Vierteljato-Wctter-Rimdschaii der Deutsche» Seewarte, Herbst 18S5.
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bei Madeira ist in diesem Herbst die einzige der für das Spätjahr so charakte
ristischen Depressionen in diesem Meerestheil.
Das atlantische Hochdruckgebiet zeigt sich in diesem Zeitabschnitt in so
südlicher Lage (bei 30° Nord), wie es in diesem Herbst noch gar nicht gewesen
war, zugleich aber in sehr schwacher Entwickelung. Noch etwas südlicher,
aber etwas ausgedehnter, finden wir cs auf der Karte dos letzten Zeit
abschnitts vom 19. — 30. November, ln diesem Zeitraum wich der hohe
Luftdruck in Europa ostwärts zurück, und erhielt Deutschland reichliche Nieder
schläge, zunächst bis zum 27., bei östlichen Winden und fortdauernder Kälte,
da die vom Ocean kommenden Depressionen in vergleichsweise niedriger Breite
die Küsten Europas erreichten und iui Nordosten von Deutschland der Druck
meist noch ziemlich hoeh war. Dann aber, als die Depressionen begannen
nördlich von Deutschland ihren Weg zu nehmen, erfolgte am 27.-28. ein
Witterungsumschlag mit starker Glatteisbildung (vgl. die „Monatl. Ucberaicht“,
S. 3). Diese Aenderung hing damit zusammen, dafs auch auf dem Oeean die
tiefsten Minima immer nördlichere Lage einuabmen, ohne dafs die einzelnen
Bahnen eine erhebliche nördliche Komponente gehabt hätten: am 20.-—21. lag
das tiefste in 49® N -Br, am 22,—26, in ea 51° N-Br, am 27.—29. in ca 58° N-Br
und am 30. in 67° N-Br. Die einzelnen Minima selbst hatten auf dem Ocean
eine vorwiegend nach ENB, in Nordeuropa eine nach E und SE gerichtete
Fortpflanzung. Merkwürdig ist die abwechselnde Stärke des östlichen und west
lichen Minimums auf dem Oeean zwischen Europa und Grönland am 25. bis
30. November,
Die Karten der mittleren Isobaren der drei Monate, welche der Sammlung
der täglichen synoptischen Karten beigegeben sind, zeigen im September und
November ein dem vieljährigen Durchschnitt sehr ähnliches Bild, nur mit etwas
verstärkter Ausbildung des Niederdruckgebietes südlich von Island. Dagegen
war die mittlere Dmckvertheiiung im Oktober, wie man dieses ja auch aus
unseren Karten V bis VII erkennen kann, sehr anomal, da das Maximum nur
im ersten Abschnitt des Monats (Karte IV) bei den Azoren, später viel nörd
licher lag. Im Resultat kommt es für den Monat auf 41° N-Br, 23° W-Lg mit
760 mm zu liegen, und das Minimum, statt in die Nähe von Island, in die nörd
liche Nordsee auf 60° N-Br, 3° Q-Lg mit 751 mm; in ganz Centraleuropa ist
dementsprechend der Druck 4—6 mm unter normal, dagegen nordöstlich vom
Kaspi schon wieder etwas über der Norm (769 statt 766 mm).
(Fortsetzung folgt.)
Kleine Notizen. 1 )
1. (D. S.) Eis im Südatlantischen Ocean. Die Eistrift im Nörd-
osten von Кар Пот, über deren Antreffen von mehreren Schiffen bereits auf
Seite 127 und 128, Jahrgang 1889 dieser Annalen berichtet worden ist, wurde
auch von dem auf der Reise vou Pisagua nach Hamburg befindlichen deutschen
Viermastschiffe „Palmmton K , Kapt. Cordts, angetroffen. Am 3. November
1887 um 3 l /i Uhr Nachmittags passirte dieses Schiff auf 49,9® S-Br und 49,3°
W-Lg zwei grofse Eisberge im NW, 1,5 Sm entfernt. Nach einer genauen
Messung des Kapitäns hatte der höchste dieser beiden Berge eine Höhe von
88 m — 289 Fufs. Zur selben Zeit waren auch noch mehrere kleinere Eisberge
in Sicht. In der folgenden Nacht waren wieder drei und am 4. November um
11 Uhr Vormittags auf 48,7° S-Br und 47,3° W-Lg viele Eisberge in der Nähe
des Schiffes. Der nächste, der nur 2,5 Sm SOzO vom Schiffe entfernt war,
hatte zufolge Winkelmessung die außerordentliche Höhe von 189 m — 619 Fufs,
Am 5. November um 8 Uhr Morgens auf 47,8° S-Br und 46,0° W-Lg wurden
noch drei Eisberge iro W bis WSW, um 12 Öhr Mittags auf 47,7° S-Br und
i) Die rai« (D, S.) bezeichnet«! Notizen sind von der Deutschen SeewarU eingesendet.