Windstärke und Windgeschwindigkeit auf norwegischen Leuchtfeuer-Stationen.
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Wir finden also den regelmäfsigsten Gang bei Torungen, wo die Stärke
grade 2 bis 4 sich mit etwas geringeren Geschwindigkeiten im Sommer als im
Winter zeigen. Die Windverhältnisse sind hier derart, dafs im Winter NE der
häufigste Wind ist (25 %) und SW der nächst häufigste (18 %), im Sommer
SW der häufigste (32 %). Die warmen Sommerwinde sind also mit einer relativ
gröfsereu Stärke notirt, als die kalten Winterwiude. Nach de Seue 1 ) ist auf
der Skagerrak-Küsta (Mandat, Sandösund) im Winter NE der kälteste Wind,
und im Sommer gehört der SW hier eher zu den wärmeren als den kälteren
Winden. Da man glauben möchte, dafs ein Beobachter eher einem kalten Wind
von einer gewissen Geschwindigkeit eine zu grofse Stärkezahl giebt, als einem
warmen, kann das hier beschriebene Verhältnis schwerlich der physiologischen
Wirkung der Temperatur zugeschrieben werden. Es steht eher in Verbindung
mit der Wirkung des Windes auf das Meer: dem höheren Seegang mit SW
und dem glatteren Wasser mit NE.
Zu HelUsß scheinen Frühling und Herbst derselben Windstärke (2 u. 3)
gröfsere Geschwindigkeiten zu geben und der Sommer die kleinste. Hier sind
die häufigsten W 7 inde im Winter SE und S, im Sommer N und S, im März und
im November S. Auf der Westküste ist immer S ein warmer Wind.
Andenes zeigt nur Spuren von einer jährlichen Periode in der Wind
stärke 3, welche die niedrigste Geschwindigkeit im Sommer giebt. Dann ist
der häufigste Wind N, und dieser kommt vom Meere. Die jährliche Periode
scheint also nicht von der Windrichtung bedingt zu sein. Vielmehr scheinen
die Winde, die vom Meere kommen und gröfseren Seegang bewirken, eine
gröfsere geschätzte Stärke für dieselbe Geschwindigkeit zu ergeben.
Stellen wir die für drei Jahre gefundenen Mittelzahlen zusammen, so
erhalten wir:
Tabelle VI.
Windstärke 0—6 12 3 4 5 MW. jährl. Windstärke
Windgeschwindigkeit Meter per Sek.
Torungen
2,5
5,0
10,0
14,6
18,0
2,2
Hellisö
3,7
9,1
14,3
17,1
20,0
2,4
Öna
2,5
4,5
9,2
14,2
18,7
2,6
Prestò
4,8
9,2
13,0
16,9
20,0
2,0
Andenes
3,0
4,7
7,9
12,1
14,8
2,2
Mittel
3,3
6,5
10,9
15,0
18,3
Das einfache Mittel in der letzten Ilorizontalreihe giebt einen Ausdruck
für die durchschnittliche Auffassung der Beaufort'seken Skala an den norwegi
schen Leuchtfeuer-Stationen, Multiplicirt man die Stärkezahlen mit 2, nennt
die Windstärke nach der Beaufort-Skala s, die entsprechende Windgeschwindig
keit in Metern per Sek. v und berechnet die wahrscheinlichsten Werthe der
Konstanten a und h in der Formel:
v = & „ $ 4- bA
so bekommt man:
t> = 1,489. s 4- 0,049 . s 2
s
t>
»
0—B.
Obs.
Ber.
0
0
0
1
1,54
2
3,3
3,17
+ 0,13
3
4,91
4
6,5
6,74
-0,24
5
8,67
6
10,9
10,70
+ 0,20
7
12,83
8
15,0
15,06
— 0,06
9
17,38
10
[18,3]
19,81
[—1,51]
11
22,33
12
25,94
'■} Windrosen des südlichen Norwegens.