Zum Klima Japans.
33
der Ostküste zugleich mit der Temperatur die Regenmenge abzunehmen. Die
Westküste ist, mit Ausnahme im äufsersten Süden, regnerischer als die
Ostküste.
Die Hauptregenzeit des Jahres fällt im gröfsten Theile Japans auf die
Monate Juni und September; im Süden tritt das Septembermaximum nur
schwach hervor, während im mittleren Theile der Ostküste das September
maximum zum Hauptmaximum, das Junimaximum zum sekundären wird. An
der Westküste verschieben sich beide Maxima auf den Juli und November; im
nördlichen Theile findet gleichfalls eine Verschiebung statt; Hakodate hat ein
Juli- und ein Septembermaximum, Sapporo eine entschiedene Herbstregenzeit
mit Maximum im Oktober und November.
Die folgenden Zahlen geben eine Uebersicht über die jährliche Regeo-
vertbeilung in Japan, vertreten durch je zwei Orte im südlichen, mittleren
und nördlichen Theile.
Ort
Jährliche
Hegon-
tnenge
tsm
Jan.
Febr.
März
Monatlicher Regenfall
in Prozenten der jährliche» Regenmenge
April Mai Juni Juli Aug. Sept,
Okt,
Nov,
Dez.
Nagasaki
2039
4
4
6
13
12
18
10
11
10
5
4
3
Hiroshima
1461
3
5
8
13
14
17
10
6
11
7
4
2
Tokio
1552
3
5
8
7
9
12
8
9
7
16
13
6
4
Niigata
1694
7
6
6
7
5
7
10
9
11
13
12
Hakodate
1058
5
5
6
6
8
7
12
11
14
9
9
8
Sapporo
1037
9
6
7
4
7
5
5
10
12
13
13
9
R,
Die Verkeilung des Luftdruckes über Mittel- und Süd-Europa. 1 )
Vor bald 20 Jahren war es, dafs Alexander Buehan zum ersten Mal
den Versuch machte, die mittlere Vertheilung des Luftdruckes auf der ganzen
Erdoberfläche durch Monats- und Jahres-Isobaren darzustellen, und dadurch die
Grundlage schuf, von der aus die Erkenntnifs des inneren Zusammenhanges der
klimatischen Elemente zu gewinnen war. Es mufste nun die Aufgabe von
Specialarbeiten sein, dieses Bild im Detail auszuarbeiten und zu vervollständigen.
Doch war in dieser Hinsicht nur wenig geschehen, bis vor Kurzem J. Hann
unter dem obigen Titel ein Werk veröffentlichte, dessen Bedeutung weit über
die Grenzen des behandelten Gebietes hinausreicht.
Dasjenige, was dem vorliegenden Werk den Stempel aufdrückt und es
als ein Vorbild für jede klimatologische Arbeit erscheinen läfst, ist die absolute
Genauigkeit und Zuverlässigkeit jeder veröffentlichten Zahl. Die Methoden,
denen diese Zuverlässigkeit zu danken ist, sind zum Theil neu vom Verfasser
entwickelt und in verschiedenen Kapiteln (I, VIII, IX) klar dargelegt. Gerade
die Barometerbeobachtungen sind mannigfaltigen Fehlerquellen ausgesetzt,
welche nur zu oft die Homogenität einer langen Reihe unterbrechen. Eine
Aenderung der Aufstellung (Höhe) des Barometers, ein Wechsel des Instruments
oder eine Aenderung der Korrektion desselben, ein Wechsel des Beobachters
und damit eine Aenderung der persönlichen Gleichung genügt, um die Ein
heitlichkeit der Reihe zu stören und io die Mittelwerthe Fehler einzuführen,
die zwar an sich klein scheinen, jedoch grofs sind, wenn es sich um die Dar
stellung der Luftdruckvertheilung auf einem kleineren Gebiet handelt, in dem
vielleicht die maximalen Luftdruckunterschiede nur den Betrag jener Fehler
i) Die Vertheilung; des Luftdruckes über Mittel- und Süd-Europa, dargestellt auf Grundlage
der 30jährige» Monat«- und Jahresmittel (1851—1880), riebst allgemeinen Untersuchungen über die
Veränderlichkeit der Luftdruck-Mittel und -Differenzen, sowie deren mehrjährige Perioden, von
J. Hann. Mit 3 Tafeln der Monats- und Jahres-Isobarcn und zahlreichen Tabellen. Geographische
Abhandlungen, herausgegeben von A. Penck, Band II, Heft 2. Wien, Eduard Hölzel, 1887.
220 S. gr. 8®. Preis 12 M.
Am. &. Hydi. ©te., 1889, Heft I. 5