392
Hafen vö» Castries. Insel St. Lucia. Kleine Antillen.
115 628 Pfd. Sterl. Die Ausfuhr, bestehend aus Zucker, Syrup, Kakao, Häuten,
Blauholz etc., hatte einen Werth von 117 742 Pfd. Sterl.
Segelanweisung: Von Norden kommende Schiffe mit geringem Tief
gang können dicht um die Spitze Vigie herumgehcn, dagegen Schiffe mit
grofsem Tiefgang müssen um die l*/a Kabllg. südwestlich von dieser Landspitze
liegende 8,8 m - Stelle steuern und Tapion Rock in Linie mit einem der Gebäude
auf dem Berge Fortune halten, bis das auf der Spitze Banane» erbaute Viotoria-
Hospital hinter der Spitze Coeoa Nut verschwindet.
Von Süden kommend, müssen alle Schiffe die nordwestlich von Tapion
Rock liegende Tapion Shoal vermeiden; hält man die Spitze LabrelloUe in
ca NOzN, gut frei von dem Westende von Vigie, so bleibt man von dieser
Untiefe frei, bis die Stadt Castrie§ frei von der Spitze Coeoa Nut zu sehen ist.
In der Hafeneinfahrt kommt der Hafenmeister an Bord; Schiffe mit
reinem Gesundheitspafs können einsegeln; Schiffe, deren Gesundheitszustand nicht
in Ordnung ist, dürfen nicht näher als in 275 m Abstand von den Landungs
brücken herangehen. Dampfer können sodann zwischen Coeoa Nut Shoal und
Vieille ViUe Shoal hindurchgehen, und entweder im Hafen ankern oder wegen
Ergänzung der Kohlen an die Kohlenbrücke anlegen. Ohne besondere Erläubnifs
des Hafenmeisters dürfen die Schiffe nicht an einer der Festmachetonnen im
Hafen sieh befestigen.
Strom- und Wassertemperatur-Beobachtungen an der Westküste
von Afrika.
Antrc.MSlIt Von S. M. Kubt. „Hyäne“, Kommandant Kapt.-Lieut, Zeyo.
Die Beobachtungen sind vom 2. Juni bis 7. Juli d. J. auf einer Reise
von Kamerun über San Paul de Loanda, Benguela, Mossamedes, Große Fisch-Bai,
Sei«4ttiicA-Hafen und Angra Pequena nach der Kapstadt angestellt worden.
Auf der Fahrt von Kamerun, nach San Paul de Loanda wurde nur
während eines Etmals, vom 4. zum 5. Juni, ein nördlicher Strom, die übrige
Zeit aber stets südlich setzender beobachtet. Das Auftreten der nördlichen
Strömung machte sich bereits um IO 11 a. m. des 4., auf 1° 24' S-Br und
8° 8' O-Lg, durch starke von Ost nach West gerichtete Stromkabbelung und
durch eine innerhalb kurzer Zeit abnehmende Temperatur des Oberfläclien-
wassers von 26,4° auf 24,2° G. bemerkbar. Am Morgen des 6. konnte an der
Veränderung der Farbe und Abnahme des specifischen Gewichts des Wassers
bemerkt werden, dafs das Schiff sich im Wasser des AVu/o-Flusses befand,
dessen Miindongsmitte noch etwas über 100 Sm entfernt war. In der folgenden
Tabelle sind die während der Fahrt am 6. beobachteten Temperaturen, speci
fischen Gewichte und Färbungen des Seewassers zusammengestellt.
Zeit
6. Juni
S-Br
O-Lg
Mitte der
Kongo-Mündung
peilt Distanz
Temperatur 0 C.
Luft Wasser
Spec.
Gewicht
Färbung
des Wassers
8 h a. m.
5°
3'
10° 40'
SSOVsO
104 Sm
25,4
23,7
1,0160
schwarzgrfin.
I0 h a. w.
5
14
10
4ö
SSÖV2O
9» »
25,6
24,7
dunkelbraun.
12 h Mittags
5
24
10
51
SSO3/4O
84 »
25t>
25,7
1,0120
2 h p,in.
5
33
10
59
mym
n ,
26,6
26,6
1,0120
»•
4 h p, m.
5
43
11
7
SO*/iS
63 *
26,0
27,2
1,0115
#
6h p. m.
&
53
11
15
qi/ss
54 ,
25,5
26,2
1,0113
oJivengriin.
8h p. m.
6
4
11
22
0V4N
46 ,
25,3
26,2
1,0145.
Treibprodukte wurden nicht bemerkt.
Auf der Reise von San Paul de Loanda nach Benguela wurde am
13. Juni um 9 b 10 m a. in., zur Ebbezeit, 3 Sm westlich von der Corimha-Barre,