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Aus dem Reisebelichte der deutschen Bark „Oscar“.
bis zutn Besthnmungsplatze batten wir kein einziges Mal ungünstigen Wind; nur
200 Sm von der Fängeru-Inszl wurde die Fahrt auf zwei Wachen durch Wind
stille unterbrochen, sonst wehte stets eine feine Brise. Am 1. März sichteten
wir die ebengenanute Insel, passirton um 3 h p. m. Kap Borda und erreichten
am 2. März die ßlrede von Port Pirie, nachdem beim Feuerschiff ein Lootse
an Bord gekommen war. Die Dauer der Reise von Hamburg bis hierher betrug
102 Tage.
Meteorologische Beobachtungen während des im Vorgehenden
beschriebenen Orkanes:
Datum
188.8
Stunde
Breite
Süd
Länge
Ost.
Win
Richtung
d
Stärke
Luft
druck
non
Te-ffip,
der
Luft
®0.
Relat.
Feuch
tigkeit
■-'.t
Febr. 12
2 h a. m.
48,3"
83,8"
NR
7
4 h a. m.
48,3
84,3
N
9
741,0
7,6
99
8* 1 a. m.
48,4
85,1
N
9
735,1
8,9
93
91/2» a. in.
48,6
85,4
N
10
731,8
10 s /ä h a.m.
48.7
85,4
NW
2
729,8
— '
■—
12h m .
48,8
85,6
NW
9
73L3
7,2
98
2 h p. iö.
48,8
85,8
NW
10
730,2
6,0
85
4 h p. m.
48,8
86,1
NW
10
728,6
5,4
94
8 1 “ p. №.
49,2
86,9
NW
12
726,9
»
3«« ;
K) b p. №.
49,2
86,9
W
12
—
—
12*' p. m.
49,2
86,9
w
12
738,1
—
““
Feto-. IS
4 b a. №.
49,1
87,0
w
11
747,1
|
8* 1 R, №.
49,1
87,2
w
11
751,3
4,8
84
12h m .
48,9
87,8
WSW
9
756,1
4,3
84 |
Nach den vorstehenden Beobachtungen hat sich das Sturmfeld in östlicher
Richtung fortbewegt. Ivapt. Le Moult spricht die Vermuthung aus, dafs der
Orkan vielleicht einer von denjenigen gewesen sein könnte, die zur selben
Jahreszeit im Tiopeugebiet des Indischen Öceans auftreten und in der Um
gebung von Mauritius gewöhnlich nach Südosten mnbiegen; Anhaltspunkte zur
Bestätigung dieser Annahme liegen aber in den bei der Seewarte eingegaugenen
meteorologischen Journalen aus jener Gegend und der entsprechenden Zeit
keine vor.
II. Säo Francisco und die Kolonie Joinville in Brasilien.
Nachdem wir in Port Pirie unsere Ladung gelöscht und eine neue Ladung
Weizen in Säcken für Rio de Janeiro wieder geladen hatten, passirten wir auf
der Reise nach dem letztgenannten Hafen am Nachmittage des 20. April 1888
Kap Borda. Nach SOtägiger Reise ankerte „Oscar“ am 19. Juni 1888 im Hafen
von Rio.
In Rio de Janeiro beträgt der tarifmäfsigo Schlepplohn für das Ein-
schleppon in den Hafen, das Verholen in demselben, wie nach und von der
Trapiehe und dem Ankerplatz, uud für das Schleppen nach See zusammen
400 Reis für die Reg.-Tonne. Mithin würde der Schlepplohn für „Oscar“ Alles
in Allem 294 000 Reis betragen haben. Ich brauchte indessen, obgleich ich den
Dampfer schon 10 Sm südlich von der Insel Raza angenommen hatte, infolge
der vorhandenen starken Konkurrenz nur 260 ÖOÜ Reis zu zahlen, nebst einer
besonderen Belohnung von 10 Milreis, für welche das Schiff bis nach der Insel
Raza geschleppt wurde.
La Rio de Janeiro wurde ein Charter abgeschlossen, vou Sao Francisco do
Sul eine volle Ladung Herva Mate zu einer Fracht von 41 sh. für die Tonne
nach FaZpamso zu bringen. Nachdem unsere Ladung in Rio im besten Zu
stande abgeliefert und 350 Tonnen Steinballast nebst 75 Tonnen Ladung an
Bord genommen worden war, lichteten wir am 26. Juli unseren Anker, wurden