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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Windstärke und Windgeschwindigkeit auf norwegischen Leuchtfeuer-Stationen. 
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Wir finden also den regelmäfsigsten Gang bei Torungen, wo die Stärke 
grade 2 bis 4 sich mit etwas geringeren Geschwindigkeiten im Sommer als im 
Winter zeigen. Die Windverhältnisse sind hier derart, dafs im Winter NE der 
häufigste Wind ist (25 %) und SW der nächst häufigste (18 %), im Sommer 
SW der häufigste (32 %). Die warmen Sommerwinde sind also mit einer relativ 
gröfsereu Stärke notirt, als die kalten Winterwiude. Nach de Seue 1 ) ist auf 
der Skagerrak-Küsta (Mandat, Sandösund) im Winter NE der kälteste Wind, 
und im Sommer gehört der SW hier eher zu den wärmeren als den kälteren 
Winden. Da man glauben möchte, dafs ein Beobachter eher einem kalten Wind 
von einer gewissen Geschwindigkeit eine zu grofse Stärkezahl giebt, als einem 
warmen, kann das hier beschriebene Verhältnis schwerlich der physiologischen 
Wirkung der Temperatur zugeschrieben werden. Es steht eher in Verbindung 
mit der Wirkung des Windes auf das Meer: dem höheren Seegang mit SW 
und dem glatteren Wasser mit NE. 
Zu HelUsß scheinen Frühling und Herbst derselben Windstärke (2 u. 3) 
gröfsere Geschwindigkeiten zu geben und der Sommer die kleinste. Hier sind 
die häufigsten W 7 inde im Winter SE und S, im Sommer N und S, im März und 
im November S. Auf der Westküste ist immer S ein warmer Wind. 
Andenes zeigt nur Spuren von einer jährlichen Periode in der Wind 
stärke 3, welche die niedrigste Geschwindigkeit im Sommer giebt. Dann ist 
der häufigste Wind N, und dieser kommt vom Meere. Die jährliche Periode 
scheint also nicht von der Windrichtung bedingt zu sein. Vielmehr scheinen 
die Winde, die vom Meere kommen und gröfseren Seegang bewirken, eine 
gröfsere geschätzte Stärke für dieselbe Geschwindigkeit zu ergeben. 
Stellen wir die für drei Jahre gefundenen Mittelzahlen zusammen, so 
erhalten wir: 
Tabelle VI. 
Windstärke 0—6 12 3 4 5 MW. jährl. Windstärke 
Windgeschwindigkeit Meter per Sek. 
Torungen 
2,5 
5,0 
10,0 
14,6 
18,0 
2,2 
Hellisö 
3,7 
9,1 
14,3 
17,1 
20,0 
2,4 
Öna 
2,5 
4,5 
9,2 
14,2 
18,7 
2,6 
Prestò 
4,8 
9,2 
13,0 
16,9 
20,0 
2,0 
Andenes 
3,0 
4,7 
7,9 
12,1 
14,8 
2,2 
Mittel 
3,3 
6,5 
10,9 
15,0 
18,3 
Das einfache Mittel in der letzten Ilorizontalreihe giebt einen Ausdruck 
für die durchschnittliche Auffassung der Beaufort'seken Skala an den norwegi 
schen Leuchtfeuer-Stationen, Multiplicirt man die Stärkezahlen mit 2, nennt 
die Windstärke nach der Beaufort-Skala s, die entsprechende Windgeschwindig 
keit in Metern per Sek. v und berechnet die wahrscheinlichsten Werthe der 
Konstanten a und h in der Formel: 
v = & „ $ 4- bA 
so bekommt man: 
t> = 1,489. s 4- 0,049 . s 2 
s 
t> 
» 
0—B. 
Obs. 
Ber. 
0 
0 
0 
1 
1,54 
2 
3,3 
3,17 
+ 0,13 
3 
4,91 
4 
6,5 
6,74 
-0,24 
5 
8,67 
6 
10,9 
10,70 
+ 0,20 
7 
12,83 
8 
15,0 
15,06 
— 0,06 
9 
17,38 
10 
[18,3] 
19,81 
[—1,51] 
11 
22,33 
12 
25,94 
'■} Windrosen des südlichen Norwegens.
	        
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