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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Die Insel Santa Maria. 
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Beschreibung der die Insel Santa Maria umgebenden Meerestheile, sowie der 
Inseln und Untiefen, 
Der Berg Humanes liegt auf einer schmalen sandigen Landzunge und 
bildet das Südende der Insel. Er ist sehr steil, oben abgerundet und von gelb 
licher Farbe, Sein Fufs ist von Untiefen und Klippen umgeben. Der südlichste 
Theil dieses Berges, die Spitze Cockinos oder Lobos, entsendet eine, theilweise 
unter Wasser liegende Untiefe, und V* Sm im Süden der genannten Landspitze 
liegt eine blinde Klippe, auf welcher oft Brandung steht. Aufser dieser befindet 
sieh in S 48° 0, 5,5 Kabllg. von der Landspitze noch eine steinige Untiefe mit 
5 m Wasser. Im Westen des Berges Huanayes liegt die Klippe Pancion, auf 
der sich fast immer Robben aufhalteo. 
Die Klippe Meteoro wurde in der vom Kontreadmiral der chilenischen 
Flotte, Williams Rebolledo, angegebenen Position vergeblich gesucht. Das 
Kanonenboot „Magallanes“ ankerte in dieser Position (auf der Karte durch 
einen Anker bezeichnet) und untersuchte sorgfältig die Umgebung bis zu einem 
Abstand von 500 m, ohne jedoch eine Untiefe entdecken zu können. Etwas 
näher dem Berge Euanayes wurde eine Untiefe mit 7,3 m Wasser bei Ebbe 
aufgefunden. Dieselbe hatte eine Oberfläche von 50 qm, und die Tiefen in ihrer 
nächsten Umgebung betrugen 12,7 und 16,4 m. Es scheint dies die Untiefe 
Meteoro zu sein, weil die vom genannten Kontreadmiral gegebene Beschreibung 
zutrifft und ihre Position wenig von der in der englischen Karte gegebenen 
differirt. Sie liegt SSO, 2 Kabllg. von der Spitze Cockinos. 
Die Klippe Hector wurde vergeblich gesucht. Das Kanonenboot „$/«- 
gaüanes« ankerte auf der Stelle, wo sie liegen soll, und lofhete in einem Um 
kreis von 500 bis 600 m Halbmesser, ohne ein Anzeichen von einer Untiefe zu 
finden. Daselbst besteht der Grund meistens aus feinem Sand. 
Die Klippe CockatHce wurde gleichfalls nicht aufgefunden. In einem 
Umkreis von 1000 m Radius um den Ort, wo sie liegen soll, wurden Tiefen 
zwischen 25,5 und 27,5 m mit Sandgruud gelothet. 
Rada del Sudeste oder SO-Rhede liegt an der SO-Seito der Insel und 
wird von deren höherem Theil und der Halbinsel La Vega begrenzt. Sie ist 
offen, hat 6600 m Breite und 2600 m Einbuchtung. 
Wegen der geringen Tiefe darf ein gröfseres Schill nicht weiter in die 
Bucht einlaufen als bis zur Verbindungslinie der Spitze Cockinos und der Spitze 
Delicada. Letzterer Landspitze darf man ebenso wie der crstorca sich nicht 
nähern, und mufs ein aus der /Irdwco-Bucht kommendes Schiff, falls es ankern 
will, 1,5 Sm südlich von der Spitze Delicada laufen, che es nach dem Anker 
platz steuert« Der Grund der Rada del Sudeste besteht aus feinem Sand, aber 
die Ankerplätze in dieser offenen Bucht sind nicht vor dem hohen Seegang 
geschützt, welcher gewöhnlich in die Boca CMca von West her eindringt. Bei 
schlechtem Wetter herrscht ziemlich weit ab vom Strande starke Brandung, und 
ist es nicht möglich, an der Halbinsel zu landen. Die von den Einwohnern ge 
wöhnlich benutzte Landungsstelle liegt dicht bei der Spitze Aguada; es giebt 
jedoch noch eine bessere, nämlich nördlich der Spitze Engorda (Yncendio Pt. 
der Br. Adm.-Karte) an einem kleinen sandigen Strand, aber man hat auf der 
Fahrt nach dieser auf die daselbst liegende Untiefe zu achten. Ungefähr 500 m 
von der Spitze Aguada liegt eine blinde Klippe, kenntlich an dem darauf 
wachsenden Seetang, und ungefähr 1000 m von der genannten Landspitze befindet 
sich eine andere Klippe, welche bei Niedrigwasser trocken fällt. Diese Klippen 
mufs man ebenfalls bei der Fahrt nach der zweiten Landungsstelle vermeiden. 
Die Spitze Delicada ist das Ende einer niedrigen, schmalen, aus bräun 
lichem Sand bestehenden Landzunge, welche im Jahre 1886 eine Länge von 
ca 2000 m hatte. Ihre Form und Länge ist nicht dieselbe, wie sie die Br. Adm.- 
Karte 1303 giebt; erstere verändert sich periodisch, und ihre Längenausdehnung 
nimmt mit der Zeit zu. Die periodisch stattfindende Formänderung wird durch 
Wind und Seegang verursacht. Bei hohem Seegang gehen die Wellen über die 
Landzunge und schneiden ca l /$ ihrer Länge ab, so dafs sieh an der Trennungs- 
stello vorübergehend eine Lagune bildet. Die Zunahme ihrer Länge wird durch 
Anschwemmung von Sand und Schlamm verursacht, welchen die in die Arauco- 
Bucht mündenden Flüsse mit sich führen. Im Norden der Landzunge ist die
	        
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