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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Vierteljahrs-Wctter-Rimd  schau  der  Deutschen  Seewarte,  Herbst  1885.

druckgebiet  am  24.  und  25.  November  ebenfalls  heftig  stürmende  Westwinde.
Dieselben  traten  indessen,  weil  das  Schiff  sieh  in  42°  N-Br  ziemlich  weit  südlich
im  Sturinfelde  befand,  nicht  in  solcher  Stärke  auf,  dafs  der  Fortgang  des
Schiffes  dadurch  beeinträchtigt  wurde.  „Caroline'>“  Reise  erlitt  erst  eine  Verzögerung, ­
  als  das  Schiff  am  30.  November,  also  nach  nur  lötägiger  Fahrt  von
New-York,  schon  in  die  Nähe  der  europäischen  Küste  gelangt  war.  Ganz
leichte  östliche  Winde  verursachten  dort  noch  einen  Aufenthalt  von  mehreren
Tagen.
3.  Reisen  von  Nord  nach  Süd.
Entsprechend  dem  deutschen  Handel,  welcher  sieh  in  beträchtlichem
Umfange  mit  der  Einfuhr  von  hinterindischem  Reis  beschäftigt,  verläfst  im
Herbst  regelmäfsig  eine  grofse  Zahl  von  deutschen  Schiffen  Europa,  um  nach
Ostasien  zu  segeln.  Ais  natürliche  Folge  dieser  Thatsache  erhält  auch  die  Seewarte ­
  verhältnifsmäfsig  viele  Journale  von  Schiffen,  welche  während  jener  Zeit
auf  der  Reise  zur  Linie  begriffen  sind.  Für  den  Herbst  des  Jahres  1885  ergiebt
sich  deren  Zahl  zu  43,  von  denen  37  ihre  Reise  vom  Kanal  oder  von  50°  N-Br,
drei  von  New-York  und  eines  von  Gibraltar  aus  begannen.  Zwei  hatten  Lagos
als  Reiseziel.  Dio  durchschnittliche  Fahrzeit  bis  zur  Linie  der  ersteren  Gruppe
von  Schiffen  war  31  Tage,  während  die  von  New-York  ausgehenden  im  Mittel
45  Tage  gebrauchten.
Von  den  ersten  7  Schiffen  der  Liste,  welche  Europa  noch  im  August
verliefsen,  machte  die  rascheste  Reise  „Alice  Rickmers“  t  welche  die  Strecke
50°  N-Br—Linie  in  29  Tagen  durchsegelte.  Dagegen  gebrauchte  der  Mitsegler
„Ernst  Sf  Benno“  für  dieselbe  Strecke  41  Tage  und  „  Valparaiso“  auf  der  Route
östlich  der  Kap  Verden  35  Tage.  Die  Schiffe  trafen  damals  südlich  von  50°  N-Br
zunächst  unbeständige  Westwinde  an,  die  erat,  nachdem  sieh  Anfang  September
ein  grofses,  fast  über  den  ganzen  Ocean  reichendes  Hochdruckgebiet  gebildet
hatte,  einen  rascheren  Fortschritt  nach  Süden  ermöglichten.  Der  Wind  drehte
sich  alsdann,  entsprechend  der  Form  des  östlichsten  Theiles  jenes  Gebietes,
allmählich  nördlich  und  ging  schliefsüch,  ohne  dafs  sich  vorher  Windstille  oinstellte,
  in  den  Passat  über.  (Siehe  Karte  1.)  Da  der  letztere  auch  iu  ganz
befriedigender  Stärke  auftrat,  nahmen  die  Reisen  bis  zur  äquatorialen  Passatgrenze ­
  einen  ganz  befriedigenden  Verlauf.  Der  Nordostpassat  endete  bei
„Katinka“  in  13,2°  N-Br  und  28,1°  W-Lg  am  11.  September,  bei  „Emst  Benno“
in  13,3°  N-Br  und  27,6°  W-Lg  am  15.  September,  bei  „  Valparaiso“  in  9,8°  N-Br
und  23,4°  W-Lg  am  13.  September,  bei  „Adolph“  in  9,8°  N-Br  und  25°  W-Lg
am  17.  September,  bei  „Heinrich  Lohmann“  in  8,6  N-Br  und  25°  W-Lg  am
22.  September,  bei  „Madeleine  Rickmers*  in  9,4°  N-Br  und  25,2°  W-Lg  am
17.  September  und  bei  „Alice  Rickmei-s“  in  11,7°  N-Br  und  26,7°  W-Lg  am
18.  September.  Südlich  vom  Passat  wurden  die  Schiffe  zunächst  alle  durch
Mallung  und  Stille  aufgehalten,  und  der  später  angetroffene  südwestliche  Monsun
besafs  auch  nur  geringe  Stärke.  „  Valparaiso“  fand  auf  der  östlichen  Route
anscheinend  etwas  günstigere  Verhältnisse,  als  sie  bei  den  sich  westlicher
haltenden  Schiffen  herrschten.  Am  Mittage  des  3.  September  befand  sich  der
Mitsegler  „Katinha“  in  28,8°  N-Br  und  22,1°  W-Lg,  während  „  Valparaiso“
noch  in  30,2°  N-Br  und  18,6°  W-Lg  stand.  Beide  Schiffe  segelten  hier  schon
mit  dem  Passat.  Derselbe  hielt  später  auf  der  östlichen  Route  der  „  Valparaiso*
jedoch  länger  an,  und  könnte  infolge  dessen  dieses  Schiff  den  Parallel  von
10°  Nord  an  demselben  Tage  wie  „Katinka il  erreichen.  Am  Mittage  des
13.  September  war  der  Ort  des  ersteren  Schiffes  10,1°  N-Br  in  23,4°  W-Lg,
der  des  letzteren  in  10,4°  N-Br  und  27,2°  W-Lg.  Bei  dem  von  beiden  Mitseglern ­
  wenig  günstig  angetroffenen  südwestlichen  Monsun  war  „Katinka“  aber
im  Staude,  mehr  Breite,  als  „  Valparaiso K  es  that,  gut  zu  machen,  obgleich  sie
dabei  verhältnifsmäfsig  weit  nach  Osten  gelangte.  Das  eine  wie  das  andere  war
wohl  eine  Folge  des  Umstandes,  dafs  das  letztere  Schiff  wiederholt  wendete,
während  das  erstere  einen  Schlags  nach  Osten  weglag.  Wie  ersichtlich,  war
die  Wahl  der  Route,  ob  östlich  oder  westlich  der  Kap  Verden,  in  diesem  Falle
von  gar  keinem  Einflüsse  auf  die  Dauer  der  Fahrt.  „Adolph“  und  „Madeüine
Rickmers“,  welche  ihre  Reise  an  demselben  Tage  angetreten  hatten,  erreichten
10°  N-Br  nach  gleich  länger  Fahrzeit.  Am  Mittage  des  17.  September  befand
            
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