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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1912,
Gezeiten. Die Hafenzeit für die Champion-Bucht ist 9b; die Hochwasser-
höhe beträgt bei Springtide 0.5 m, bei Nipptide 0.4 m. Die Gezeiten werden
durch die Winde stark beeinflußt, Bei den im Sommer vorherrschend von
Mitternacht bis 9* und 10k V wehenden Landwinden ist der niedrigste, bei west-
lichen und nordwestlichen Winden, die aber mehr im Winter wehen, der höchste
Wasserstand. Während NW-Stürmen steigt das Wasser 0.9 bis 1.2 m über seinen
gewöhnlichen Stand.
Kapt. D. Niemann schreibt: »Auffallend habe ich es gefunden, daß vom
21. Dezember 1885 bis 1. Januar 1896 das Hochwasser stets gegen 5b N, das
Niedrigwasser morgens eintrat, Der Tidenhub betrug etwa 0.5 m, war jedoch
vom Winde und anderen Ursachen etwas beeinflußt, Während der Zeit vom
2. Januar bis 3. Februar habe ich aber regelmäßig morgens und abends Hoch-
und Niedrigwasser beobachtet.«
Wind, Wetter, Klima. Uber die Windverhältnisse an der Westküste
Australiens siehe Segelhandbuch für den Indischen Ozean, Seite 99 und 100 und
Australia Directory Vol. I1I, Seite 16/17,
Klima. Gegen Ende Februar ist es in Geraldton am heißesten, gegen
Ende Juli am kühlsten. Der jährliche mittlere Barometerstand beträgt 762,5 mm,
der höchste war 773.9 mm, der niedrigste 750.6 mm. Die mittlere Jahrestempe-
ratur ist 18,9° C., die höchste war 40,6° C., die niedrigste 1.7° C. (Kapt. D. Niemann
beobachtete am 8. Januar 1896 41° C. im Schatten). Der mittlere jährliche Regen-
fall betrug nach 13jährigen Beobachtungen 48 cm.
Hafenanlagen. Es sind zwei Ladebrücken vorhanden. Die südliche von
beiden ist 229 m lang; sie wird nur noch als Spazierweg benutzt. Die nördliche
Brücke hat 746 m Gesamtlänge, wovon 539 m auf die äußere Hälfte fallen. Die
Brücke ist bis auf 6.1 m Wassertiefe hinausgebaut und es können Schiffe bis zu
5.5 m Tiefgang längsseit von ihr holen. Bahngleise sowie Güterschuppen sind
auf ihr vorhanden. Dampf- und Handkräne stehen in geringer Anzahl zur Ver-
fügung, Eine Verlängerung der Brücke ist beabsichtigt. Baggerungen zwecks
Vertiefung des Hafens sind im Gange, Löschen und Laden geschieht an der
Brücke direkt in Eisenbahnwagen; auf dem Ankerplatze wird mittelst Segel-
leichter gelöscht und geladen. Arbeitsleute sind in beschränkter Anzahl zu
bekommen, der Arbeitslohn beträgt 1sh 3 d per Stunde,
Dockanlagen sind nicht vorhanden, doch können kleinere Ausbesserungen
an eisernen und hölzernen Schiffen gemacht werden,
Hafenunkosten. Tonnen- und Leuchtfeuerabgaben sind dieselben wie
in Bunbury.
Dampferlinien. Postdampfer laufen wöchentlich einmal den Hafen an.
Eisenbahnverbindung besteht mit Northampton, Cue, Dongara und Perth;
mit letzterem Orte besteht tägliche Verbindung. Telegraphische Verbin-
dung ist vorhanden,
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen sollen nach amerikanischen Quellen
nicht zu haben sein; nach englischen Quellen sollen 800 t auf Lager gehalten
werden. Proviant ist reichlich vorhanden, der Preis dafür ist jedoch hoch.
Wasserversorgung. Kleine Mengen kondensiertes Wasser sind zu bekommen,
das Wasser wird in Tanks längsseit gebracht.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Deutsches Konsulat ist nicht am Orte;
das nächste befindet sich in Fremantle. Ein städtisches Krankenhaus ist vor-
handen: Kranke müssen 6 sh für den Tag bezahlen.
Kleinere Mitteilungen.
1. Eureka in der Humboldt- Bucht (Californien). Bericht des Kapt.
J. v. Helms, D. »Sisak«, vom April 1911. Brit. Adm-Krt. Nr. 2531, Cape Mendocino
to Vancouver Island, Plan: Humboldt Bay; Nr. 3121, Abalone Point to Redding
Rock. Letzte Veröffentlichung in »Der Pilote«, Bd, VI, S. 215.
Der Kapitän schreibt: »Nachdem ich, von Süden kommend, Blunts Reef-
Feuerschiff in 1 Sm Abstand passiert hatte, steuerte ich mit mw. NzO-Kurs direkt