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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Segelanweisung für Bahia Bianca (Port Belgrado). Argentinien. 
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Segelanweisung für Bahia Bianca (Port Belgrano). Argentinien. 
Ostküste von Süd-Amerika. 
(»Notice hydrographitjue“ No. 7, Paris 1889.) 
Von dem Kommandanten des französischen Schiffes „EMBP, Lieutenant 
Berryer, ist nachstehende Segelanweisung für Bahia Bianca (Port Belgrano) 1 ) 
aufgestcllt worden: 
Das Anlaufen von Bahia Bianca ist bei klarer Luft, wenn man die Sierra 
Ventana erkennen kann, nicht schwer; kann man jedoch das Gebirge nicht 
deutlich erkennen, so thut man gut, stets lothend, die nördliche Küste anzusteuern, 
welche vom Topp aus auf weite Entfernung sichtbar ist. Nur wcdo man die 
genaue Lage des Sehiffsortes kennt, darf man mit westlichem Kurse die An- 
segelungstonne aufsuchen. Die westliche Küste an der Einfahrt ist sehr niedrig, 
und kann man, ohne das Land zu sichten, auf die Lo&os-Bank auflaufen. 
Der Berg Hermoso, welcher aufser der Simra Ventana der einzige hervor 
ragende Punkt au der Küste ist, unterscheidet sich von den übrigen Hügeln, 
welche ihn umgeben, nur durch den Mast, an welchem sich das Leuchtfeuer 
befindet. Nach Aussage des Lootsen ist auf das Sichten dieses Leuchtfeuers 
auf mehr als 7 Srn Entfernung nicht mit Sicherheit zu rechnen.-) 
Sobald man den Berg Hermoso erkannt hat, ist die 1. gelbe Tonne, 
welche bis 3 Sm Abstand zu sehen ist, leicht aufzufinden. Diese Tonne liegt 
gegenwärtig in SS0 5 /sO von der Tonne No. 2, Beim Befahren dieses Theiles 
der Einfahrt mufs man den Strömungen Rechnung tragen, welche zwischen den 
Tonnen No. 1 bis 5 quer gegen den zu steuernden Kura setzen. Oberhalb der 
Tonnen scheint die Strömung mehr der Richtung des Fahrwassers zu folgen. 
Das Wrack des früheren Feuerschiffes, welches bei East Gate Port liegt, 
ist nur noch an den bei Hochwasser ca 2 m aus dem Wasser ragenden Mast 
zu erkennen und wird wohl sehr bald ganz verschwunden sein. 
Zwischen den Tonnen No, 7 und 8 ist der Kurs, obwohl das Fahrwasser 
daselbst breiter ist, schwerer zu verfolgen, denn die auf der Br. Adm.-K. 1331 
(VIII 98) eingetragenen Landmarken Spitze Tijada, Black Bush, Anchor Stock 
und Spitze Ciguena sind sehr schwer zu erkennen, besonders für diejenigen, 
welche diesen Hafen zum ersten Male anlaufen. 
Die Tonne No. 8 erblickt man erst, wenn man bis * */« des Weges zu ihr 
gekommen ist, und man hat zur Orientirung nichts als die durch Augenmaß 
bewirkte Schätzung dor Entfernung vom Lande an der St-B.-Seite. An B-B. 
ist nur Strauchwerk, welches kaum aus dem Wasser her vorragt und auf 5 bis 
6 Sm Abstand keinen Anhaltspunkt giebt. 
Es wurde die Lage von zwei neuen Wracks bestimmt, von diesen liegt 
das eine 9 Kabllg. rw SOzS vom Hügel Anchor Stock und das andere 7 Kabllg« 
rw sy«0 von Tri/pod. Besonders das letztere ist sowohl von Ost als auch von 
West aus gesehen gut erkennbar und erscheint von W r eitern wie ein Felsen. 
Zwischen den Tonnen No. 8 und 9 ist das Fahrwasser sehr schmal, und mufs 
man genau der durch diese Tonnen bezeichneten Richtung folgen. Der „Etoile 
welcher um 2° bis 3° von dieser Richtung abwich, da die auf der Karte an 
gegebene Route solches vorschrieb, lief auf den Rand einer Bank an St-B. mit 
5 m Wasser, hartem Sandgrund. Es ist anzuratken. auf keine Stelle zu gehen, 
auf welcher in der Karte keine Lothungen eingetragen sind. Nach Aussage 
des Regierungslootsen ist die Tonne No. 9 vor einiger Zeit etwas verlegt worden, 
und es liegt dieselbe gegenwärtig 100 bis 150 m nördlich der in der Karte an 
gegebenen Position. 
Von der Tonne No. 9 an sind nur noch feste Seezeichen, und ist das 
Stangenseezeichen auf der Spitze Pipa weit sichtbar; von diesen Seezeichen 
mufs man 300 m entfornt bleiben. Von der Spitze Pipa ist das östliche Ein 
fahrtszeichen besser zu sehen, als das westliche. Die Baumgruppe, welche 
zwischen beiden zu halten ist, ist infolge der neu aufgeführten Häuser in der 
Stadt Bahia Bianca schwer zu erkennen. Hat man das östliche Einfahrtszeichen 
auf 100 m Abstand passirt, so ist das Fahrwasser durch Pricken an dor Ost 
1) »South America Pilot 11 , Part I 1885, pag. 250. 
*) Vgl. „Lchtf.-Verz.“ 1889, VIII, 428. 
Ann. d. HyÄ. eto., 1SS9, Reft X, 
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