Bemerkungen über einige Punkte an der SW-Küste von Afrika,
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gerichteten sandigen Einsenkungen versehen. Eine solche Einsenkung befindet
sich nördlich der Bake bei der Insel Lang und der Elisabeth-Spitze. Genannte
Bake ist aus Steinen errichtet und hat eine pyramidenförmige Gestalt; dieselbe
war 7 Sm weit zu sehen. Yon ihr senkt sich der Höhenzug des Ufers allmählich
zar NW-Spitze der Mtfas-Bucht. Eine gute Landmarke von mw SOzO von der
EiüabethS]ñtze und in 9‘/2 Sm Entfernung von letzterer (SO-Spitze der Insel
Possession WSW “/UV) bildet eine ca 300 m hohe Kuppe mit einer in nordnord-
östlicher Riehtung davon befindlichen und durch einen Sattel mit ersterer ver
bundenen niedrigen Erhebung.
Die Insel Possession ist felsig mit nach See hin nahezu senkrecht ab
fallenden Ufern. Die Höhe derselben, welche im „Africa Pilot“ zu 100' engl.
(30 m) angegeben, dürfte nicht mehr als 20 m betragen. Die in derselben
Segelanweisung angegebene, auf der südlichsten Erhebung der Insel stehende
Spierenbake hebt sich jetzt, selbst bei nur 2 Sm Entfernung, sehr schlecht vom
Hinter lande ab.
Die Bergrücken (ca 600 m hoch), welche sieh mit kurzen Unterbrechungen in
etwa 15 Sm Entfernung von der Küste von Angra Pequeña ab nach Süden zu
in mannigfachen Formen hinziehen, hören östlich der W«¿/tscA-Buebt auf.
Die ea 5 Sm nördlich der eben genannten Bucht gelegene unbenannte
kleine Insel ist felsig, fällt von ihrer Mitte allmählich nach Nord und Süd hin
ab, besitzt eine Höhe von ca 20 m und hebt sich durch ihre dunkle Färbung
gut vom hellen Hinterlande ab.
Die Insei Santa Maria. 1 )
Hierzu Tafel 14.
Die Insel Santa Maria liegt vor der Ar auco-Pacht, östlich von 73° 34' W-Lg
und ungefähr zwischen 36° 58' und 37° 5' S-Br. Sie besteht aus zwei, wesent
lich von einander verschiedenen Theilen, nämlich einem höher gelegenen, welcher
fast überall steil aus dem Meere aufsteigt und einem niedrigeren, der sich nur
wenig über don Meeresspiegel erhebt. Der erster© hat seine gröfste Ausdehnung
in der Richtung des Meridians und ist mit isolirteft Hügeln und Hügelketten
bedeckt, die von mehreren Thälern und Schluchten durchschnitten sind. Der
niedrige Theil ist eine flache, sandige Halbinsel. Diese, La Vega genannt,
schliefst sich an die Ostküste des höher liegenden Theiles der Insel an und
zieht sieh östlich nach dem Festlande hin. Die ganze Insel bat eine Oberfläche
von 32,33 qkm und einen Umfang von ca 20 Sm. Ihre gröfste Länge beträgt
11 600 m, und ihre Breite, vom Berge Dolores bis zur Landspitze Espolon 7100 m.
Iu der Entfernung, sowohl von West als auch von Ost aus betrachtet, gleicht
der höhere Theil der Insel einer niedrigen, mit abgeflachten Hügeln bedeckten
Küste. Die Westküste der Insel ist sehr unrein, und findet sieh in ihrer ganzen
Ausdehnung kein sicherer Landungsplatz. Vor derselben liegen viele Klippen
und Untiefen, von denen einige sehr weit von ihr entfernt sind. Die im Süden
des Berges Dolores, sowie im Nord der Spitze Pesca und des Berges Camado
gelegene Küste ist am unreinsten. Es ist daher die gröfste Vorsicht beim An-
segeln der Insel geboten, und darf man sich derselben nicht zn sehr nähern.
In den Umgebungen der Halbinsel La Vega sind geringe Tiefen, nament
lich im Süden derselben ist das Wassor sehr flach. Die einzigen Ankerplätze
der Insel befinden sich an ihrer Ostküste.
*) Nach den Untersuchungen und den im Jahre 1886 von dem chilenischen Kanonenboot
„Magallanes*, Kommandant Korv.-Kapt. Don A. Wilson änsgefiihrten Vermessungen. „Aiiuärio
iJidrografwo de 1s Marina de Chile“ 1 . Aiio XXI ISST.
Vgl. „Soulh America Pilot“ Part II, 1886, pag. 280.