Die Insel Santa Maria.
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Beschreibung der die Insel Santa Maria umgebenden Meerestheile, sowie der
Inseln und Untiefen,
Der Berg Humanes liegt auf einer schmalen sandigen Landzunge und
bildet das Südende der Insel. Er ist sehr steil, oben abgerundet und von gelb
licher Farbe, Sein Fufs ist von Untiefen und Klippen umgeben. Der südlichste
Theil dieses Berges, die Spitze Cockinos oder Lobos, entsendet eine, theilweise
unter Wasser liegende Untiefe, und V* Sm im Süden der genannten Landspitze
liegt eine blinde Klippe, auf welcher oft Brandung steht. Aufser dieser befindet
sieh in S 48° 0, 5,5 Kabllg. von der Landspitze noch eine steinige Untiefe mit
5 m Wasser. Im Westen des Berges Huanayes liegt die Klippe Pancion, auf
der sich fast immer Robben aufhalteo.
Die Klippe Meteoro wurde in der vom Kontreadmiral der chilenischen
Flotte, Williams Rebolledo, angegebenen Position vergeblich gesucht. Das
Kanonenboot „Magallanes“ ankerte in dieser Position (auf der Karte durch
einen Anker bezeichnet) und untersuchte sorgfältig die Umgebung bis zu einem
Abstand von 500 m, ohne jedoch eine Untiefe entdecken zu können. Etwas
näher dem Berge Euanayes wurde eine Untiefe mit 7,3 m Wasser bei Ebbe
aufgefunden. Dieselbe hatte eine Oberfläche von 50 qm, und die Tiefen in ihrer
nächsten Umgebung betrugen 12,7 und 16,4 m. Es scheint dies die Untiefe
Meteoro zu sein, weil die vom genannten Kontreadmiral gegebene Beschreibung
zutrifft und ihre Position wenig von der in der englischen Karte gegebenen
differirt. Sie liegt SSO, 2 Kabllg. von der Spitze Cockinos.
Die Klippe Hector wurde vergeblich gesucht. Das Kanonenboot „$/«-
gaüanes« ankerte auf der Stelle, wo sie liegen soll, und lofhete in einem Um
kreis von 500 bis 600 m Halbmesser, ohne ein Anzeichen von einer Untiefe zu
finden. Daselbst besteht der Grund meistens aus feinem Sand.
Die Klippe CockatHce wurde gleichfalls nicht aufgefunden. In einem
Umkreis von 1000 m Radius um den Ort, wo sie liegen soll, wurden Tiefen
zwischen 25,5 und 27,5 m mit Sandgruud gelothet.
Rada del Sudeste oder SO-Rhede liegt an der SO-Seito der Insel und
wird von deren höherem Theil und der Halbinsel La Vega begrenzt. Sie ist
offen, hat 6600 m Breite und 2600 m Einbuchtung.
Wegen der geringen Tiefe darf ein gröfseres Schill nicht weiter in die
Bucht einlaufen als bis zur Verbindungslinie der Spitze Cockinos und der Spitze
Delicada. Letzterer Landspitze darf man ebenso wie der crstorca sich nicht
nähern, und mufs ein aus der /Irdwco-Bucht kommendes Schiff, falls es ankern
will, 1,5 Sm südlich von der Spitze Delicada laufen, che es nach dem Anker
platz steuert« Der Grund der Rada del Sudeste besteht aus feinem Sand, aber
die Ankerplätze in dieser offenen Bucht sind nicht vor dem hohen Seegang
geschützt, welcher gewöhnlich in die Boca CMca von West her eindringt. Bei
schlechtem Wetter herrscht ziemlich weit ab vom Strande starke Brandung, und
ist es nicht möglich, an der Halbinsel zu landen. Die von den Einwohnern ge
wöhnlich benutzte Landungsstelle liegt dicht bei der Spitze Aguada; es giebt
jedoch noch eine bessere, nämlich nördlich der Spitze Engorda (Yncendio Pt.
der Br. Adm.-Karte) an einem kleinen sandigen Strand, aber man hat auf der
Fahrt nach dieser auf die daselbst liegende Untiefe zu achten. Ungefähr 500 m
von der Spitze Aguada liegt eine blinde Klippe, kenntlich an dem darauf
wachsenden Seetang, und ungefähr 1000 m von der genannten Landspitze befindet
sich eine andere Klippe, welche bei Niedrigwasser trocken fällt. Diese Klippen
mufs man ebenfalls bei der Fahrt nach der zweiten Landungsstelle vermeiden.
Die Spitze Delicada ist das Ende einer niedrigen, schmalen, aus bräun
lichem Sand bestehenden Landzunge, welche im Jahre 1886 eine Länge von
ca 2000 m hatte. Ihre Form und Länge ist nicht dieselbe, wie sie die Br. Adm.-
Karte 1303 giebt; erstere verändert sich periodisch, und ihre Längenausdehnung
nimmt mit der Zeit zu. Die periodisch stattfindende Formänderung wird durch
Wind und Seegang verursacht. Bei hohem Seegang gehen die Wellen über die
Landzunge und schneiden ca l /$ ihrer Länge ab, so dafs sieh an der Trennungs-
stello vorübergehend eine Lagune bildet. Die Zunahme ihrer Länge wird durch
Anschwemmung von Sand und Schlamm verursacht, welchen die in die Arauco-
Bucht mündenden Flüsse mit sich führen. Im Norden der Landzunge ist die