accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

382 
Aus dem Reisebelichte der deutschen Bark „Oscar“. 
bis zutn Besthnmungsplatze batten wir kein einziges Mal ungünstigen Wind; nur 
200 Sm von der Fängeru-Inszl wurde die Fahrt auf zwei Wachen durch Wind 
stille unterbrochen, sonst wehte stets eine feine Brise. Am 1. März sichteten 
wir die ebengenanute Insel, passirton um 3 h p. m. Kap Borda und erreichten 
am 2. März die ßlrede von Port Pirie, nachdem beim Feuerschiff ein Lootse 
an Bord gekommen war. Die Dauer der Reise von Hamburg bis hierher betrug 
102 Tage. 
Meteorologische Beobachtungen während des im Vorgehenden 
beschriebenen Orkanes: 
Datum 
188.8 
Stunde 
Breite 
Süd 
Länge 
Ost. 
Win 
Richtung 
d 
Stärke 
Luft 
druck 
non 
Te-ffip, 
der 
Luft 
®0. 
Relat. 
Feuch 
tigkeit 
■-'.t 
Febr. 12 
2 h a. m. 
48,3" 
83,8" 
NR 
7 
4 h a. m. 
48,3 
84,3 
N 
9 
741,0 
7,6 
99 
8* 1 a. m. 
48,4 
85,1 
N 
9 
735,1 
8,9 
93 
91/2» a. in. 
48,6 
85,4 
N 
10 
731,8 
10 s /ä h a.m. 
48.7 
85,4 
NW 
2 
729,8 
— ' 
■— 
12h m . 
48,8 
85,6 
NW 
9 
73L3 
7,2 
98 
2 h p. iö. 
48,8 
85,8 
NW 
10 
730,2 
6,0 
85 
4 h p. m. 
48,8 
86,1 
NW 
10 
728,6 
5,4 
94 
8 1 “ p. №. 
49,2 
86,9 
NW 
12 
726,9 
» 
3«« ; 
K) b p. №. 
49,2 
86,9 
W 
12 
— 
— 
12*' p. m. 
49,2 
86,9 
w 
12 
738,1 
— 
““ 
Feto-. IS 
4 b a. №. 
49,1 
87,0 
w 
11 
747,1 
| 
8* 1 R, №. 
49,1 
87,2 
w 
11 
751,3 
4,8 
84 
12h m . 
48,9 
87,8 
WSW 
9 
756,1 
4,3 
84 | 
Nach den vorstehenden Beobachtungen hat sich das Sturmfeld in östlicher 
Richtung fortbewegt. Ivapt. Le Moult spricht die Vermuthung aus, dafs der 
Orkan vielleicht einer von denjenigen gewesen sein könnte, die zur selben 
Jahreszeit im Tiopeugebiet des Indischen Öceans auftreten und in der Um 
gebung von Mauritius gewöhnlich nach Südosten mnbiegen; Anhaltspunkte zur 
Bestätigung dieser Annahme liegen aber in den bei der Seewarte eingegaugenen 
meteorologischen Journalen aus jener Gegend und der entsprechenden Zeit 
keine vor. 
II. Säo Francisco und die Kolonie Joinville in Brasilien. 
Nachdem wir in Port Pirie unsere Ladung gelöscht und eine neue Ladung 
Weizen in Säcken für Rio de Janeiro wieder geladen hatten, passirten wir auf 
der Reise nach dem letztgenannten Hafen am Nachmittage des 20. April 1888 
Kap Borda. Nach SOtägiger Reise ankerte „Oscar“ am 19. Juni 1888 im Hafen 
von Rio. 
In Rio de Janeiro beträgt der tarifmäfsigo Schlepplohn für das Ein- 
schleppon in den Hafen, das Verholen in demselben, wie nach und von der 
Trapiehe und dem Ankerplatz, uud für das Schleppen nach See zusammen 
400 Reis für die Reg.-Tonne. Mithin würde der Schlepplohn für „Oscar“ Alles 
in Allem 294 000 Reis betragen haben. Ich brauchte indessen, obgleich ich den 
Dampfer schon 10 Sm südlich von der Insel Raza angenommen hatte, infolge 
der vorhandenen starken Konkurrenz nur 260 ÖOÜ Reis zu zahlen, nebst einer 
besonderen Belohnung von 10 Milreis, für welche das Schiff bis nach der Insel 
Raza geschleppt wurde. 
La Rio de Janeiro wurde ein Charter abgeschlossen, vou Sao Francisco do 
Sul eine volle Ladung Herva Mate zu einer Fracht von 41 sh. für die Tonne 
nach FaZpamso zu bringen. Nachdem unsere Ladung in Rio im besten Zu 
stande abgeliefert und 350 Tonnen Steinballast nebst 75 Tonnen Ladung an 
Bord genommen worden war, lichteten wir am 26. Juli unseren Anker, wurden
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.