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Windstärke «ad Windgeschwindigkeit auf norwegischen Leuchtfeuer-Stationen.
die Windstärke nach der Skala 0—6 und der in „Gruüdmgen der Meteorologie“
gegebenen Laödskäla notirt, die Windgeschwindigkeit nach der Wild'scheu
Platte mit den obigen Korrektionen.
Da m mir von Interesse schien, zu sehen, wie die auf den norwegischen
Leuchtfeuer-Stationen geschätzten Windstärken, sieh zu den gemessenen Wind
geschwindigkeiten stellten, indem man dadurch einen Begriff davon erhalten
würde, wie die Beaufort-Skala von unseren Beobachtern aufgefafst wurde, habe
ich die in der Folge beschriebene Arbeit auegeführt.
Bei der Wahl der Stationen bin ich nach den folgenden Prineipien vor-
gegangen. Die verschiedenen Tlieile der Küste sollten repräsentirt werden.
Die Beobachtungs-Stationen mufsten eine freie Lage haben. Sämmtliche ge
wählten Stationen liegen auf Inseln und alle, Andmes ausgenommen, auf sehr
kleinen Inseln. Das Land innerhalb dieser Inseln ist niedrig, oder es liegt
weit entfernt. Andenes liegt auf einer Spitze, mit welcher ein Tiefland endigt,
und das hohe Land liegt in einem bedeutenden Abstand. Sowohl Winde von
dem Lande als vom Meere können also die Stationen mit ungehinderter Rich
tung und ohne erhebliche Verschiedenheit der terrestrischen Hindernisse treffen.
Die Windmesser müfsten auf der Station selbst frei stehen. Diese Be
dingung ist überall erfüllt.
Die Beobachter sind, mit einigen Ausnahmen, alte Seeleute, welche also
gewöhnt sind, die Stufen der Beaufort-Skala zu beurtheilen.
Di© Stationen sind folgende:
Breite
Länge
Saehöhe
Windmesser
Aufstellung
des Bodens üb. d, Krdbod.
Torungi«,
Skagerrak-Küste
58° 25'
8® 18'
15 m
5m
Stange
Hellisö,
Westküste
60° 45'
4° 43'
19 öl
5 m
Stange
Onä,
Rosnsdals-Küste
62° 52'
r 33'
<5Ü SM
1 m
Felsenspitze
Presto,
Folden-Bjord
64° 47'
12©
10 m
11 m
Giebel
Andenes,
Nordlands-Küste
69° 20'
IG® &
6 m
3 m
Stange
Ich habe die Jahrgänge 1876 bis 1878 (1879) gewählt, in dem Gedanken,
dafs in den ersten Jahren nach der Aufstellung die Schätzung der Windstärke
dio gewohnte alte geblieben ist, und dafs der Apparat zum Messen in guter
Ordnung gewesen.
Einige Lücken in den Beobachtungsreihon haben bewirkt, dafs ich, um
volle drei Jahre zu haben, einige Monate aus 1879 für Om und PrestS nehmen
mufete. Für Torungen berechnete ich zuerst fünf Jahrgänge. Als es sich in
dessen zeigte, dafs eine Zulage von zwei Jahrgängen kein wesentlich verschiedenes
Resultat von drei Jahrgängen gab, erachtete ich diese Anzahl für hinlänglich
für die übrigen Stationen.
Auf Torungen, Hellisö und Andenes hat derselbe Beobachter die ganze
Zeit beobachtet. Auf Ona hat vom November 1878 an und, wie es scheint,
stellenweise auch früher ein neuer Beobachter observirt. Auf Presto tritt ein
neuer Beobachter im Dezember 1877 auf. Man merkt den Uebergang in der
Tabelle.
Die Berechnung ist iu der Weise ansgeführt worden, dafs die notirte
Windstärke als Argument genommen ist und dio gleichzeitig notirten (redueirton)
Windgeschwindigkeiten unter einander aufgeschrieben sind, und ihr Mittel ge
nommen. Da wo ein x notirt worden ist, ist in den Rechnungen die Ziffer
20 m per Sek. eingeführt worden. Da beide Notirungen Moment-Beobachtungen
sind, ist dies Verfahren berechtigt. 1 )
Die Berechnungen sind für jeden Monat ausgeführt worden. Es ist keine
Sonderung gemacht nach Beobachtuugsterminen oder nach Windrichtungen, da
dieses außerhalb meines Planes lag und die Arbeit sehr erschwert hätte.
Die Tabellen I bis V geben das Resultat von diesen Berechnungen, mit
den Mitteln und der Anzahl der Beobachtungen. Die Mittel sind mit diesen
Anzahlen als Gewichten berechnet worden.
i) „Meteorologische Zeitschrift“ 1888, S. 289. Anmerkung von \V, K.