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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Kleine  Notizen.

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G.  Robinson,  läuft  beim  Kap  Bauld,  der  NO-Spitze  von  Neufundland, 1 )  die
Fluth  und  die  Ebbe  noch  drei  Stunden  nach  Hoch-  und  Niedrigwasser  in  der
Richtung  NW—SO,  und  6  bis  7  Sm  in  NO  von  dem  Kap  läuft  die  Gezeitenströmung ­
  noch  fünf  Stunden  nach  Hoch-  und  Niedrigwasser.
Beim  Kap  Norman  läuft  der  Kiistensfrom  noch  zwei  Stunden  nach  Hochund
  Niedrigwasser,  und  in  der  Mitte  der  Strafso  läuft  vier  Stunden  nach  Hochund
  Niedrigwasser  noch  eine  Gezeitenströmung.
Seewärts  der  Forteau-  und  Sandy-Buchten  wendet  sich  der  Strom  zur
Zeit  des  Hoch-  und  Niedrigwassers  am  Lände  sehr  rasch,  während  derselbe  in
der  Mitte  der  Strafse  noch  eine  Stunde  später  fühlbar  ist.
Bei  St.  Barbe  läuft  der  Strom  in  der  Mitte  der  Strafse  noch  eine  Stunde
nach  Hoch-  und  Niodrigwasser  am  Lande.
5.  Gezeitenstrom  an  dorWestküsto  von  Neufundland,  Britisch
Nord-Amerika  („Hydrographie  Notice“  No.  5,  London  1889),  Zwischen
St.  Pierre  und  dem  Kap  Ray  an  der  Westküste  von  Neufundland 2 )  ist  der
Gezeitenstrom  10  bis  15Sm  von  der  Küste  entfernt  zu  beobachten.  Derselbe
hat  die  Richtung  WNW—OSO  zwischen  den  Penguin-Inseln  und  der  Mitte  der
Ca&ot-Strafse,  woselbst  eine  Gegenströmung  eintritt.
6.  Strömungen  beim  Kap  Bon,  Tunis.  („Hydrographische  Nachrichten“ ­
  No.  148/149.  Pola  1889.)  Nach  einem  Berichte  des  Kommandanten  des
Österreichisch-ungarischen  Schiffes  „Minerva 1 *  *,  Freg.-Kapt.  Rudolf  Berghofor,
hat  derselbe,  unter  dem  Kap  Bon*)  beiliegend,  beobachtet,  dafs  der  dort
herrschende  Oststrom  um  das  Kap  biegt  und  dann  als  Süd-  und  SW-Strom
auftritt  und  die  Schiffe  gegen  das  Land  treibt.
Nach  eingezogen  en  Erkundigungen  zu  Kalibia  worden  alljährlich  Schiffe,
bis  zu  sieben  in  einem  Winter,  bei  verhältnifsmäfsig  gutem  Wetter  an  Land
getrieben  und  finden  dann  dort  ihren  Untergang.
7.  (D.  S.)  Guantanamo  in  Cuba.  Kapt.  W.  Ahrens  von  dor
deutschen  Bark  „  Valparaiso“  berichtet:  Nachdem  wir  während  der  Nacht  vom
25.  zum  26.  März  1887  unter  der  Südostküste  von  Cuba  auf  der  Höhe  von
Guantanamo  ab-  und  angelegen  hatten,  kam  gegen  10  Uhr  Vormittags  nach
Windstille  leichte  Seebxiese  durch,  mit  der  wir  der  Einfahrt  des  genannten
Hafens  zusteuerten.  Dieselbe  ist  schwer  aufzufinden,  weil  keine  See-  nnd  Landmarken ­
  vorhanden  sind;  auch  kommen  die  Lootsen  selten  aufaerhalb  derselben
an  Bord,  Die  Einfahrt  -wird  durch  kleine  Koralleninseln  aufserorÖentlich  eingeengt, ­
  an  manchen  Stellen  ist  die  Fahrrinne  nicht  einmal  so  breit,  dass  zwei
Segelschiffe  bei  einander  vorbeipassiren  können.  Die  Wassertiefe  in  derselben
beträgt  durchweg  7,3  m  —  4  Faden.  Sobald  man  die  Enge  hinter  sich  hat,
öffnet  sich  einem  plötzlich  eine  herrliche  Bai  —  der  Hafen  von  Guantanamo  —,
die  bei  Tiefenverhältnissen  von  6  bis  7,2  m  —  20  bis  24  Fufs  —  Platz  für
ungefähr  100  Schiffe  hat.  An  der  von  den  Herren  Brooks  &  Co.  erbauten
Landungsbrücke  können  die  Schiffe  bis  zu  einem  Tiefgange  von  4,1  m  •—
13Va  Fufs  —  beladen  werden,
8.  (D.  S.)  Vera  Oruz,  Mexiko.  Kapt.  J.  Lamme  rs  von  der
deutschen  Brigg  „José  GinebraJ  berichtet:  Der  Hafen,  oder  besser  gesagt,  die
Rhede  von  Vera  Cruz,  auf  der  mau  dicht  hinter  dem  auf  einer  Bank  erbauten
Fort  St  Juan  ankert,  ist  rings  umher  von  Untiefen  und  Riffen  umgeben,  auf
denen  bei  der  leichtesten  Dünung  beständig  Brandung  steht.  Daher  ist  die
Rhede,  besonders  in  der  Zeit  der  Norder,  sehr  unsicher.  Der  Ankergrund,
über  dem  eine  Wassertiefe  von  7  bis  9  m  (4  bis  5  Faden)  steht,  ist  zwar  ziemlich ­
  gut,  allein  bei  einem  harten  Norder  kommt  ein  Schiff  leicht  ins  Treiben
und  dies  hat  stets  die  Strandung  und  dcu  Verlust  desselben  zur  Folge.  Mit
welcher  Stärke  die  Norder  hier  mitunter  auftret  en,  ist  allgemein  bekannt.  Seit
zwei  Jahren  ist  ein  Wellenbrecher  im  Ban,  der  den  Strand  im  Westen  der
Stadt  mit  der  Untiefe,  auf  dem  das  Fort  St.  Juan  liegt,  verbinden  wird,  und
hofft  man,  denselben  in  etw r a  fünf  Jahren  fertig  zu  stellen;  zur  Zeit  ist  annähernd ­
  ein  Drittel  der  ganzen  Länge  vollendet.  Durch  diesen  Wellenbrecher

J )  Siel»  „Newfoundland  and  Labrador  Pilot“,  London  1887,  J>ag.  13.
*)  Siebe  „Newfoundland  and  Labrador  Pilot“,  London  1887,  pag,  13.
s )  „Mediterrane»  Pilot“,  Part  I,  1885,  S.  263.
            
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