Säkulare Variation der magnetischen Deklination in Rio de Janeiro.
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beiden Index-Korrektionen derselben konnten erst nach der Rückkehr des
Schiffes in Stockholm bestimmt werden. Alle Deklinations-Beobachtungen auf
der Reise und ihre Berechnungen sind vom Freiherrn C. J, Skogman aus
geführt worden.
Die zweite Beobachtung steht im nautisch-physikalischen Theilc pag. 73
dor Beschreibung der Reise der österreichischen Fregatte „Novara“ um die Erde
in den Jahren 1857—59 unter dem Befehle des Commodore B. vonWüllers-
torf-ürbair, Wien 1862—65. Beobachtungsort war die Sternwarte in Rio
de Janeiro und das Instrument ein LamonFacher magnetischer Theodolit, dessen
Konstanten von Direktor Kreil in Wien bestimmt waren. Die Deklinations-
Beobachtungen wurden von dem damaligen Schiffsfähnrich. R. Müller angestellfc
und lauten, wie folgt:
Rio de Janeiro. Auf der Sternwarte.
1857 Aug. 20 N. M. 0 й 3“ . , . 0° 44,5' W
0 5... 44,4
0 22 ... 45,4
0 23 ... 45,3
0 25 ... 45,4
0 26 ... 45,4
Mittel 0° 45,1' W~
Im Anschlufs an die früheren Vergleichungen (im Heft XI der Annalen
1888, pag. 489) wird also:
Obs. Calc. О—G Beobachter
1851,9 —1,25° + 6,72 ö — l,97 ö O.A. Skogman
1857,7 -1-0,75 +1,48 -0,73 R. Müller
und die Vergleichung mit der parabolischen Rechnung ergiebt in der Zusammen
stellung (1. c. pag. 491):
Obs. Cale. 0—C
1851,9 —1,25° +0,70* —1,95°
1857,7 + 0,75 +1,52 —0,77
Wären beide Beobachtungen genau richtig, so müfste sich die Deklination
in sechs Jahren um 2° oder jährlich um 20' verändert haben, während sieh als
Resultat der gesammten übrigen Beobachtungen die gröfste jährliche Ver
änderung nur 8,5' ergeben hatte. Ist bei der ersten Beobachtung kein Versehen
von 1° bei der Ablesung vorgekommen, so könnte möglicher Weise an dem
nicht näher angegebenen Aufstellungsorte eine örtliche Ablenkung der Magnet
nadel stattgefunden haben, wie solches schon verschiedentlich vorgekommen
ist. 1 ) Oder sollte etwa noch ein konstanter Fehler in der angewandten Index-
Korrektion vorhanden gewesen sein? Eine naebherige Beobachtung zu Valparaiso
mit demselben Kompasse gab die dortige östliche Deklination aber nur um einen
drittel Grad gröfser. als ich nach anderweitigen Beobachtungen daselbst be
rechnet hatte.
Möglich wäre es übrigens, dafs doch eine bessere Uebereinstimmung mit
den anderen Beobachtungen hergestellt wird, wenn man die Iudex-Korrektion
für die Beobachtungen des Freih. v. Skogman aufs Neue bestimmt. Es könnte
ja eine lokale Ablenkung der Magnetnadel auf der gewählten Station des Ob
servatoriums in Stockholm vorhanden gewesen sein, wo der Kompafs geprüft
worden ist. Diese Prüfung bestand darin, dafs ein entfernter Gegenstand, der
Thurm der Katharinenkirche, dessen wahres Azimuth S 26° 13' 0 bekannt war,
mit dem Kompafs gepellt wurde. Die schwere Kompafsroso gab S 11° 37'0 und
die leichte S 12° 23' 0. Somit wurde die magnetische Deklination 14° 36' W
und 13° 50' W nach dem Kompafs beobachtet. Das Magnetometer in Stockholm
aber zeigte 803 mm = 12° 59' W Deklination, und für die Index-Korrektionen
9 Rümker („Astr. Nachr.“ Bd. X, pag. 75) beobachtete mit einem vortrefflichen Schmal-
kalder'aehen Azimuthal-Koapasse gröfster Art auf dem Schiffe x Royai George* am 1. Juni 1821
bei Fmc/tal di© magnetisch© Deklination 22° 26' W, in ziemlich naher 'Uebereinsiimmmig mit
früheren und späteren Beobachtungen daselbst aber vier Tage später am Lande auf Madeira, am
Fufse eines hohen NW gelegenen Berges, fand Rümker mit demselben Instrumente 25* 58' W,
also ein© örtliche Ablenkung von 3° 32' nach Westen,