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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Verthoünng des Luftdruckes über Mitte!- und Süd-Europa. 
wärmsten und kältesten Monate in Mittel-Europa aus allen Jahreszeiten und 
berechnete für dieselben die korrespondirenden Luftdruckabweichungen vom 
Nomalwerth in verschiedenen Theilen Europas. Es ergab sich dabei eine 
ganze Reihe neuer gesetzmäfsiger Beziehungen. 
Das Y. Kapitel ist der mittleren und absoluten Veränderlichkeit der Monats 
und Jahresmittel des Luftdrucks gewidmet; unter mittlerer Veränderlichkeit ist 
hierbei das Mittel der Abweichungen der einzelnen Monatsmittel vom Normal 
werth zu verstehen; die absolute Veränderlichkeit dagegen bedeutet den Unter 
schied der extremen Mittelwerthe für denselben Monat in einem gewissen Zeit 
räume. Von selbst schliefst sich hieran die Betrachtung des wahrscheinlichen 
Fehlers der 30jährigen Luftdruckmittel (Kapitel VI). 
So grofs die Veränderlichkeit der Luftdruckmittel selbst ist, so gering 
ist die Veränderlichkeit der Luftdruckdifferenzen zwischen mehr oder weniger 
benachbarten Stationen (Kapitel VII); es erstrecken sieh eben Luftdruck- 
Anomalien immer auf weite Gebiete, eine Thatsache, deren Bedeutung für die 
Prüfung der Homogenität der einzelnen Reihen, wie auch für die Reduktion 
kurzer Reihen auf längere Perioden wir bereits oben andeuteten. 
Die Veränderlichkeit der Differenzen nimmt von Süden nach Norden, 
wie vom Innern des Kontinents gegen den Ocean hin sehr erheblich zu. Die 
Zahl der Jahre, die nöthig sind, um das Jahresmittel der Differenzen auf 0,1mm 
sicher zu stellen, beträgt bei 16 geographischen Meilen Entfernung 1 Jahr, bei 
160 geographischen Meilen nur 14 Jahre. 
Im letzten X. Kapitel weist der Verfasser auf gewisse mehrjährige 
Perioden des Luftdruckes hin, die sich sowohl in den Differenzen der Jahres 
mittel zweier Orte als auch in den Jahresmitteln selbst, sowie endlich in 
Variationen der jährlichen Periode des Luftdruckes äufsern. 
Die schwierige Frage, ob diese vieljährigen Schwankungen eine strenge 
Periodicität besitzen oder nur ein Resultat der Erhaltungstendenz der Witterungs- 
zustände sind, wird als noch nicht vollkommen spruchreif unerörtert gelassen.') 
Es dürfte das vorliegende Werk nicht nur für die Klimatologie Europas, 
welcher dasselbe zum Theil erst die feste Basis giebt, sondern durch seine 
Methode als ein Meister- und Musterwerk für die zukünftige klimatologische 
Forschung überhaupt bahnbrechend werden. 
Ed. Brückner. 
Nachtrag zu dem Artikel: 
lieber die säkulare Variation der magnetischen Deklination 
in Rio de Janeiro. *) 
Durch gütige Mittheilung von Herrn Professor Dr. M. Kunze an der 
Forstakademie zu Tharand bin ich noch auf zwei Beobachtungen der magneti 
schen Deklination in Rio de Janeiro hingewiesen worden. 
Die erste Beobachtung ist in dem von der Königlich schwedischen 
Akademie der Wissenschaften veröffentlichten Reisewerke enthalten: „Kongliga 
Svenska Fregatten Eugenies Resa omkriug Jorden ander befäl af C. A. Virgin, 
1851—53. Tredje Delen. Fysik. Stockholm 1858—74. Magn. Observationer 
pag. 75“. Hier findet sich als Beobachtung auf dem Lande zu Rio angegeben: 
Lat. Long. Afläst lud. Corr. Magn. Deel. 
1851 Dec. 13 22° 56' S 43° 9' W -f 0° 10' — 1° 20' — 1° 10' 
„ „ „ „ -0 13 -1 8 -1 21 
also im Mittel 1° 15' östliche Deklination. Die erste Ablesung geschah mit 
Anwendung einer schweren Kompafsrose, die zweite mit einer leichten. Die 
i) Referent möchte hmznfiigen, dafs diese Schwankungen des Luftdruckes, wie er durch 
eine speeieile Untersuchung fconstatireu könnte, in engster Beziehung zu den топ ihm in dieser 
Zeitschrift naehgewiesencn Klimaschwankungen stehen. (Vergl. Annalen der Hvdrogr. 1888 Heft II.) 
i) Annalen 1888 Heft XI S. 486.
	        
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