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Säkulare Variation der magnetischen Deklination in Rio de Janeiro.
der beiden Rosen ergab sich demnach —1° 37' und —0° 51' oder im Mittel
— 1°14'. Weil indessen eine Reihe von Vergleichungen gezeigt hatte, dafs
der Unterschied zwischen beiden Rosen im Mittel aus allen Vergleichungen 11'
wurde, so ist vorgezogen worden, als Resultat der Index-Korrektion für die
gröfsere (schwerere) Rose — 1° 20' und für die kleinere — 1° 8' zu setzen, wie
oben und bei allen Beobachtungen geschehen ist.
Die Zeit dieser Kompafsprüfung ist nicht angegeben; sie mufs aber bald
nach der Rückkehr des Schiffes vorgenommen sein, wie aus der angewandten
Gröfse der wahren magnetischen Deklination für Stockholm zu schliefsen ist.
Da nun dieser Barrow’sche Azimuth-Kompafs, mit dem alle absoluten Deklinations-
Beobachtungen auf der Reise der „Eugenie“ gemacht worden sind, wahrschein
lich noch unverändert aufbewahrt wird, so möchte es im Interesse jener Beob
achtungen wünschenswerth sein, eine neue Prüfung desselben vorzunehmen,
Kiel, im Dezember 1888.
G. D. E. Weyer.
Kleine Notizen. 1 )
1. (D.S.) Seebeben, a) An Bord des deutschen Vollschiffes „Katharine“,
Kapt. B. Spille, wurden am 5. November 1887, Nachts um 11 Uhr, im Hafen
von Iquique einige kurz auf einander folgende schwache Erdstöfse verspürt.
Das Wetter war seit mehreren Tagen schön und beständig hei leichter bis
frischer südlicher und südöstlicher Briese.
b) Der deutsche Dreimastschoner Helene“, Kapt. F. Linde mann, befand
sich am 12. August 1887 auf der Reise von Hamburg nach Guayaquil im Süd
lichen Stillen Ocean auf 18,9° S-Br und 80,5° W-Lg, als man um 8 Uhr Abends
drei starke Erschütterungen des Schiffes wahrnahm, die von einem Seebeben
herzurühren schienen. Der Wind schwankte zwischen E und S, bei einer
mäfsigen bis frischen Stärke, und der Himmel war vollständig bedeckt. Der
Luftdruck von 766,2 mm zeigte keine aufsergewöhnliche Veränderung; die Luft
temperatur betrug 17,9° 0.
2. (D.S.) Eis im Südlichen Stillen Ocean. a) Die deutsche Bark
„Oberon“, Kapt. D. Schumacher, befand sich auf einer Reise von Port Pirie
nach Falmouth am 3. März 1887 im Südliehen Stillen Ocean, woselbst man um
12 Uhr Mittags auf 51,7° S-Br und 123,0° W-Lg bei steifem Westwinde, von
Hagel- und Regenböen begleitet, einen Eisberg passirte, der eine Höhe von
etwa 60 m (200 Fufs) haben mochte. Die Entfernung von demselben wurde auf
10 Sm geschätzt. Die Wassertemperatur war beständig etwa 7,0° 0.
b) Die deutsche Bark „L. Hagen u lief am Nachmittage des 17. März
1888 auf der Reise von Hapai nach Lissabon im Südlichen Stillen Ocean bei
frischem SW-Winde und nebeliger Luft in die Nähe von Eisbergen. Kapitän
0. Busch berichtet hierüber des Weiteren in seinem meteorologischen Journale,
wie folgt: „Um 3 h p. m. sichteten wir recht voraus einen grofsen Eisberg, dem
wir uns um 6 b p. m. auf etwa 53,9° S-Br uud 131,3° W-Lg in der Peilung
mw. NO bis auf 3 Sm genähert hatten. Der Berg hatte in Ost—West-Richtung
eine Längenausdehnung von mindestens 1 Sm, und zwei kegelförmige Spitzen
ragten bis zu einer Höhe von etwa 60 m (200 Fufs) empor, während eine
andere abgeplattete Erhebung etwa 30 m (100 Fufs) hoch sein mochte. Aufser-
dem erhob sich auf dem einen Ende des Berges eine Pyramide, so dafs das
Ganze Aehnlichkeit mit einer Kirche batte. Die Wassertemperatur war an den
regelmäfsigen Beobachtungsstunden um 4 h p. m., 8 h p. m. und 12 h p. m. beständig
5,8° C., und nur um 10 h p. m. fand eine Erniedrigung um 0,3° C. statt.
Mit Tagesanbruch am 18. März, etwa ein Viertel vor 6 Uhr, als unser
Besteck 53,8° S-Br und 130,9° W-Lg war, sichteten wir im Norden, 1 Sm von
uns entfernt, abermals einen Eisberg von einer angenäherten Höhe von 15 m
(50 Fufs). Die Temperatur der Luft von 4,7° und die der Meeresoberfläche
*) Die mit (IX S.) bezeichaeten Notizen sind von der Deutschen B'eetearU eingesendet.