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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Vertheilung des Luftdruckes ober Mittel- and Süd-Europa, 
erreichen. Daher unterzog sich der Verfasser zu allererst der ebenso zeit 
raubenden als unumgänglichen Prüfung der zu verwendenden Reihen in Bezug 
auf ihre Homogenität. Dieselbe geschah nach der von Hann auch für 
Temperaturreiben angewandten Methode der Differenzen, die auf der Thatsaehe 
beruht, dafs die Aenderung des Luftdrucks von Jahr zu Jahr selbst auf gröfseren 
Landfläehen an allen Punkten mehr oder weniger parallel verläuft, dafs also 
scheinbare isolirte Abweichungen von dieser Parallelität auf das Eingreifen 
einer Fehlerquelle an der betreifenden Station schliefsen lassen. In dieser 
Weise wurden die Luftdruekreihou von etwa 200 über ganz Europa vertheilten 
Stationen durch Differenzen geprüft und sodann die Reihen durch Anbringung 
der so gefundenen Korrektionen konsolidirt. Ueber die Prüfung giebt ein 
38 Seiten langer „Nachweis“ Station für Station Rechenschaft. Derselbe macht 
im Verein mit den weiter unten erwähnten Tabellen Hann’s Buch zu einem 
„Standard work“, nach welchem jeder Forscher, der irgend mit LuftdruckMitteln 
zu Uran hat, wird greifen müssen, auch nachdem die von Hann aus seinen 
Reihen abgeleiteten Resultate durch Lehr- und Handbücher Gemeingut der 
Wissenschaft geworden sein werden. 
War in dieser Weise jede Reihe für sich in ihren einzelnen Theilen 
vergleichbar geworden, so wurden nunmehr durch Anbringung der Barometer 
korrektionen und Reduktion aller Barometerstände auf den Stand des seit 1877 
funktionirenden Normalbarometers der k.k. Centralanstalt für Meteorologie zu Wien 
die Luftdruckwerthe verschiedener Stationen vergleichbar gemacht. So wurde ein 
Material geschaffen, das an Präcision nichts zu wünschen übrig liefs. Nach 
Anbringung der Schwerekorrektion, nach Reduktion der Luftdruckmittel auf das 
Meeresniveau, die freilich nur bei ca 70 Stationen möglich -wär, deren genaue 
Seehöhe sich mit Sicherheit auf Grund von Nivellements ermitteln liefs, 
sowie endlich nach Reduktion der kürzeren Reihen auf das 30jährige Mittel 
1851/80 waren alle Daten gegeben, um die Isobaren des Jahres im Meeres 
niveau zu entwerfen. Die letzteren gaben dann die Möglichkeit, barometrisch 
die Seehöhe derjenigen Stationen zu berechnen, welche nicht an Präcisions- 
mvellements angeschlossen sind, und dadurch deren Beobachtungen für die Kon 
struktion der Monatsisobaren verwertbbar zu machen. 
Ausführliche Tabellen, welche dem Text angehängt sind, enthalten nach 
einander für 205 Stationen die beobachteten und in dieser Weise korrigirten 
wahren Luftdruckmittel des Jahres und der Monate der Periode 1851/80, ferner 
für dieselben Stationen den wahren Luftdruck im Meeresniveau und für 
64 Stationen den wahren Luftdruck im Niveau von 500 m. Den Schlufs bilden 
Tabellen der Monats- und Jahresmittel des Luftdruckes in den einzelnen Jahr 
gängen nebst Lustren-Mitteln für 39 Normalstationen, welche die Reduktion 
auch anderer, hier nicht verwendeter kürzerer Beobachtungsreihen auf eine 
längere Periode ermöglichen. 
Die dem Werk beigegebenen Tafeln I bis III enthalten Isobarenkarten 
im Meeresniveau für das Jahr sowie für die einzelnen Monate für ein Gebiet, 
das von dem Meridian von Bristol im Westen, demjenigen von Cherson im 
Osten und dem Breitenkreis von Königsberg im Norden und demjenigen von 
Kairo im Süden eingeschlossen wird. Ueberall sind die Isobaren von 0,5 zu 
0,5 mm gezogen. Aufserdem bringt der Verfasser auf Tafel III noch die 
Isobaren im Niveau von 500 m Höhe für das Jahr und die Monate Januar, 
Mai, Juli und Oktober zur Darstellung; denn für die Luftströmungen ist die 
Luftdruckvertheilung in dieser Höhe die mafsgebendere, weil einerseits über 
haupt in hochgelegenen Gebieten, wie etwa den Alpen und selbst den Mittel 
gebirgen Deutschlands die Isobaren im Meeresniveau eine reine Fiktion sind, 
und andererseits die Luftbewegung der Höhe sich in Tiefländern durch vertikalen 
Luftaustausch auch den tieferen Luftschichten mittheilt. Doch zeigt hier die 
Luftdruckvertheilung in 500 m Höhe durchaus dasselbe Bild, wie diejenige 
im Meeres»!veau, nur durchweg mit abgeschwächten Gradienten. 
Die Karten, die in Kapitel II eingehend diskutirt werden, bieten natur- 
gemäfs z. Th. in ihren grofsen Zügen das bekannte Bild der Luftdruckvertheilung 
dar. Im Einzelnen aber begegnet man Schritt für Schritt neuen Thatsachen, 
die über verschiedene, bisher wenig erklärte Anomalien in der Vcrtheilung 
anderer klimatischer Elemente Licht zu verbreiten geeignet sind, wie Verfasser
	        
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