372
Windstärke und Windgeschwindigkeit auf norwegischen Leuchtfeuer-Stationen.
In dieser Berechnung ist die Windstärke 10 (5) nicht mitgemessen wor
den, weil die Notirung x in der Hegel eine Geschwindigkeit bedeutet, die 20 m
per Sek. übersteigt. Die Geschwindigkeitsziffer für die Stärke 10 (5) wird also
zu klein. Die Formel giebt ein hiermit ganz übereinstimmendes Resultat, wie
die cingoklammerten Zahlen zeigen.
Die Formel zeigt, dafs die Geschwindigkeiten in einem etwas rascheren
Verhältnis steigen, als die Windstärken. Die Unterschiede zwischen den beob
achteten und den berechneten Zahlen sind klein.
Zum Schlufs wird es von Interesse sein, die hier erhaltenen Resultate
mit früheren ähnlicher Art zusammenzustellen. Die erste Zahlenreihe giebt die
Grade der Beaufort-Skala an; die sechs folgenden Reihen sind aus dem Robin-
son’schen Anemometer gewonnen, und zwar die drei ersten mit dem Faktor 3
und ohne Trägheitskonstante, die weiteren drei mit den wahrscheinlich richtigeren
Formeln. Ferner sind die Reihen 1 bis 4 durch Gruppiruug von stündlichen
Wiüdwegen nach den Moment-Schätzungen erhalten, die Reihen 5 und 6 durch
umgekehrte Gruppirung. Bei Reihe 7 bis 10 sind alle verglichenen Gröfsen
Moment-Werthe, nämlich gleichzeitige Stärke-Schätzungen, und Ausschläge der
Windtafel.
Windgeschwindigkeit Meter per Sek.
Beaufort-Skala:
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
1) Scott. 1874
1 3' i
< 3,5
6
8
10
12,5
15
18
21,5
25
29
33,5
40
2) Köppen 1879
3,3
4,9
6,4
8,2
10,5
13,0
15,5
17,7
19,3
3) Chatterton 1887
11“ 1
2,9
3,5
5,2
7,6
10,3
12,6
15,8
18,6
20,6
23,2
4) Köppen 1879
1 2,9
4,2
5,3
6,9
8,7
10,7
12,7
14,5
15,7
5) Sprung-Koppen 1888
2,1
3,8
5,4
7,2
9,0
11,0
13,3
15,8
6) Waldo, Ocean,
1888
2,2
3,1
5,4
7,3
10,2
13,3
16,5
17,0
19,2
7) Xorw. Laud-Stat. 1874
3,3
5,9
10,0
13,9
17,5
8) Christiania 1874
3,3
5,5
10,2
14,0
—
9) Norw. Lenfeht£.-Stat. 1839
3,3
6,5
10,9
15,0
[18,3]
10) dito, berechnet
1,5
3,2
4,9
6,7
8,7
10,7
12,8
15,1
17,4
19,8
22,3
25,9
Anmerkung. 1) Quant. Journ. Met. Sec., Vol. II. S. 114. 2) Dreifache Anemom.-Geschw.
Oesterr. Zeitsehr. XIV, 1879, S. 806. 3) Quart. Journ. Vol. XIII, S. 218, Reihe 5. 4) Oesterr.
Zeitsehr. XIV, 1879, S, 306. 5) Deutsche Küstenstat., extrah, v, Sprung, red. y. Kippen. Meteor.
Zeitschr. 1888, S. 239. 6) Meteor. Zeitschr. 1888, S, 240. 7) Quart. Journ. Vol. XI, S. 272.
8) Ibid. ü. Jahrb. d. norw. meteor. Inst. 1874, S. 3.
Es ist für mich sehr befriedigend, zu sehen, dafs die Werthe von den
norwegischen Leuchtfeuer-Stationen ganz wohl stimmen mit denen, welche
Köppen berechnet hat, sowohl nach den englischen (4) als nach den deutschen
(5) Beobachtungen, und dafs die norwegischen Landstationen nicht so sehr
hinter den anderen zurückstehen.
Bemerkungen über einige Punkte an der SW-Küste von Afrika.
Nach dem Reisebericht S. M. Knbt. „Hyäne“, Kommandant Iiapt.-Lieuf. Zeye.
1. Sandwich-Hafen {Port d’Illieo). 1 )
Das Auffinden der Einfahrt dieses Hafens bei Annäherung an die Küste
wird durch die mangelhafte topographische Darstellung in der Karte Tit. VIII
Ho. 16 (Brit, Adin.-K, 632), welch letztere nur nach Skizzen und laufenden
Vermessungen zusammengestellt ist, nicht unwesentlich erschwert.
Nach der Karte ist man der Ansicht, dafs die Höhenzüge sich nur bis
zum Eingang des Hafens erstrecken, in Wirklichkeit laufen dieselben indefs
*) Vergl. „Annalen“ 1889, S. 263 und „Africa Pilot“, Part 11, 1884, pag. 212.