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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Kleine Notizen. 
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8. (D. S.) Ueber die Einsegelung nach Nusa 1 ) an der Nordküste 
von Neu-Meeklenburg macht Kapt. J. Ch. Christians von der deutschen 
Bark „Emanuel“ folgende Bemerkungen: 
Die meisten Schiffe, die nach Mioko (Neu Lauenburg) kommen, haben 
nach Nusa zu versegeln. „Emanuel“ trat diese Reise am 26. Mai 1887 mit 
42 eingeborenen Arbeitern an Bord, die nach ihrer Heimath befördert werden 
sollten, an. Zur Ausführung derselben ist, wenn man nicht den weiten Weg 
um Neu-Ilannover herum, sondern den durch die jSiejfea-Strafse nehmen will, 
ein Lootse erforderlich. In den gewöhnlich an Bord befindlichen Karten ist 
letztere Strafse nur mangelhaft niedergelegt, und die Durchsegelung derselben 
kann aus diesem Grunde nur unter der Leitung eines ortskundigen Mannes 
bewerkstelligt werden. 
Bei tbeils leichten, theils veränderlichen Winden legten wir bis zum 
Abend des 29. Mai die Entfernung bis zum Eingänge der Sfujfew-Strafse zurück, 
woselbst wir während der Nacht unter kleinen Segeln hielten. Auf der Reise 
von Mioko nach hier beobachteten wir täglich eine Stromversetznng von 8 Sm 
nach Westen. Bei Tagesanbruch den 30. Mai setzten wir auf die Strafte zu 
und kreuzten dieselbe ein, bis uns um 8 Uhr ein eintretender starker Gegen 
strom, den ich auf 5 Knoten Geschwindigkeit schätzte, zurücktrieb, weil kein 
Ankergrund vorhanden war. Bei der um 11 Vs Uhr Vormittags südlich holenden 
und auffrischenden Briese konnte die Einsegelung mit Erfolg wieder aufge- 
nommen werden, allein in der Passage, wo der Wind seliraler wurde, hielt es 
äufserst schwer , die gewonnene Position zu behaupten. Um 2 h p. m. kenterte 
die Strömung und lief in nördlicher Richtung, und das Schiff machte nunmehr 
beim Kreuzen guten Fortschritt. Der nach Norden setzende Strom ist die 
Fluth, die Ebbe setzt nach Süden. Am Tage unserer Einsegelung in die 
Steffen-Strafse war es gerade Mondviertel; ob die Gezeiten hier mit einer be 
stimmten Regelmäfsigkeit eintreten, habe ich nicht in Erfahrung bringen können. 
Als es Abend wurde, ankerten wir unter der Insel Cupötava auf einer Wasser 
tiefe von 14,4 m (8 Faden). Am Morgen des 31. Mai gingen wir mit Tages 
anbruch wieder ankerauf, kreuzten unter Anleitung des Lootsen weiter und 
kamen am Abend in Sicht von Nusa, woselbst der Dunkelheit halber wieder 
geankert wurde. Am 1. Juni um 12 Uhr Mittags gelangten wir nach Nusa, 
wo wir auf einer Wassertiefe von 13,5 in (7'/e Faden) ankerten. Der Anker 
grund, der ans Korallen besteht, ist nicht besonders gut, weshalb man stets 
den zweiten Anker bereit halten mufs, um ihn bei einer etwa einfallenden 
schweren Böe sofort fallen lassen zu können. 
Nach der Aussage des Lootsen hatten wir zum Einsegek eine sehr 
schlechte Gelegenheit getroffen, da der Wind meistens nördlich von E war, 
während er sonst in dieser Jahreszeit gewöhnlich aus SE weht, womit alle 
Kurse des Fahrwassers inne gehalten werden können. Beim Einsegeln ertheilt 
der Lootse seine Befehle von der Marsraa ans, weil von oben die vielen flachen 
Stellen und Riffe an« leichtesten zu entdecken sind. „Emanuel“ passirte über 
mehrere Stellen, wo die grofsen Steine auf dem Meeresgründe deutlich zu 
sehen waren. 
9. (D. S.) Einige Bemerkungen über Victoria (Vancouver 
Island) sowie Port Townsend und Port Discovery an der gegenüber 
liegenden Küste des Washington Territory. Von Kapt. A. Spioske, Führer 
der deutschen Bark „Teutonia“. 
Bei der Ansegelung der Juan de FWa-Strafse peilten wir um 8 Uhr- 
Abends den 4. Scptbr. 1886 Kap Classet oder Flattery SOztP/iO 11 Sm entfernt. 
Wir trieben die ganze Nacht bei Windstille in Sicht des Feuers des genannten 
Kaps und standen am folgenden Mittage noch dwars von Neeah-Bai in der 
Mitte der Strafse. Hier trat eine frische Briese aus WSW auf, welche uns um 
27* Uhr Morgens den 6. September nach Royal Roads (Victoria) brachte, wo 
wir auf einer Wassertiefe von 18,0 m (10 Faden) ankerten. Wir hatten mehrere 
mitsegelnde Schiffe bei uns, und unter Land bei Neeah-Bai kreuzte ein Lootsen- 
schoner, der aber keine Notiz von uns nahm. Bei der Ansegelung von Royal 
Roads zur Nachtzeit kommt die elektrische Strafsenbeletvchtung von Victoria 
l) Siehe äneii Ufcse Annalen Jahrgang 18$'8, Seite 23t, 
Arm. d. Hydr. etc., 18$ö, Heft I. 
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