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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Vierteijahrs-Wctter-Rimdseiiau dev Deutschen Seewarte, Herbst 1885. 
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rasch steigendem Barometer nach kürzet' Zeit geendet hatte, folgte wieder eine 
lange Periode westlicher Winde, bei denen fast der ganze noch vorliegende 
Reiscabschnitt vollendet werden mufste. Erst als das nach 65° W-Lg vor 
gerückte Schiff am 20. September in den Bereich eines anderen, von Südwesten 
herkommenden Tiefdruckgebietes gelangte, wurde die Fahrt wieder für mehrere 
Tage von Ostwinden begünstigt. Der Anfangs auf 770 mm zeigende Luftdruck 
sank damals in 48 Stunden bis auf 744 mm. Jenes Niederdruckgebiet, dessen 
Mittelpunkt am 21. September noch am Golf von Mexiko gelegen hatte, eilte 
in der Nähe der Ostküste Nordamerikas mit grofser Schnelligkeit nach Norden 
und nahm, in höheren Breiten angelangt, allmählich eine nordwestliche Bahn 
an. (Siehe Karte 2.) Als „Doris“ am 23. September im südlichen Tbeile dieses 
Niederdruckgebietes stand, setzte bei ihr ein stürmischer Westwind ein, welcher 
der heftigste war, den man während der ganzeu Fahrt über den Ocean äuge- 
troffen hatte. Am 25. September, 39 Tage später als Fair Island verlassen 
worden war, gelangte das Schiff zum Hafen von New-York. 
Während der letzten Woche im August verliefsen fünf Schiffe, die nach 
Nordamerikanischen Häfen bestimmt waren, den Kanal. Ihre nicht sehr raschen 
Reisen wurden, mit Ausnahme der ersten, fast alle in nahezu gleicher Zeitdauer 
ausgeführt. Dieselben wurden von Stürmen mehr beunruhigt, als es bei der 
Reise von „Hans“ der Fall gewesen war. Alle hatten im offenen Ocean an 
fänglich ganz günstige Verhältnisse gefunden. Anfangs September gerietben 
aber die nach 20° W-Lg und darüber hinaus vorgerückten Schiffein den Bereich 
eines Tiefdruckgebietes, welches sich in unregelmäßig gekrümmter Bahn in dem 
westlich von Irland gelegenen Meerestheilo bewegte. (Siehe Karte 1.) Dabei 
wurden besonders die letzten drei von den in Frage stehenden Schiffen durch 
stürmische Westwinde zurückgehalten, während „Thalasea“ und .,Ariadne“, 
welche schon weiter westlich standen, den Wind aus nördlicherer Richtung 
hatten und insofern mehr begünstigt wurden. Am 4. und 5. September hatten 
alle Mitsegler im Bereiche der erwähnten Depression einen heftigen Weststurm 
zu bestehen. 
Der sich unweit von 47° N-Br in 27° W-Lg befindende „J. W. Wendt“, 
bei dem der Luftdruck in zwei Wachen um 7 mm abnahin, scheint von diesen 
Schiffen dem Mittelpunkte am nächsten gestanden zu haben. Nachdem an Bord 
desselben für mehrere Wachen Stille geherrscht hatte, stellte sich ein schwacher 
Südostwind ein, der sich bald nach Siidwest und Nordwest veränderte und 
stürmisch wurde. Nach diesem Unwetter hielt der Wind sich noch für längere 
Zeit im westlichen Halbkreise, so dafs man, da derselbe auch nicht selten 
stürmisch war, nur in langsamer Weise Länge gut machen konnte. Am 22. und 
23. September herrschte bei „Ariadne“, „•/. W. Wendt“ und „Magdaleneden 
damals am weitesten westlich stehenden Schiffen, ein sehr heftiger Weststurm, 
der verursacht wurde durch jenes Tiefdruckgebiet der Karte 2, welches schon 
bei der Besprechung der Reise von »Dem“ erwähnt worden ist. Als dessen 
Mittelpunkt am 23. September in der Nähe der Bai von Fnndy zu liegen schien, 
wehte bei dem in etwa 43° N-Br und 62° W-Lg stehenden „J. W. Wendt“ 
Südsüdwestwind in Stärke 5, während bei der sich gleichzeitig unweit 43,5° N-Br 
und 58° W-Lg befindlichen „Magdalene“ ein orkanartiger Südoststurm wüthete. 
Der Luftdruck erreichte dabei einen niedrigsten Stand von 743 mm. Nach 
diesen Tagen wurden die Schiffe wiederholt von östlichen Winden begünstigt, 
so dafs der letzte Reiseabschnitt in befriedigenderer Weise zurückgelegt werden 
konnte. Die vier letzten Schiffe dieser Gruppe erreichten um den 30. September 
ihren Bestimmungsplatz, während „Thalassa“ erst am 7. Oktober im Hafen von 
New-York ankerte. 
„Caroline“, „Amelia“, „Cleopatra“, „Palme“ und „Savannah“, die fünf 
folgenden Schiffe der Liste, traten alle vom Mittelmeere aus ihre Reise an. 
Unter ihnen zeichnet sich, wie schon bemerkt, die der „Cleopatra“ durch ihre 
ungewöhnliche Kürze von 21 Tagen aus. Die übrigen vier Reisen nahmen längere 
Zeit in Anspruch, indessen auch nicht mein-, als die Durchschnittsreise aller 
Schiffe der Liste beträgt. Für alle diese Mitsegler zeigto sich die Lagerung 
des Hochdruckgebietes mittlerer Breiten zur Zeit, als sie den Atlantik betraten, 
sehr günstig, denn infolge davon trafen sie fast alle auf dem ersten Reise- 
absebnitt Nord- und Ostwinde an (siehe Karten 1 bis 5). Drei der Schiffe 
Abel. <3. Hy&r. .etc., 18SÖ, Heft X. ty
	        
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