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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Kleine Notizen. 
wird freilich die westliche Einfahrt zur Rhede gesperrt werden, aber Vera Cruz 
erhält dann einen sicheren Hafen, in welchem das Löschen und Laden der 
Schifte nicht mehr wie jetzt durch Seegang unterbrochen werden wird. Bei 
dem gegenwärtigen Zustande kann selbst eine leichte Dünung diese Arbeiten 
wochenlang unterbrechen, indem die Güter weder gelandet, noch verschifft 
werden können. Auf den) Südwestende von Vera Cruz ist seit dem vorigen 
Jahre auf einem hohen, eisernen Gerü3t ein elektrisches Lieht angebracht, 
welches 26 Sm weit sichtbar sein soll, doch wird dieses Licht nur gezeigt, 
wenn kein Mondsehein vorhanden ist. Die Schiffahrt, besonders der Dampfer 
verkehr, hat in der neueren Zeit bedeutend zugenommen. Es laufen hier 
wöchentlich drei bis vier regelmäfsige Dampfer ein und die Zahl der mit uns 
zugleich anwesenden Segelschiffe betrug zwanzig. 
9. (D. S.) Die Strömung im Kanal von Mozambique. Kapt. 
A. Hegemann von der deutschen Bark „Humboldt“ berichtet in Bezug auf 
seine Reise von Algoa Bai nach Mozambique, welchen Platz er am 12. Februar 
1887 erreichte: Im Kanal von Mozambique ist die Strömung, wie wir erfahren 
haben, unbeständig und daher unzuverlässig. Den hier gewöhnlichen, mit einer 
Geschwindigkeit von 2 bis 4 Sm in der Stunde längs der afrikanischen Küste 
nach Süden setzenden Strom habe ich nicht vorgefunden. Während einer zwei 
tägigen Windstille in der Nähe der Küste fand nicht die geringste südliche 
Stromversetzung statt. Die Elsflether Bark „Jason*, welche gleichzeitig mit 
uns in Mozambique ankam, hatte ebenfalls keinen südlichen Strom vorgefunden. 
Da man denselben bei der Ansegelung in Rechnung gezogen hatte, hatte man 
die Küste 60 Sm zu weit nördlich gemacht. 
10. (D. S.) Reise von Manila nach Zebu. Kapt. C. Mähl von 
der deutschen Bark „Caura* schreibt in seinem meteorologischen Journale wie 
folgt: Auf unserer Reise von Manila nach Zebu, welche wir am 20. November 
1886 antraten, wählte ich, der von Jülfs & Balleer in ihrem Buche „Die 
wichtigsten Seehäfen der Erde“ auf Seite 171 des 1. Bandes gegebenen Segel 
anweisung folgend, die Route durch den St. Bernardino-Kanal. Bis zum Verde- 
Kanal hatten wir ein langwieriges Kreuzen gegen einen steifen Wind zu be 
stehen* nachdem dieser Kanal jedoch passirt war, räumte der Wind allmälig 
auf, so dafs wir von hier ab die Reise mit günstigem Winde machen und Zebu 
schon nach sechstägiger Fahrt erreichen konnten. Wahrscheinlich hätte die 
Reise keinen so raschen Verlauf genommen, wenn ieh die Route durch die 
■¡Viwfforo-Slrafse genommen und Zebu von Süden her angesegelt hätte. Leider 
ist vor der nördlichen Einfahrt nach Zebu kein Verlafs auf die Anwesenheit 
eines Lootsen, jedenfalls nicht darauf, dafs ein solcher zeitig genug an Bord 
kommt. Obwohl es ein heller Tag war, meisten wir doch erst eine gute 
Strecke in die nach Zebu führende, allerdings gut betonnte Strafte einsegeln, 
bevor wir einen Lootsen orhielten. Von diesem brachte ich dann in Erfahrung, 
dafs die Lootsenstation der Nordeinfahrt sich am Nordende der Insel Maetan 
und nicht, wie ich vermutbet hatte, beim Feuerthurm von Zebu befindet. Man 
wird also diesen schon eine Strecke passirt sein müssen, bevor man auf die 
Ankunft eines Lootsen rechnen kann. 
11. (D. S.) Mittheilungon über die Häfen Wellington und 
Napier auf Neu-Seeiand und Iquique. Von Kapt. A. Grönn vom Schiffe 
„Caroline Belm*. „Um 3'/s h p. in. am 15. Juli 1887 befanden wir uns nach 
einer 107tägigen Reise von Hamburg vor der Einfahrt nach Wellington. Des 
stürmischen, nordwestlichen Windes wegen konnten wir indofs nicht einsegelu 
und drehten deshalb auf Steuerbordhalseu bei. Bei schlechtem Wetter können 
die Lootsen nicht mit ihren kleinen Booten hiuausfahren, aber unter günstigen 
Verhältnissen kommen sio den Schiffen weit genug entgegen und bieten ihre 
Hülfe an. Wer zum ersten Male nach hier kommt, mufs sich jedenfalls eines 
Lootsen bedienen. Der hier vorhandene Schleppdampfer hat nur eine geringe 
Kraft, doch ist er wohl im Stande, bei gutem Wetter ein Schiff zu schleppen. 
Unter solchen Umständen empfiehlt es sieh, statt eines Lootsen den Schlepp 
dampfer zu nehmen, wobei noch die Hälfte der Kosten gespart wird. Von 
der Signalstation aus kann man sich einen Schleppdampfer bestellen. 
Am 16. Juli um 5 Uhr Nachmittags ankerte „Carolim Beim* auf der 
Rhede von Wellington auf einer Tiefe von 16,5 m — 9 Faden —, am 18. segelten
	        
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