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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Aus <knu Reiseberichte der deutschen Bark „Triton“. 
Brücke beträgt die Wassertiefe bei Niedrigwasser zur Spriugzeit an der West 
seite 4,0 tn (13 Fufs engl.), an der Ostseite, dicht an, ebenfalls 4 m (13 Pufs engl.), 
4 m davon entfernt aber 6 m (20 Fufs eugl.). Bei einem Hub von ungefähr 
2,7 m (9 Fufs) steigt das nochwasser zur Zeit der Springe auf 6,7 m (22 Fufs) 
bezw. 8,8 m (29 Fufs), während bei dem ersten und letzten Mondviertel, wenn 
eigentlich keine Gezeiten auftreten, der mittlere Hochwasserstand 4,7 m (15,5 Fufs) 
bezw, 6,9 m (22,5 Fufs) ist. Die oben angeführten Tiefen gelten nur bei gutem 
beständigem Wetter; steife nördliche Winde verringern den Wasserstand. Die 
Tiofo nimmt mit der Entfernung vom Lande nur ganz allmählich zu, so zwar, 
dafs sie 1 Kabllg. von dem Brückenköpfe, da, wo man seinen Anker steheD 
hat, ungefähr einen Fufs mehr oder 14 Fufs beträgt. Auf Anfrage bei der 
Hafenbehörde in Port Adelaide erhielt ieh die Antwort, dafs die Wassertiefe 
am äufseren Ende des Bollwerks in Port Gormain 6,1 m (20 Fufs) sei, was 
aber, wie oben gesagt, nur unter gewissen Bedingungen zutrifft. Häufig ist der 
Wasserstand ein viel geringerer. Zwar ist auf der Ostseite der Brücke eine 
tiefe Rille ausgebaggert, in der bei Niedrigwasser selbst 6,1 m (20 Fufs) Wasser 
stehen bleibt, doch reicht diese nicht bis auf tiefes Wasser hinaus. Der Kanal 
beginnt etwa 4,5 m (15 Fufs) vom Landende der Brücke, läuft dieser, wie schon 
oben bemerkt, auf etwa 3,7 m (12 Fufs) Entfernung parallel und endigt ungefähr 
85 m (280 Fufs) aufserhalb des Brückenkopfes, wo die Tiefe plötzlich um 2,5 m 
(8 Fufs) weniger wird. Diese Angaben entsprechen der Wirklichkeit, denn ich 
habe sie selbst durch Lothen festgestellt. Der Hafenmeister, der uns zum Ver 
holen veranlassen wollte, um noch ein zweites Schiff an die Brücke zu legen, 
in der Meinung, dafs eine hinreichende Länge tiefen Wassers vorhanden sei, 
war nicht wenig erstaunt, als ich ihm meine Entdeckung mittheilte, und mufsto 
sich erst durch den Augenschein, als ich in seinem Beisein nochmals Lothungen 
ausfübrte, von der Richtigkeit derselben überzeugen. Später, als ieh beladen, 
mit einem Tiefgange von 5 m (16 Fufs 4 Zoll), Zur Zeit des ersten Mondviertels 
die Brücke verlassen wollte, war dieses des ungenügenden Wasserstandes wegen 
nicht möglich, und wir hatten zwei Tage zu warten, bevor es geschehen konnte, 
am letzten Tage freilich infolge ungünstigen Windes. Durch letzteren Umstand 
können Schiffe auch hei hinreichendem Wasscrstaodc aufgehalten werden; denn 
wenn der Wind ein Absegeln oder Treiben von der Brücke nicht zuläfst, hält 
es immer schwer, von letzterer frei zu kommen, und läuft man beim Warpen 
immer grofse Gefahr, auf Grund zu gerathen. Der Schleppdampfer von Port 
Pirie, der unter diesen Umständen benutzt werden könnte, berechnet sich für 
solche Dienstleistung einen hohen Lohn und ist aufserdem nicht zu jeder Zeit 
zu bekommen, da er auch in der Küstenfahrt beschäftigt wird. 
ln Port Germain sollen in guten Jahren an 150 000 Säcke Weizen ver 
schifft werden; das letztjährige Quantum, welches als sehr niedrig angesehen 
wird, betrug 50 000 Säcke. Die Gesammtausführ wird mittelst Wagen aus dem 
Innern hierher befördert, und bei Ankunft derselben herrscht in dem kleinen 
Orte ein reges Lebon, während es zu anderen Zeiten hier sehr ruhig ist. 
Schafffleisch und Rindfleisch kosten pro Vs kg 4 d.; ersteres ist täglich, 
letzteres ein Mal wöchentlich zu haben. Alle übrigen Schiffsbedürfnisse sind 
entweder gar nicht oder nur gegen hohe Preise zu erstehen. Fische, unter denen 
der hier sogenannte Snapper sich auszeichnet, lassen sieh in Mengen angeln; 
ebenso fängt man zwischen den Pfählen des Bollwerks grofse Krebse. Von 
Port Adelaide kommend, thut man wohl, sich dort vorher mit allen erforder 
lichen Sachen für die Reise auszurüsten. 
Am 3. Februar 1887 war das Schiff segelfertig, mnfste aber bis zum 5. 
liegen bleiben; erst, wie schon bemerkt, wegen Mangels au Wasser und dann 
weil der Wind ungünstig war. Am Morgen des letztgenannten Tages konnten 
wir bei südöstlichem Winde unter Segel gehen, segelten dann den Golf abwärts 
und passirten am Vormittage des 6. Februar Kap Bor da.
	        
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