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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Bemerkungen über einig* Punkte an der SW-Küste von Afrika. 
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mit nur geringer Höhendifferenz bis zur SÖ-Ecke der Bucht, biegen dann nach 
West um" und fallen allmählich zur Ebene ab. Man ist infolge dieser falschen 
Darstellung geneigt, den Eingang ca 2 Sm südlich von seinem wahren Platze 
zu suchen. Innerhalb des Hafens bleibt zwischen dem Fufso des Höhenznges 
und dem Wasser ein schmales Vorland, auf welchem hier und da noch am 
stehender Quarz zu finden ist; dagegen fallen zwei ca 150 m hohe Sanddünen, 
zwischen welchen sich eine tiefe Versenkung befindet, schroff zum Meere ab. 
Die südlichere, nach See zu steilere dieser beiden Dünen, welche infolge steter 
Sandabstürze bei günstiger Beleuchtung ein dunkleres Aussehen trägt, bildet 
das Ostufer der Einfahrt. 
Beim Anstenern des Hafens nähert man sich dieser Düne mit dem Kurse 
mw SSO — einen südlicheren zu wählen, ist nicht rathsam, da sich vom Strande, 
nördlich der Einfahrt, Sändc nach See zu erstrecken hält auf die Mitte der 
Einfahrt zu und dreht daun mit hart St-B.-Ruder in die Mitte des Hafens hinein. 
Als Zeit für das Einlaufen empfiehlt es sich, Stiihvasscr zu wählen. 
Als Marken zum Erkennen des Hafens beim Kommen von Norden dienen 
auch die Gebäude zweier unmittelbar bei einander liegenden englischen Fischereien, 
welche ca 3300 m südlich von der Einfahrt stehen, und die ca 5260 m weiter 
südlich an der SO-Ecke des Hafens befindlichen Gebäude der Deutschen West- 
afrikanischen Kompagnie. Die im „Africa Pilot“, Theil II, pag. 213 erwähnte 
eiserne Hulk ist als Landmarke nicht mehr verwerthbar, da dieselbe durch die 
stets vorrückenden Dünen bereits so weit im Bande begraben ist, dafs nur 
noch die B-B.-Reeling ca 1 in ans dem Sande hervorragt. 
Zu bemerken ist ferner, dafs wenig nördlich vom Eingang die Höhen 
vom Ufer zurücktreten und zwischen sich und dem Strande eine spärlich mit 
Gras bewachsene Ebene mit ausgetrocknetem Flufsbett lassen, auf welcher die 
Rinder, Schafe und Ziegen der kleinen Hottentottecniedorlassung Groscho, wie 
die der wenigen in Sandwich-Hafen lebenden Weifsen ihre kärgliche Nahrung 
suchen. 
Der Hafen hat im Laufe weniger Jahre und auch gerade besonders in 
letzter Zeit so grofse Veränderungen erlitten, dafs der im Jahre 1880 vom 
britischen Kriegsschiffe „ Sylvia“ aufgenommene Plan vollkommen werthlos ge 
worden ist. 
Die im Jahre 1880 noch s /« Sm, Anfang des Jahres 1888 noch ca 850 m 
breite Einfahrt hat jetzt nur noch eine Breite von 120 m. 
Die im Jahre 1886 von englischen Fischern auf der Spitze der Halbinsel 
errichtete schwarze Bake, bestehend aus schwarzer Stange mit Ball von gleicher 
Farbe, steht von der jetzigen Spitze 1070 m entfernt. 
Wenn auch bei dem ein- und auslaufenden Strom, dessen Geschwindigkeit 
bis zu 5 Sm in der Einfahrt gemessen wurde, ein Schliefsen der Einfahrt zu 
nächst wohl kaum zu erwarten steht, so ist doch durch den Einflufs der fast 
ununterbrochen wehenden SW-Winde auf der einen und der in grofsen Mengen 
von den Dünen abstürzenden Saudmassen auf der anderen Seite eine weitere 
Verengung derselben zu befürchten. 
Zum Glück scheint sich indefs eine neue Einfahrt, ja vielleicht ein neuer 
Hafen zu bilden; denn ca 3,6 Sm südlich von der Spitze der Halbinsel und 
unmittelbar nördlich der von letzterer sieh nach Osten hin erstreckenden Sände 
geht jetzt nach Westen zu ein Einschnitt in die Landzunge, so dafe letztere 
hier nur noch 150 m breit ist. Vier Meter vom Lande wurden in diesem Ein 
schnitt 4 m Wasser gefunden, und nahmen die Tiefen nach Osten hin allmählich 
zu. Etwa 500 m weiter südlich von diesem Punkt, wo die Landzunge etwas 
niedriger und nur noch 120 m breit ist, wäscht bereits bei Hoehfluth die 
Brandung über die Halbinsel hinweg, Noch etwas weiter südlich ist eine von 
der Halbinsel aus nach Norden zu sich erstreckende neue Landzunge und mit 
ähr voraussichtlich allmählich auch ein neuer Hafen in der Bildung begriffen. 
Zur Zeit fällt bei der d’/f/ieo-Spitze der Boden nach Osten zu steil ab, 
so dafs sich bereits in 5 m Abstand vom Lande 4 m und in 10 m Abstand 6 m 
Wassertiefe vorfindet. Am Ostufer wurde letztere Tiefe in ca 15 m Entfernung 
vom Strande gefunden; von hier aus nehmen die Tiefen nach der Mitte der 
Einfahrt hin allmählich bis auf 9 m zu. In der Einfahrt setzt bei Ebbe der 
Strom etwa in der Richtung mw NW, bei Fluth nach mw Süd. Innerhalb der 
Ab». 4 Ilyir. et», IS39, Heft X, 2
	        
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