accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Vrerteljahrs-Wetter-RwDdschau der Deutschen Seewarte, Herbst 1885. 
411 
Von den letzten fünf Schiffen der Liste gelangten zwei, „Lorenz Hansen“ 
und „Antares“, im Oktober, die übrigen drei, „Panama“, „Apoll“ und „Parsifal 
in der ersten Woche des November in nördliche Breite. Dort fanden einige 
von ihnen, wie z. B. „Apoll“, auffallender Weise noch etwas wie einen südwest 
lichen Monsun, dagegen trat der Nordostpassat später bei allen Schiffen, mit 
Ausnahme von „Lorenz Hansennur schwach und unbeständig auf. Die Lage 
des Hochdruckgebietes war während der letzten Woche des Oktober und der 
ersten des November dem Herrschen eines stetigen Passats günstig gewesen. 
(Stehe Karten 7 und 8.) Zur Zeit, als die übrigen Mitsegler aber so weit 
gekommen waren, dafs sie den Passat erwarten konnten, hatte sich die Wetter 
lage, wie aus Karte 9 ersichtlich, wieder sehr zu Ungunsten verändert. Die 
angetroffenen Ostwinde waren daher vorherrschend schwach und sanken oft zu 
Tage lang anhaltendem leisem Zug’e herab. Als die Schiffe sich gegen Ende 
dos Monats November dem Kanal genähert hatten, gelangten sie in den Bereich 
jener Tiefdruckgebiete, welche sich damals, laut Karte 10, der Küste Mittel 
europas näherten. Infolge dessen wurden sie schliefslich noch an mehreren 
Tagen von heftigen Westwinden begünstigt. 
„Mimi“ und „Bylgia“ sind die zwei Schiffe der Liste, welche während 
der betreffenden Zeit Reisen nach New-York ausführten. Jenes Schiff begann 
seine Fahrt von der Linie aus, während das letztere von der Mündung des 
Orinoko abfuhr. Bei „Mimi“ ging der Südostpassat nördlich vom Aequator 
ohne Unterbrechung in den später in mäfsiger Stärke wehenden Südwestmonsun 
über. Indem dieser ganz schwach gewordene Wind sich unweit von 12° N-Br 
in 38° W-Lg weiter durch West und Nord veränderte, entstand aus ihm ein 
frischer beständiger Nordostpassat. Die Lage des Hochdruckgebietes war 
damals dem Herrschen eines beständigen Passats günstig. (Siehe Karte 1.) 
Der Passat begleitete das Schiff, bis es sieh am 5. September bei 27,5° N-Br 
und 65,5° W-Lg befand. Die durch jene Wetterlage im westlichen Theile des 
Atlantik, nördlich vom Passatgebiete geschaffenen Winde blieben auch für die 
Vollendung des letzten Reiseabschnittes günstig. „Mimi“ legte denselben bei 
leichten südöstlichen und südwestlichen Winden zurück und erreichte: New-York 
am 14. September nach günstiger Fahrt von 27 Tagen. Die Reise des Mit 
seglers „Bylgia“ nahm einen weniger günstigen Verlauf, als die vorerwähnte. 
Der von diesem Schiffe angetroffene Passat besafs wenig Stärke und Beständigkeit 
und herrschte auch nur bis nach 22,5° N-Br in 61° W-Lg. Hier gerieth „Bylgia“ 
in den Bereich des Tiefdruckgebietes der Karte 5, welches sich vom 13. bis 
18. Oktober in jenem Theile des Atlantik in höchst auffallender verschlungener 
Bahn nach Osten bewegte. Der Wind wehte damals an mehreren Tagen 
stürmisch aus westlicher und südöstlicher Richtung, das Barometer sank auf 
752,0 mm, häufige Gewitter und St. Elmsfeuer wurden beobachtet, und es hielt 
sich eine auffallend grofse Zahl von Landvögeln beim Schiffe auf. Kurz es 
•waren alle Anzeichen eines Orkan es da, der auch erwartet wurde, glücklicher 
weise aber nicht erschien. Der letzte Reiseabschnitt mufste bei umlaufenden 
Winden zurückgelegt werden. 
(Schlufs folgt.)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.