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Bemerkungen über einige Punkte an der SW-Küste von Afrika.
Einfahrt haben sieh im Allgemeinen die Tiefen seit dem Jahre 1880 wenig ver
ändert, nur stellenweise ist eine Verflachung von ca 1 m bemerkbar.
Als gröfster Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser bei Neumond
wurde 1,6 m gefunden, welches Resultat auch mit den Angaben der seit Jahr
zehnten ansässigen beiden Fischer übereinstimtnte.
Die gröfste Erhebung der Halbinsel beträgt 5 m; erstere befindet sieh
auf der Westseite der Landzunge, welche von hier aus allmählich nach Osten
zu abfällt. Die Halbinsel wie die Sande am Eingang zur Lagune sind der
Aufenthalt zahlreicher Kormorans wie Flamingos.
Das Wetter war während dos Aufenthalts S. M. Kbt. „Hyäne" in diesem
Hafen schön. Der Wind wehte des Morgens aus dem östlichen und von 10 Uhr
Morgens ab aus dom westlichen Halbkreise mit der Stärke 1, die Richtung
hierbei oft und stark wechselnd. Die mittlere Tagestemperatur betrug 13,2“,
das Maximum 17,7° wurde um 2 h p. m. und das Minimum 10,7° um 5 h a. m.
(am 29. Juni 1889) beobachtet. Im Sommer sind 42° C. bei östlichen Winden
beobachtet worden. Die östwinde führen oft starke Sandwehen mit sieh,
welche bei den wenig die Reinlichkeit liebenden Hottentotten häufig Anlafs zu
Augenkrankheiten geben; nicht selten haben diese Krankheiten Erblindung
zur Folge.
Bis vor einigen Jahren fand von dem Sandwicfi-lltifQn aus ein äufserst
gewinnbringender Export von getrockneten Fisehen über Kapstadt nach Mauritius
statt; sieben Fischereien waren daran betheiligt. Der Preis dieser Waare ist
jedoch von Jahr zu Jahr so gesunken, dafs sehliefslieh nicht einmal die
Transportkosten gedeckt werden konnten. Die beiden letzten Fischereien
habeu neuerdings ihren Betrieb eingestellt.
Die Deutsche Westafrikanische Kompagnie hat hier eine Exportschiächterei
eingerichtet, um das Vieh, welches nahezu das eiuzigo Zahlungsmittel der Ein
geborenen bildet, verwcrthen zu können. Ungefähr im November d. J. wird
mit dem Betriebe der Schlächterei in gröfserem Mafsstabe begonnen werden.
Von der Deutschen Westafrikanischen Kompagnie war der Einkauf von
26 Tons Kohlen möglich. Dieselbon mufsten in Schiffsbooten verladen werden,
und wurden diese dann durch ein gröfseres der Kompagnie gehöriges Dampf
boot an Bord geschleppt.
Rindvieh und Schafe waren innerhalb eines halben Tages zu mäfsigen
Preisen zu erhalten.
2. Angra Peqnena. 1 )
Ein Uebelstaud bei der Ansegelung dieses Ortes ist die falsche topo
graphische Darstellung der Insel Halifax in den Karten. Nach den Karten ist
anzunehmen, dafs die Insel flach und niedrig sei, während sie thatsächlich felsig
ist und schroff abfallende Uferränder hat. Namentlich im nördlichen Theü ist
diese Insel höher (ea 40 m) als die Lias-Spitze (20 m). Aus obigem Grunde
verwechselt man beide Punkto leicht, so lange das Lias-Kreuz nicht zu sehen ist.
Eine gute Landmarke, namentlich auf grofse Entfernung, bildet auch ein
aus NNW pyramidenförmig erscheinender Hügel auf dem am Ufer sich hin
ziehenden Höhenrücken, dessen Höhe ca 160 m über Wasser beträgt.
Südsüdöstlich von diesem Hügel, welcher von der NW-Spitze der Jh'g-B&i
in SOzOVsO 2,4 Sm Abstand (LtW-Spiize und Hügel in Süd, Bake südöstlich
der Insel Long und Hügel NQ7*N) liegt, befindet sich eine mit ersterem durch
einen niedrigen Sattel verbundene kleine Kuppe. Auf der Fahrt nach Kapstadt
war diese isolirt stehende Marke aus südsüdwestlicher Richtung bei klarem
Wetter 25 Sm weit zu sehen. Die mit den dahinter liegenden Höhen völlig
gleich gefärbte Pinguin-Insel konnte bei der z. Z. herrschenden Beleuchtung
erst auf kurze Entfernung als solche erkannt werden.
3. Küste zwischen Angra Pequeña und der Walftsch-ßncht.
Zwischen Angra Pequeña und der H r a(/iscA-Bucht ist die Küste kahl und
felsig und von hellgrüner Färbung. Dieselbe ist ca 50 rn hoch, hat eine mäfsige
Neigung nach dem Meere hin und ist mit einzelnen im Allgemeinen von NO—SW
!} „Africa Pilot“, Part II, 1884, pag. 223.