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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

VUrteljahrs-Wetter-RundscImu der Deutschen Seewarte, Herbst 1885. 
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zu liegen schien. Sein Gebiet erstreckte sich bis nach 6,4° N-Br in 27° W-Lg. 
Im Gebiete des am 28. Oktober betretenen Stillengürtels verbrachte „ Paul 
Thormann“ acht Tage. Der nach dieser Zeit am 5. November in etwa 3° N-Br 
und 26,5° W-Lg einsetzende Südostpassat führte das Schilf in zwei Tagen 
zur Linie. 
Einen viel günstigeren Verlauf als diese beiden Reisen nahm die Fahrt 
der „MimiDies Schilf traf freilich auf dom ersten Reiseabschnitt auch keine 
besonders befriedigenden Verhältnisse aD, denn die Lago des Hochdruckgebietes 
war, wie Karte 7 zeigt* dem Auftreten westlicher Winde keineswegs günstig. 
Doch das rasch segelnde Sehiff sehritt trotzdem ziemlich rasch nach Südosten 
hin vor. Als „Mimi“ sich am I. November bei 28° N-Br in 48° W-Lg befand, 
entwickelte sich ans Stille der Passat, welcher, mäfsig und beständig wehend, 
das Schiff bis zum 19. November nach der in 7,5° N-Br und 32,6° W-Lg liegen 
den äquatorialen Passatgrenze führte. Südlich von dieser verursachte das 
Ueberschreiten des Stillengürtels auch fast keine Verzögerung. Schon nach 
wenigen Stunden der Mallung stellte sich der Südostpassat ein, bei dem man 
in fünf Tagen bis zu der in 32° W-Lg überschrittenen Linie segelte. 
4. Reisen von Süd nach Nord. 
Für den Herbst 1885 erhielt die Seewarte 22 Tagebücher, welche auf 
Reisen im Nordatlantik vom Aequator nach Norden geführt wurden. Von den 
selben wurden 17 nach dem Norden Europas, 3 nach Lissabon und 2 nach 
Now-York ausgeführt. Die mittlere Dauer der ersteren Reisen betrug 39, die 
der zweiten 32 und dio der letzteren 26 Tage. 
Die drei ersten Schiffe der Liste, welche noch während der ersten Hälfte 
dos August ihre Reise antraten, waren dio von Lagos her-kommende „Margaretha 
Gaiser“, die „Rose“ und „Elisabeth Rickmers“. Die beiden letzteren trafen 
nördlich von der Linie noch südwestlichen Monsun au und konnten daher 
10° N-Br nach befriedigend rascher Fahrt erreichen. Den Stillengürtel fand 
man erst nördlich von diesem Parallel, doch bot dessen Uebcrschreitung auch 
keine besonderen Schwierigkeiten. Das Gebiet des Nordostpassats erreichten 
beide Schiffe am 26. August nahezu gleichzeitig, „Rose“ in 13,7° N-Br und 
28,3° W-Lg, „Elisabeth Rickmers“ in 13,5° N-ßr und 26,5° W-Lg. Am 3. Sep 
tember, an welchem Tage Mittags sich „Rose“ in 30,3° N-Br und 36,6° W-Lg, 
„Elisabeth Richners“ in 29,1° N-Br und 35,3° W-Lg befand, endete der Passat. 
Die Schiffe standen jetzt, wie Karte 1 zeigt, inmitten des grofsen Hochdruck 
gebietes. Es dauerte dann recht lange, bevor man bei schwachen veränderlichen 
Winden dasselbe durchsegeln und an dessen Nord3eite gelangen konnte. Da 
die Lage jenes Gebietes später, wie aus Karte 2 ersichtlich, für die weitere 
Fahrt der Schiffe noch längere Zeit eine günstige blieb, konnte der letzte 
Reiseabschnitt in befriedigender Weise vollendet werden. 
„Hugo“, „Peter Godeffroy„Janbaas“ und „J. H. Nicolai“, die nächste 
Gruppe von Schiffen, die etwa gleichzeitig ihre Reisen nach Norden ansführten, 
fanden auf der zwischen der Linie und 10° N-Br liegenden Strecke ungünstigere 
Verhältnisse. Der südwestliche Monsun wurde dort nur unregelmäfsig und 
schwach wehend angetroffen, und hindernd wirkte auch bei den letzteren drei 
Schiffen, dafs sie verhältnifsmäMg weit nach Norden vorrücken mufsten, um 
den Nordostpassat zu erreichen. Mit diesem in mäisiger Stärke wehenden Winde 
gelangte „Hugo“ bis nach 26° N-Br in 34,4° W-Lg am 14. September, der als 
Eiseusehiff auf der Heimreise wenig schnelle „ Peter Godeffroy“ bis nach 27,6° N-Br 
in 35° W-Lg am 21. September und an demselben Tage „Janbaas“ nach 
31,3° N-Br und 37,5° W-Lg und „J. 11. Nicolai“ nach 31,5° N-Br und 37° W-Lg 
am 21. September. Das letztere, anscheinend sehr schnell segelnde Schiff, 
welches nach dem Verlassen des Passatgebietes zunächst, wie es der Wetterlage 
am besten entsprach, einen hoch nördlichen Kurs einhielt, gewann dadurch in 
der Folge bedeutend gegen die Mitsegler. Als dasselbe nach 30° N-Br gelangt 
war, stand es, trotzdem die Linie so weit östlich geschnitten worden war, am 
westlichsten von den vier Schiffen. Am 30. September befand sich „Hugo“ in 
44,8° N-Br und 28° W-Lg, „Peter Godeffroy* in 41° N-Br und 31,4° W-Lg, 
„Janbaas“ in 44,1° N-Br und 26,4° W-Lg und „•/. 11. Nicolai“ in 47° N-Br 
und 24,3° W-Lg. Die Lage des auf Karte 3 verzeichneten Hochdruckgebietes
	        
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