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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Vierteljahrs-Wettcr-Bundschau der Deutschen Seewarte, Herbst 1885. 
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vollendeten. „Sirius 9 , „Dakota“, „Andromeda“ und „Astronom“, die zuerst in 
See gehenden, hatten auf dem ersten Theil ihrer Reisen lange gegen östliche 
Winde zu kämpfen. Dieselben drängten, da sie meist aus nordöstlicher Richtung 
kamen, die Schilfe südwärts von ihrem Kurse ab. „Sirius 9 litt darunter be 
sonders, nnd waren für dieses Schiff nicht weniger als 16 Tage erforderlich, 
um nach 50° W-Lg vorzurücken. Die übrigen drei Mitsegler, welche von New- 
Yorlt, dem nördlicher gelegenen liefen, ausgegangen waren, trafen es etwas 
günstiger. In der Nähe der Aufsengründe wurden alle Mitsegler dann noch 
wieder durch lang anhaltende, theils stürmisch auftretende Ostwinde aufgehalten. 
Dieselben wurden verursacht durch die zwei Tiefdruckgebiete der Karten 9 und 10, 
welche sich damals auf östlicher Bahn, südlich von den Schiffen zur europäischen 
Küste bewegten. Von diesen Gegenwinden wurde auch noch „Fidelio“ betroffen, 
während die folgenden Schiffe, die 30° W-Lg einige Tage später überschritten, 
davon verschont blieben. Der Kurs der beiden Schiffe „Doris“ und „Marie 
Louise“ wurde vom 14. bis zum 15. November von dem tiefen Tiefdruckgebiete, 
dessen über den ganzen Oceau reichende Bahn damals eine entschieden süd 
östliche Richtung annahm, gekreuzt. Am 13. und 14. November lag der Mittel 
punkt dieser Störung noch nördlich von den Schiffen, und war deshalb die 
Richtung des bei ihnen stürmisch wehenden Windes eine westliche. Dagegen 
wurde sie am 17. November bei beiden Mitseglern eine östliche. Nach dieser 
Zeit machten sich für sie die Wirkungen dieses Tiefdruckgebietes nicht mehr 
fühlbar. Mit Bezug auf dasselbe bemerkt Kapt. Bruns, der Führer der „Doris“, 
unterm 16. November in seinem Tagebuche ganz richtig, dafs er vermutho, sein 
Schiff segele seit mehreren Tagen im Sturmfelde eines und desselben Tiefdruck 
gebietes nach Osten. Er irrte sieh nur in der Annahme, dafs sich dasselbe mit 
keiner gröfseren Schnelligkeit als 8 Sm in der Stunde nach Osten bewege. 
Dieselbe betrug vielmehr, bald nachdem der Mittelpunkt südlich von Labrador 
passirt war, fast das Doppelte jener Schätzung und wurde erst eine geringere, 
als 25° W-Lg überschritten worden war. Kapt. Bruns liefs der Thatsache, 
dafs er sich zunächst in der vorderen östlichen Hälfte des großen Tiefdruck 
gebietes befand, dafs dieses sich dann aber rasch nach Osten hin verschob und 
das Schiff dadurch in die hintere westliche Hälfte gerieth, nicht die volle Rück 
sicht zu Theil werden. Aehntieh wie „Doris“ fanden „Marie Louise“, „Johanne 
Marie“ und ,, Thalassa“ die Windverhältnisse während ihrer Fahrt. Alle diese 
Schiffe hatten am 10. und 11. November zwischen 50° und 55° W-Lg einen 
sehr heftigen Südsturm Überstunden, der ein Begleiter jenes Tiefdruckgebietes 
war, welches sieh nach Karte 9 am 9. und 10. November von den kleinen 
Antillen nach Nordosten bewegte. Ostwinde von längerer Dauer wurden von 
diesen Schiffen während der Fahrt kaum angelroffen. 
Die kürzesten Reisen von allen der hier zu besprechenden vollendeten 
die beiden letzten der in der Liste angeführten Schiffe. Es waren dies 
„Magdalene“ und „Caroline“, welche beide nach 20tägiger Fahrt den Kanal 
bezw. das Mittelmeer erreichten. „Magdalene* verliefs New-York am 9. No 
vember bei stürmischem Nördwestwinde, der wahrscheinlich verursacht wurde 
durch das damals im nordöstlichsten Theil© der Vereinigten Staaten liegende 
Tiefdruckgebiet. Es war dies dasselbe, welches später den ganzen Ocean 
kreuzte und dessen Auftreten sich in den Reisen mehrerer Mitsegler, wie z. B. 
der „Doris“, bemerkbar gemacht hatte. „Magdalene“ wurde durch die bei ihr 
geschaffenen Winde während der ersten 5 Tage ihrer Fahrt sehr begünstigt. 
Als das Schiff sich aber am 14. November bei 42° N-Br in 53° W-Lg befand, 
war das Tiefdruckgebiet so weit nach Osten vorausgeeilt, dafs dessen Eioflüfs 
sich nicht mehr bis zum Schüfe erstreckte. Nach einem Tage der Mallung und 
östlichen Windes stellten sich jedoch wieder kräftige Westwinde ein, bei denen 
man sich dem Kanal rasch nähern konnte. Auf dem letzten Reiseabschnitt 
hatte „Magdalene“ dann noch einen sehr schweren Weststurm, vor dem bei 
gedreht werden rnufste, zu übersteben. Derselbe wurde verursacht durch ein 
anderes Tiefdruckgebiet, dessen Bahn sich auf Karte 10 fast von den Babama- 
Inselu bis zur Nordspitze Norwegens für die Zeit vom 20. November bis zum 
1. Dezember verfolgen läfst. „Magdalene“ überstand diesen Sturm, als sie sieh 
am 26, November in etwa 50° N-Br und 16,5° W-Lg befand. Bei dom vorher 
fast nur von Westwinden begünstigten Mitsegler „Caroline“ bewirkte jenes Tief
	        
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