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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Vierteljahrs-Wétter-Ruudscliau <ler Dentschen Seewarte, Herbst 1885- 
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des grofsen Hochdruckgebietes. Infolge derselben stellte sich bei ersterem 
Schiffe am 31. Oktober in etwa 37,5° N-Br und 20,4° W-Lg, bei letzterem 
am selben Tage in 36,3° N-Br und 15,2° W-Lg ein stürmischer Nördost- 
wind ein, der später ungestört in den Passat überging. Bei „Irene* folgte 
dieser Wind auf kurze Stille, während bei „Marie Louise“ sieh der vorher schon 
heftig aus West wehende Wind durch Nord nach Nordost veränderte. Die 
folgenden Schiffe dieser Gruppe wurden von dieser Veränderung nur wenig 
berührt. Bei „Roland* und „Fortuna* wurde die Windrichtung damals zwar 
auch eine nordöstliche, doch blieb die Windstärke nur eine sehr unbefriedigende, 
und später wurden die Reisen dieser Schiffe noch wieder von lange Zeit an 
haltenden Westwinden verzögert. Die Veranlassung zu diesen gab jenes Tief 
druckgebiet der Karte 9, welches sich vom 9. bis zum 15. November in lang 
samer Weise und auf gehr gewundener Bahn von den Azoren zur Küste von 
Afrika bewegte. Die dadurch geschaffenen Winde wehten am 11. und 12. No 
vember bei „Industrie* und „Carl* als heftiger, von Gewittern begleiteter Sturm. 
Als das erstere Schiff sich am Morgen des 11. November in etwa 35° N-Br 
und 20° W-Lg befand, herrschte Windstille. Auf diese folgte bald ein leichter 
Ostwind, bei dem das Glas rasch zu fallen begann, worauf der Wind in wenig 
Stunden bis zum orkanartigen Sturme zunahm. Als er seine gröfste Stärke 
erreicht hatte, zeigte das Barometer einen niedrigsten Stand von 736,0 mm. 
Indem der Luftdruck dann ebenso rasch wieder zunahm, drehte sich der Wind 
durch Nord nach Nordwest und flaute ab. Bei „Carl*, welcher den heftigsten 
Wind am Morgen des 12. November in etwa 36° N-Br und 19,5° W-Lg beob 
achtete, wehte der Sturm beständig aus Westnordwest, und das Barometer sank 
nicht tiefer als auf 740 mm. Auch die mehrere Grade südlicher stehende 
„Fortuna“ beobachtete damals stürmische W r estwinde, doch konnte sie, da die 
selben bei ihr aus ziemlich raumer Richtung wehten, in rascher Weise nach 
Süden verrücken. Der Passat stellte sich bei „Roland* in 18,4° N-Br und 
26° W-Lg am 13. November, bei „Fortuna* in 21,7° N-Br und 24,2° W-Lg 
am 17. November, bei „Industrie* in 20,6° N-Br und 21,3® W-Lg wie bei „Carl* 
in 21,8° N-Br und 24° W-Lg am 18. November ein. Wie diese Angaben zeigen, 
segelte „Industrie* ostwärts, die übrigen drei Schiffe westwärts von den Kap 
Verden nach Süden. Am Mittage des 18. November befand sich „Fortuna* in 
20,8° N-Br und 24,8° W-Lg und gleichzeitig „Industrie* in 21,1° N-Br und 
21,1° W-Lg. Es segelte dann bis zum 25. November Mittags das erstere Schiff 
nach 4,4° N-Br in 25,2* W-Lg, das letztere, welches nach dem Passiren jener 
Inselgruppe einen südwestlichen Kurs ein gehalten hatte, nach 5° N-Br in 
24,4° W-Lg. Hier ging der Nordostpassat, der die Sehiflb bis dahin begloitet 
hatte, unmittelbar in den Südostpassat übor. Am 28. November gingen beide 
Mitsegler von nördlicher in südliche Breite über. Die anderen vier Schiffe der 
Gruppe trafen, mit Ausnahme von „Roland*, beim Uebergange von einem 
Passatgebiete zum anderen nicht so günstige Verhältnisse an, wie die beiden 
vorerwähnten es gethan hatten. Die Reise der „Louise <y Georgine* wurde 
dadurch verlängert, dafs dieses Schiff unweit von 2° N-Br und 26° W-Lg bei 
Südsüdöstwind eine Zeit lang auf St-B.-Halsen segelte. 
Die letzte Gruppe von Schiffen, welche die Liste enthält, trat in der 
ersten Hälfte des November ihre Reise an. Dieselbe besteht aus 10 Schiffen, 
von denen „Joseph Haydn*, „Regulus*, „Ärcturm*, „Border Chief*, „Elisabeth*, 
„Ingeborg*, „Aeolus“ und „Dorothea* ihre Fahrt vom Kanal oder 50° N-Br aus 
antraten, während „Humboldt“ aus der Strafse von Gibraltar kam. Ein letztes 
Schiff, „Margaretha Gaiser*, war vom Kanal nach Lagos bestimmt. Alle diese 
Schiffe trafen zu Anfang ihrer Reise auf die Winde der beiden Tiefdruckgebiete 
der Karte 9, welche sieh im zweiten Drittel des November in dev für den 
Herbst so bezeichnenden Weise auf südöstlicher Bahn zur Küste Europas be 
wegten. Da die Schiffe, mit Ausnahme des vom Mitteimeere kommenden 
„Humboldt*, auf der nördlichen Seite der Bahn standen, fanden sie stürmische 
Südostwinde, bei denen einige der Mitsegler, welche dieselben entschlossen 
ausnutzten, raschen Fortgang erzielten, während andere, die bei ihnen zu nahe 
am Winde hielten, zurüokgehalten wurden. So legte beispielsweise von den 
beiden Mitseglern „Aeolus* und „Dorothea*, welche sieh am 16. November auf 
den Gründen vorm Kanal befanden, der erstere im nächsten Etmal bei Südost-
	        
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