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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

408 Vieiteljalire-Veftev-Runilschan der Deutschen Seewarte, Herbst 1885. 
sturm 201 Srn zurück, während der andere nur 98 Sm gutmachte. Der Kapitän 
des „Aeolus" erkannte die damals herrschende Wetterlage richtig, beschrieb sie 
dementsprechend auch in seinem Tagebuche und handelte demgemäfs. Fast alle 
anderen Schiffe der angeführten Gruppe hatten den heftigsten Ostwind schon 
am 12. November Überständer, nur bei dem an diesem Tage in 36° N-Br und 
9,5° W-Lg, also in der südlichen Hälfte des Sturmfeldes, stehenden „ Humboldt* 
hatte Sturm aus Süd geweht. Dieses Schilf, welches infolge der Lage seines 
Abfahrtsortes damals und auch während der nächsten Tage weit östlicher als 
die übrigen Schiffe stand, wurde auch später noch lange durch südwestliche 
Winde zurückgehalten, während die Schiffe vom Kanal, nachdem sie südlich vom 
Mittelpunkte des Tiefdruckgebietes gekommen waren, ziemlich günstige West 
winde antrafeD. Aus diesen entwickelte sieh später in etwa 26° N-Br durch 
Drehen nach rechts der Passat, und da auch dieser in ziemlich befriedigender 
Weise wehte und die Ueberschreitung des Stillengürtels ebenfalls nur geringe 
Schwierigkeiten bot, konnten die meisten Reisen in rascher Weise vollendet 
werden. Die östliche Route wählte aufs er „Humboldt“ nur „ Bor der Chief“. 
Derselbe befand sieb am Mittag des 19. November in 29,7° N-Br und 17,9° W-Lg, 
während gleichzeitig „Arciurus“ in 29,7° N-Br und 17,5° W-Lg, „Elisabeth“ in 
27,5° N-Br und 20,4° W-Lg stand. Boi allen drei Mitseglern herrschte damals 
noch westlicher Wind, der bei „Elisabeth“ am 20., bei den anderen beiden 
am 21. November in den Passat überging. „ Bor der Chief“ gewann dann schon 
■während der nächsten Tage einen bedeutenden Vorsprung, was jedoch an 
scheinend die Folge besserer Segelfähigkeit war. Am 24. November Mittags 
war dies Schiff nach 17,8° N-Br in 21,5° W-Lg, „Arciurm“ nach 20,7° N-Br 
in 23,3° W-Lg und „Elisabeth“ nach 18,6° N-Br in 25,4° W-Lg vorgerückt. 
Auf dem übrigen Theile des Weges zum Aequator waren die beiden w'estlicher 
stehenden Mitsegler indessen im Stande, einen Theil ihres Verlustes wieder 
einzuholen, denn am Mittage des 30. Dezember lag der Schiffsort des ersteren 
der drei Schiffe in 4,5° N-Br und ‘21,8° W-Lg, der des zweiten in 6° N-Br und 
23,8° W-Lg und der des letzten in 4,5° N-Br und 25,9° W-Lg. Die Ueber 
schreitung des Stillengürtels bot allen drei Schiffen keine nennenswertken 
Schwierigkeiten. 
Von den drei Schiffen der Liste, welche Reisen von New-York zur Linie 
vollendeten, dem „Hugo“, „Paul Thormann“ und der „Mimi“, gebrauchte das 
erstere 52, das zweite 50 und das dritte nur 34 Tage für die Fahrt. Die Reise 
des „Hugo“ nahm von Anfang an einen unbefriedigenden Verlauf. Das flache 
Tiefdruckgebiet der Karte 1, welches im ersten Drittel dos September am süd 
lichen Rande des Golfstromes nach Osten zog, brachte dem Schiffe östliche 
Winde. Später war die Lage des Hochdruckgebietes der Karte 2 dem Auf 
treten des inzwischen nach Südosten vorgerückten Schiffes auch nicht günstig, 
und recht ungünstig war auch der angetroffene Passat. Am allerungünstigsten 
fand „Hugo“ aber die Verhältnisse, nachdem man am 2. Oktober bei 1Ö,6° N-Br 
in 34,6° W-Lg den Nordostpassat verloren hatte. Es vergingen dann nicht 
weniger als 16 Tage, bevor es gelang, den in etwa 4,8° N-Br und 25,7° W-Lg 
einsetzendon Südostpassat wieder anzntreffen. Mitsegler, die etwas östlicher 
standen, trafen es damals entschieden günstiger. 
„Paul Thormann’s“ Reise verlief in nicht viel günstigerer Weise. Die 
beiden auf Karte 3 verzeichneten Tiefdruckgebiete, von denen das eine sich 
längs der Küste Nordamerikas nach Norden bewegte, das andere jene auf 
fallende, vom 26. bis 30. September längs des Südrandes des Golfstromes nach 
Westen gerichtete Bahn verfolgte, verursachte bei dem Schiffe ungünstige Winde, 
die an mehreren Tagen sogar heftig stürmten. Auch hier war die Form und 
Lage der Hochdruckgebiete der Karten 3 und 4 dem Herrschen erwünschter 
Winde nicht günstig, und ganz schlechte Verhältnisse schuf die ganz ungewöhn 
liche Wetterlage, wie sie die Karte 5 zeigt. In Begleitung des auf ihr an 
gegebenen Tiefdruckgebietes, welches sich im zweiten Drittel des Oktober auf 
der Mitte des Oceans aufhielt, stellten sich indessen am 16. Oktober bei dem 
unweit 23° N-Br in 39° W-Lg stehenden „Paul Thormann“ frische Südwest 
winde ein, bei denen sich ein rascher Fortschritt nach Südosten erzielen liefs. 
Indem dieser Wind vier Tage später durch Süd drehte, entstand aus ihm ein 
schwacher Passat, dessen Grenze am 20. Oktober bei 16,4° N-Br in 30,7° W-Lg
	        
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