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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Aus dem Reiseberichte der deutsches Bark „Triton“. 
387 
Port Adelaide am Golf von St. Vincent und Port Germain 
am Spencer-Golf (Süd-Australien). 
Von Kapt. G. Rein icke, Führer der deutschen Bark „Triton“. 
(Mittheilung von der Deutschen Seemtfleh 
Am 10. Dezember 1886 legten wir unser Schiff iu das neue Dock von 
Port Adelaide und fingen am 14. an, die von Gefte angebrachte Hohlladung zu 
löschen. Diese Arbeit ging nur langsam von Statten, liieils weil die Empfänger 
keine Eile mit der Entgegennahme der Ladung hatten, theils auch wegen der 
gerade etattfmdenden vielen Feiertage, Weihnachten und Heujahr. Am 8. Januar 
1887 wurde endlich das Schiff leer, worauf wir, mit 120 Tonnen Weizen und 
dem unter der Holzladung gehabten Ballast an Bord, am 11. Januar wieder in 
See gingen, um nach Port' Germain zu gehen und dort eine volle Ladung 
Weizen für Europa einzunehmeu. Bei schönem günstigem Wetter schleppte uns 
ein Dampfer zunächst nach Fake Bay, wo wir am Mittag des 13. Januar 
ankerten. Nachdem am 14. Januar der Ballast hier entlöscht war, wurde das 
Schiff am folgenden Tage nach Port Germain weiter geschleppt. 
Während unserer Anwesenheit in Port Adelaide, vom 10. Dezember 1886 
bis 11. Januar 1887, war das Wetter, wie gewöhnlich in dieser Jahreszeit, 
hoifs; doch wäre dies erträglich gewesen, wenn man nicht so sehr vorn Staube 
und in noch höherem Mafse von Musquitos belästigt worden wäre. Letztere, 
welche einem die wunderbaren Abende gänzlich verderben, waren besonders 
zahlreich an der den Häusern gegenüberliegenden Seite des Hafens. Am 
9. Januar 1887 stieg die Temperatur der Luft an Deck unter dem Sonnensegel 
auf 45° C., während sie gleichzeitig unter Deck 38° C. betrug. Es ist hier sehr 
auf eine zweckmäßige. Bekleidung zu achten, die am Tage nicht zu unbequem 
ist, aber auch genügenden Schutz gegen die am Abend mit südwestlichem Winde 
eintretende Abkühlung gewährt. In Port Germain haben wir keine so hohe 
Temperatur wieder gehabt; im Gegentlieü war hier das Wetter für unsere 
Empfindung angenehm kühl, und wir lageu so weit vom Laude, dafs wir durch 
Staub und Insekten nicht belästigt wurden. Mit grofser Regelmäfsigkeit wehte 
von ll h a. m. an eine irische Soebriese, die oft zur Zeit dos Sonnenunterganges 
stürmisch auftrat und selten vor Mitternacht ihr Ende erreichte. Iu den meisten 
Fällen holte der Wind nach Sonnenuntergang langsam von SW nach SE und 
ging auf diese Weise in die Landbriese über, die gewöhnlich ununterbrochen 
bis zum folgenden Vormittag anhielt. Eicht selten erfolgte auch der Uebergang 
von der Land- zur Seebriese, ohne dafs vorher Windstille eintrat. Eine andere 
Art der Entstehung der Landbriese haben wir in der ganzen Zeit nur ein oder 
zwei Mal gehabt, und dann war sie sehr flau. An den beiden Tagen, währeod 
welcher wir in der Fähe Bay unseren Ballast löschten, wehte es in den späten 
Nachmittags- und frühen Abendstunden so hart aus Süd, dafs wir die beiden 
Anker mit zusammen 240 m (130 Fad.) Kette aushaben mufsten, um nicht zu 
treiben. Die See erreichte eine bedeutende Höhe, nahm aber, als der Wind 
schwächer wurde, rasch wieder ab. 
Während noch vor zwei Jahren Schiffe mit einem Tiefgange von über 
3,7 m (12 Fufs) in Port Germain ihre Ladung vermittelst Leichter auf der Rhede 
einnehmen mufsten, können sie jetzt an die neu erbaute Brücke (Jetty) legen 
und die Ladung direkt den Eisenbahnwagen entnehmen. Zum Anlegen an die 
Brücke nimmt man — wenigstens in den Sommermonaten — am besten die 
Naehinittagsstunden, wenn die Seebriese ziemlich genau derselben entlang weht. 
Man segelt unter passenden Segeln etwa von SW her in schräger Richtung auf 
die Brücke zu, läfst einen Anker, je nachdem man viel oder wenig Kette an 
Bord hat, 90 bis 110 m (50 bis 60 Fad.) von dem Aufsenende derselben entfernt 
fallen und holt dann das Schiff, nachdem es auf den Wind gesehwait ist, mit 
einer Leine, unter Ausstecken der nöthigen Kettenlänge an eine der Seiten der 
Brücke. Zur Erleichterung dieser Arbeit ist auf jeder Seite der Brücke eine 
Boje zum Festmachen der Trossen verankert. Dieselben sind aber kaum 
genügend haltend, besonders wenn der Wind quer zur Brücke weht und 
man das Schiff an deren Luvseite zu legen hat. An dem äufseren Ende der
	        
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