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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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VictieJjalirs-Wetfer-Knndschau der Deutschen Seewarte, Herbst 1885. 
Wetter, und die Windrichtung wurde wieder eine östliche. Als „Hedwig“ sich 
am 14. November bei 28° N-Br in 71° W-Lg befand, endete der Passat. Die 
Zurücklegung des von hier ab noch vorliegenden Reiseabschnitts nahm dann 
infolge angetroffener ungünstiger Winde noch eine verhältnifsmäfsig lange Zeit 
in Anspruch. Am 25. November wurde im Hafen von New-York geankert. 
Von den beiden folgenden Schiffen, dem „Johann Kepler“ und der 
„Republik“ schlug das erstere den Weg Nord um Schottland, das letztere den 
Weg durch den Kanal ein, obgleich jenes von Cuxhaven, dieses von Swinemünde 
abgefahren war. Als „Johann Kepler“ am 4. Oktober die Nordsee erreicht 
hatte, bewogen die dort angetroffenen Südwestwinde und der niedrige Barometer 
stand den Kapitän, sich für die nördliche Route zu entscheiden, und blieb er 
derselben, trotz später herrschender ungünstiger Winde, auch getreu. „Republik“ 
ging am 10. Oktober von Swinemünde aus in See, gelangte mit günstigen 
Winden in zwei Tagen zum Sunde und am 19. Oktober nach Dover. Am 
21. Oktober, als das Schiff sich in Sieht von Lizard befand, stand „Johann 
Kepler“ in 58,6° N-Br und 14,1° W-Lg. An diesem Tage würde letzteres 
Schiff von frischem Ostwinde begünstigt, während das erstere durch westliche 
Winde zurückgchalten wurde. Wie Karte 7 zeigt, bewegte sich damals ein 
Tiefdruckgebiet nach Südosten, an dessen südlicher Seite die „Republik“, an 
dessen nördlicher der „Johann Kepler“ ßtand. Die später folgenden, zeitweilig 
stürmisch wehenden nordwestlichen Winde nöthigten beide Schiffe, einen süd 
lichen Kurs zu verfolgen. „Republik“ steuerte dann gleich für den Passat, 
während „Johann Kepler“ so viel wie möglich Länge mit anzuholen versuchte. 
Als der Wind sich bei jenem Schiffe am 31. Oktober in 36° N-Br und 
16,8° W-Lg nach Nordosten veränderte, hatte der Mitsegler schon 50° N-Br 
und 28° W-Lg erreicht; doch da jener Ostwind unmittelbar in den Passat über 
ging, nahm die Reise der „Republik“ für längere Zeit einen ziemlich befrie 
digenden Verlauf, während dem „Johann Kepler“ das Gutmachen von Länge 
bei dem vorherrschenden, nicht selten stürmischen Westwinde schwerer fiel. 
Am Mittage des 17. November befanden sich beide Schiffe in derselben Länge 
von 65° West, das erstere in 24,3°, das letztere in 43,8® N-Br. Nach 
dieser Zeit fand „Republik“ aber entschieden ungünstigere Verhältnisse als der 
Mitsegler. Derselbe wurde jetzt häufig von Ostwinden begünstigt, die zum 
Theil stürmisch wehten, besonders am 21. November, als „Johann Kepler“ sich 
in der Nähe von 42° N-Br und 61° W-Lg befand. Das Schiff stand damals 
in der nördlichen Hälfte eines Tiefdruckgebietes, welches, wie aus Karte 10 
ersichtlich, vom subtropischen, nordöstlich von den Bahäma-Inseln liegenden 
Meereatheil herkommeno, sich nach Nordosten bewegte. „Johann Kepler“ 
gelaugte zur Mündung des Delaware am 27. November, „Republik“ am 
7. Dezember. 
Die zwei letzten Schiffe der Liste, „Niagara“ und „Mozart“, benutzten 
beide zur Fahrt über den Ocoan die Passatroute. Jenes Schiff war nach 
Savannah, dieses nach New-York bestimmt. „Niagara“ fand ziemlich günstige 
Verhältnisse, während „Mozart“ dieselben schlechter antraf. Am 18. November 
überstand dieses Schiff’ unweit 44° N-Br io 15° W-Lg einen sehr schweren 
Sturm aus Südost, hei dem der Luftdruck bis auf 738 mm sank. Bei der gleich 
zeitig in etwa 32° N-Br und 23° W-Lg stehenden „Niagara“ wehte damals 
Westwind in Stärke 6. Dieser Sturm wurde hervorgerufen durch ein Tiefdruck 
gebiet, welches laut Karte 9 sich zur Zeit auf südöstlicher Bahn zur portu 
giesischen Küste bewegte. Bei „Niagara“ nahm der Wind damals zwar nicht 
zum Sturme zu, doch hatte dieses Schiff schon am 12. November bei 40® N-Br 
in 19® W-Lg einen ähnlichen Oststurm erlebt, der von jenem ebenfalls auf 
Karte 9 verzeichneten Tiefdruckgebiete herrührte, welches sich auf ver 
schlungener Bahn über dem zwischen Azoren und Madeira liegenden Meeres- 
theile bewegte. „Niagara“ nützte den heftig stürmenden Wind voll aus, während 
„Mozart“ durch entschlosseneres Weghalten nach Westen aus dem günstigen 
Winde wohl gröfseren Nutzen hätte ziehen können. Jenes Schiff erreichte das 
Passatgebiet am 18. November in etwa 24° N-Br und 26° W-Lg, dieses am 
26. November in 27,5“ N-Br und 22® W-Lg. Den Passat selbst traf „Mozart“ 
frischer und beständiger an als „Niagara“, obgleich letzteres Schiff die Länge 
in der Nähe von 18,5“, jenes in der von 23,5® N-Br ablief. Entschieden be-
	        
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