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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Vierteljahrs-Wetter-RüiKlsehan  der  Deutschen  Secwar.te,  Herbst  18.85.

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Diejenigen  Fjseherfahrzeuge,  welche  nicht  zur  rechten  Zeit-  einen  Nothhafen
erreichten,  gingen  ohne  Ausnahme  verloren.  Wohl  versuchten  die  Fischer,
durch  Ausbringen  beider  Anke!'  sich  auf  ihrem  Ankerplätze  zu  halten,  doch
konnten  die  Ketten  der  Gewalt  der  Sturmes  und  der  Seen  nicht  widerstehen.
Der  Strand  war  auf  eine  weite  Strecke  mit  Wrackstücken  und  Leichen  bedeckt.
Dm  das  Unglück  voll  zu  machen,  setzte  die  hochgehendo  See  eine  Anzahl
Wohnungen  unter  Wasser,  so  dafs  viele  Familien  obdachlos  wurden.  Von
Halifax  wurden  Dampfer  abgeschickt,  um  die  Unglücklichen  auf  Labrador  mit
Lebensmitteln  zu  versehen.  Die  Beobachtungen  der  Stationen  der  Seewarte
auf  Labrador  zeigen,  dafs  der  Sturm  sich  nordwärts  nur  bis  Nain  orstreckle.

1885

10.  Oktober

11.  Oktober

12.  Oktober

8  a

2  p

8p

8  »

2p

8  p

8  a

2  p

8  p

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N3

N  7

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NW  4

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N7

NW  ü

NW  6

Nain  ,  »

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SE2

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N7

N9

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NNW  7

NNW  7

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E  2

E2

E  2

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N8

N8

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NW  4

Hebron  ,  .  .

..

SE2

Still

Still

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N7

N8

N8

N2

Still

Rama  .  .  .

Still

Still

Still

N3

NE3

SW  4

N4

NW  6

NW  4

Der  nördliche  und  südliche  Gipfel  dos  Rückens  hohen  Druckes  im
Meridian  von  Island  verschmolzen  am  14.  in  der  Breite  von  Schottland  gänzlich, ­
  und  nun  fand  fa3t  plötzlich  eine  völlige  Umgestaltung  der  Wetterlage
statt.  Das  grofse  Maximum  wandert»  übor  das  Ostseegebiet  nach  Ost  und
Südost,  über  Grönland  und  a»n  Kaspi-See  erschienen  neue,  so  dafs  sieh  am  16.
ein  Gebiet  hohen  Druckes  von  Grönland  bis  nach  dem  letzteren  erstreckte,
während  bei  den  Azoren  der  Druck  verhältnifsmäfsig  tief  war.  Unter  dem
Einflufs  dieser  anomalen  Druckvertlieilung  schlug  auch  ein  am  13.—14.  bei
Tunis  erschienenes  Minimum  eine  höchst  anomale  Bahn  nach  NW  und  W  ein,
welche  es  von  dort  durch  Frankreich  bis  zum  17.  nach  dem  Ocean  im  SW  von
Irland  brachte,  während  gleichzeitig  auf  der  anderen  Seite  des  hohen  Druckes
zwei  Minima  in  entgegengesetzter  Richtung,  vom  Bottnischen  Busen  und  von
Spitzbergen  nach  dem  Ural  wand  er  Len  und  ebenso  ein  Theilminimum  vom
Ladoga  nach  Samara.
Als  nun  das  ersterwähnte  Minimum  noch  auf  dem  Mittelmeere  sich  befand, ­
  bildete  sich  auf  dessen  Nordseite  am  Morgen  des  15.  Oktober  jener  merkwürdige ­
  Föhnsturm  aus,  welcher  von  Dr.  Erk  in  der  „Meteorologischen  Zeitschrift ­
  vom  Jahre  1886,  S.  24,  und  von  Col.  Ward  im  „Quart.  Journ.  Met.
Soc.“  1886,  S.  55,  beschrieben  worden  ist.  Derselbe  hauste  hauptsächlich  in
der  Umgebung  des  Wetterstein-Gebirges;,  bei  Partenkirchen  und  Mittonwald,
und  zwar  von  5 h p.  m.  am  15.  bis  2VP  a.  m.  am  16.,  wo  plötzlich  Todtenstille
eintrat,  die  dann  den  gauzen  Tag  andauerto.  Die  Entwickelung  dieses  Sturmes
ist  eine  aufserordeutlich  seltsame.  Obwohl  der  betreffende  Wirbel  den  Isobaren
im  Meeresniveau  nach  eine  Theilbildung  am  Nordrande  der  Depression  war,
die  über  dem  Mittelmeer  lag,  war  gerade  seine  dem  Hauptminimum  (und  don
Alpen!)  zugekehrte  Südseite  von  orkanmäfsiger  Stärke,  während  auf  seiner
äufseren,  nördlichen  Seite  nur  schwache  östliche  Winde  wehten,  so  dafs  man
in  München,  ja  selbst  am  Starnberger  See,  keine  Ahnung  von  dem  hatte,  was
im  Gebirge  verging.  Im  Weiteren  verlor  dieser  merkwürdige  Wirbel  rasch  an
Intensität,  unter  gleichzeitiger  Zunahme  an  Ausdehnung,  durchbrach  das  schmale
Maximum  an  seiner  Nordseite  und  gerieth  unter  den  Einflufs  der  grofsen
Depression  über  Nordost-Russland,  an  deren  Südrand  er  sich  rasch  nach  Osten
fortpflanzte.  Sein  Centrum  lag  am  Abend  des  16.  zwischen  Berlin  und  Grünberg, ­
  am  Morgen  des  18.  schon  bei  Moskau.  Ueber  die  eigentbümlicho  Temperaturvertheilung
  (Chemnitz  11°,  Paris  1°)  und  den  Wolkenzug  in  diesen  Tagen  findet
man  einige  Angaben  in  der  „Meteorologischen  Zeitschrift“  1886,  S.  30  Anm.
In  derselben  Zeit,  als  dieses  Theilminimum  sich  nach  N  und  E  fortpflanzte ­
  ,  bewegte  sich  die  Depression  vom  Mittelmeere  nach  NW  und  W,  so
dafs  der  Zwischenraum  zwischen  ihnen  sich  rasch  erweiterte;  am  18.  wandte
jedoch  auch  diese  nach  Ost  um  und  wänderte  dem  Schwarzen  Meere  zu.
            
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