 m wurde S. M. S. „Olga“ im Hafen der Insel Thunday 
längsseit an Backbord einer Kohlenhulk, ohne einen Anker fortzuwerfen, fest 
gemacht. 
Es befinden sich im Hafen der Insel Thunday jetzt zwei Kohlen- 
hulks, an denen die Schiffe längsseit zur Uebernahme von Kohlen festmachen. 
Für gröfsere Schiffe ist dies Manöver des Längsseitgehens schwieriger, weil 
die Hulks veihältnifsmäfsig sehr kurze Schiffe sind, der Bug des ankoturnenden 
Schiffe« jedesmal weit über den Bug der Hulk hervorragt und der stark laufende 
Strom als Hebel auf den Bug des ersteren Schiffes wirkt. — Da sich auf den 
Hulks nur je eine Donky-Maschine befindet, so dauert die Uebernahme unver- 
hältnifsmäfsig lange. Die Kohlen sind australische und, da jede Konkurrenz 
fehlt, sehr theuer. Es scheint, als wird der Preis erst jedesmal nach Bedarf 
angesetzt. Ich nahm des hohen Preises wegen nur so viel Köhlen, als 
mir nöthig schien, um auf jeden Fall mit dem Yorrath Aden gut erreichen 
zu können. 
Dio Stadt auf der Insel Thursclay soll im Wachsen begriffen sein, da 
sich die Dampfschiffahrt vermehrt hat und alle Dampfer die Route innerhalb 
des grofsen /iö-mVsr-Riffs wählen, mitbin meistentheis den Ort berühren. Aus 
rüstungen für Schiffe sind nicht zu haben und für die Messen nur wenig lebendes 
Vieh (Schafe, Schweine und Geflügel) zu außerordentlich theuren Preisen. 
Kriegsschiffe, welche die ZVm-Strafse nach Westen passiren, um nach dem 
Indischen Ocean zu kreuzen, sollten, wenn ihr Kohlenvorrath einigermaßen aus 
reicht, das Anlaufen dieses Ortes vermeiden, da sie nur unnöthig Zeit verlieren. 
Am 2. Juli 6 h a. m. verließ S. M. S. „Olga“ den Hafen der Insel Thursday 
unter Benutzung des Hafenlootsen. Die Lootsen, sei hier noch erwähnt, sind 
von der Regierung angestellt und haben keine Gebühren zu verlangen. 
Am Mittage desselben Tages wurde das Proad/uoi-Feuerschiff passirt und 
mit West-Kurs dio Arafura- und Timor-See durchfahren. Den 5. Juli befand
	        
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